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Kuba kurz

Rekordproduktion von Erdöl auf Kuba

Die kubanische Ölindustrie hat im Jahr 2000 einen neuen Förderrekord aufgestellt. Nach Regierungsangaben wird die Gesamtförderung auf 2,8 Mill. Tonnen Rohöl und 600 Mill. Kubikmeter Erdgas veranschlagt. Der größte Anteil entfällt dabei auf das Unternehmen "Empresa de Perforación y Extracción de Petróleo del Centro" (EPEP-Centro), das zum Stichtag 15.12. dem Markt 1,59 Mill. Tonnen Rohöl und 357 Mill. Kubikmeter Erdgas zur Verfügung stellte. Das Fördergebiet des Unternehmens liegt vorwiegend unterm berühmten Strand von Varadero. Den Angaben zufolge werden zur Zeit mit Hilfe ausländischer Investoren neue Lagerstätten im Norden der Provinz Havanna erschlossen. Das Erdgas wird in erster Linie zur Erzeugung von Elektrizität und zur Versorgung von Privathaushalten verwandt.
Unsere Zeit, 04.01.2001

Venezuela/Kuba

Wichtigste Handelspartnerschaft
Die kubanische Ministerin für Ausländische Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Marta Lomas, bestätigte, dass Venezuela während der letzten drei Jahre Kubas wichtigster Handelspartner in Lateinamerika gewesen sei. Lomas erklärte dies bei der Eröffnung der zusammengesetzten Kommission des Abkommens über die Zusammenarbeit beider Länder. Dieses Abkommen war am 30. Oktober in Caracas (Venezuela) von beiden Präsidenten, Fidel Castro aus Kuba und Hugo Chavez aus Venezuela, unterzeichnet worden.
Die kubanische Ministerin betonte, daß das Kooperationsabkommen für das Jahr 2001 ein Beispiel sei für weltweite Zusammenarbeit und die Einheit Lateinamerikas. Das Abkommen sieht unter anderem vor, das Venezuela Erdöl an Kuba liefert und dafür von der kubanischen Medizin und anderen Dienstleistungen profitiert. Insgesamt soll es 30.000 Projekte geben, in denen eine Zusammenarbeit anstehen könnte.
Poonal, 15. Dezember 2000

Kuba/Argentinien

Verbaler Schlagabtausch
Ohne diplomatische Zurückhaltung zu wahren, hatte Fidel Castro Anfang Februar auf einem internationalen Wirtschaftsseminar in Havanna der argentinischen Regierung vorgeworfen, "den Yankees die Stiefel zu lecken". Umgehend sprach der dortige Außenminister Adalberto Rodríguez Giavarini von "beleidigenden" Äußerungen. Die Wellen am Rio de la Plata schlugen auch deswegen sofort hoch, weil Castro weitere Ausführungen machte. Dabei brachte er indirekt die Finanznöte der Gaucho-Republik in Zusammenhang mit deren möglichem Abstimmungsverhalten bei der UNO-Menschenrechtskommission in Genf. Dort wird im April wieder über die Menschenrechtssituation auf Kuba beraten.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Argentinien zu den Ländern gehört, die die Lage auf der sozialistischen Karibikinsel verurteilten. In diesem Jahr, so ließ Rodríguez Giavarini vor kurzem durchblicken, werde das nicht anders sein. Castro liegt sicher nicht völlig falsch, wenn er behauptet, dies sei Wohlverhalten für den internationalen 40-Milliardenkredit an Argentinien, der maßgeblich durch die USA vermittelt wurde und das südamerikanische Land vor der Pleite rettete. Doch dies den stolzen Argentiniern praktisch ins Gesicht zu sagen, konnte nicht gut gehen. Außenminister Giavarini kündigte an, seine Regierung werde die zukünftigen Beziehungen zu Kuba "analysieren". Vorgesehene Handelsgespräche sind erst einmal ausgesetzt und die Verhandlungen über Kuba Schulden gegenüber dem argentinischen Staat wurden ebenfalls suspendiert.
Die Einlassung des kubanischen Botschafters Oscar Torres Avalo, Castro habe vor allem das neoliberale Modell in Argentinien kritisiert und Zuhörer aus dem Land hätten sich nicht durch seine Rede angegriffen gefühlt, konnte wenig ausrichten. Nachdem diese Entschuldigung keine Wirkung zeigte schwenkte Torres Avalo am Mittwoch um und beschuldigte Rodríguez Giavarini, einen "Verrat" gegen sein Land anzustiften. Die beabsichtigte Stimmabgabe gegen Kuba in Genf sei "ein neuer Dolchstoß in den Rücken". Eine kubanische Protestnote wies die argentinische Seite brüsk zurück.
Poonal, 8. Februar 2001

Ernährung ist derzeit das größte Problem

Der kubanische Vizepräsident Carlos Lage erklärte, dass das Landwirtschaftsministerium (MINAGRI) einen Plan zur Lösung der Nahrungsdefizite bei der Bevölkerung erarbeiten müsse. Diese Aussage war ein Teil seiner Stellungnahme zum Jahresabschlußbericht 2000 der Agrarproduktion. Es wäre falsch, so Lage, sich durch die Fortschritte des letzten Jahres im Bereich der Landwirtschaft in Sicherheit zu wiegen, da "das Problem der Ernährung immer noch das dringendste ist, mit dem unser Land zu kämpfen hat". Die positiven Ergebnisse seien nur der erste Schritt. Deshalb müsse die Produktion weiter angekurbelt werden. Aufgrund der ungleichen Verteilung erreichten nicht alle Erträge in gleichen Maßen die Bevölkerung, sagte Lage. Er erinnerte an die angespannte Situation des kubanischen Volks zur Zeit der Wirtschaftskrise Anfang der neunziger Jahre. Zu dieser Zeit betrug der durchschnittliche Verzehr von Proteinen 55g pro KubanerIn täglich. Der Vizepräsident sieht die Notwendigkeit, dass die vorhandenen Gelder dort investiert werden, wo die meisten Nahrungsmittel produziert werden. Die besten ErzeugerInnen sollen zusätzliche Unterstützung erhalten. In Zukunft sollen ihm zufolge besonders in den Bereichen, die Devisen einbringen, höhere Erträge erwirtschaftet werden.
Poonal, 30.Januar 2001

Gesetzentwurf der Demokraten zur Aufhebung der US-Blockade gegen Cuba

Unter den Gesetzentwürfen, die bei der neuen Sitzungsperiode des US Kongresses eingereicht wurden, gab es auch folgenden Entwurf über Sanktionen und Reisen nach Cuba. Eingereicht wurde er am 3. Januar 2001 durch den demokratischen Abgeordneten Jose Serrano aus New York. Er wurde weitgehend von den Medien "übersehen". Wie üblich bei Gesetzentwürfen wurde es an die Komitees weitergereicht, hauptsächlich an das Komitee für Internationale Beziehungen doch außerdem an die Ways- and-Means- (Mittel und Wege), Energie und Handel- Justiz-, Finanzdienst-, Regierungsreform- und Landwirtschaftkomitees, und zwar zur Weiterberatung solcher Entwurfsteile die zur Kompetenz des jeweiligen Komitees gehören. Es muss hinzugefügt werden, dass wenn sie nicht extra vom Präsidenten oder maßgeblichen Kongressmitgliedern gefördert werden, die meisten der sehr vielen Gesetzentwürfe schon in den Komitees abgelehnt werden. Es bleiben also berechtigte Zweifel daran, ob dieses Gesetz auch angenommen wird.
EIN GESETZENTWURF UM DAS HANDELSEMBARGO GEGEN CUBA AUFZUHEBEN UND ZU ANDEREN ZWECKEN
Teil 1: Kurze Titel
Dieses Gesetz soll "Cuba-Versöhnungsgesetz" genannt werden.
Teil 2: Aufhebung von Bestimmungen, die den Handel und anderen Beziehungen mit Kuba einschränken
(a) AUTORISIERUNG ZUM EMBARGO:
Teil 620(a) des Auslandshilfegesetz von 1961 (22 U.S.C. 2370(a) wird aufgehoben.
(b) GESETZ ÜBER DEN HANDEL MIT DEM FEIND - Die Autorität, die dem Präsidenten unter dem Gesetz über den Handel mit dem Feind gegeben wurde, und die gegenüber Cuba seit dem 1. Juli 1977ausgeübt wird als Resultat eines nationalen Notfalles, der vor diesem Datum vom Präsidenten erklärt wurde...darf hinsichtlich Cuba nicht ausgeübt werden. Alle Reglements ... in Verbindung mit der Ausübung solcher Autorität sollen aufhören, wirksam zu sein.

Fidel Castro lauschte in Havanna Konzert der Manic Street Preachers

Fidel Castro hat sich das größte Rock-Ereignis in Kuba seit 20 Jahren nicht entgehen lassen: Bei einem Konzert der britischen Rockgruppe Manic Street Preachers in Havanna mischte sich der langjährige Staatschef am Samstagabend (Ortszeit) unter das Publikum. Die Band gab anlässlich der Veröffentlichung ihres sechsten Albums "Know Your Enemy" ein Gratiskonzert im Karl-Marx-Theater in der kubanischen Hauptstadt. Vor fast 5000 Zuhörern und unter einer riesigen kubanischen Flagge sangen die Manic Street Preachers unter anderem ein Lied über den Flüchtlingsjungen Elián, der im vergangenen Jahr einen heftigen Streit zwischen den USA und Kuba ausgelöst hatte. Der Auftritt auf der Insel ist für sie auch "ein Akt der Solidarität", sagten die drei Mitglieder der Band, die als eine der wichtigsten britischen Musikgruppen der vergangenen Jahre gilt und 1997 und 1999 als beste Gruppe mit dem Brit Award ausgezeichnet worden war. Die beiden letzten großen Konzerte in Kuba hatte es 1979 mit Weather Report und Billy Joel gegeben.

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CUBA LIBRE 1-2001