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Note der kubanischen Regierung mit der Stellungnahme zu den jüngsten vom Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Joschka Fischer, verabschiedeten Erklärung über das Vorgehen der kubanischen Behörden in Zusammenhag mit der Inhaftierung von zwei tschechischen Staatsbürgen in Kuba

Als Fortsetzung der im schmählichen Bündnis mit US-Interessen entfalteten Kampagne mit dem Versuch, Kuba zu deskreditieren, hält der tschechische Präsident die kubanische Anklage gegen zwei tschechische Staatsbürger, die bei der Förderung des inneren Umsturzes im Land ertappt wurden, weiter für falsch.

Andere in Europa - aus Unkenntnis oder fehlender Information - haben die in Umlauf gesetzten Unwahrheiten aufgenommen und Erklärungen abgegeben, die aufgrund ihrer inhaltlichen Natur weder vom kubanischem Volk noch von der Regierung der Republik Kuba akzeptiert werden können.

Unter denen befindet sich der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Herr Joschka Fischer, der laut Presseagenturen gesagt hätte, "das Vorgehen der kubanischen Behörden sei völlig inakzeptabel".

Wir sind der Meinung, daß der geschätzte deutsche Minister mit seinen Aussagen bewiesen hat, daß er die Hintergrundelemente und -umstände, die zur Festnahme der genannten Staatsbürger der tschechischen Republik geführt haben, sowie die Behandlung des Vorfalls seitens der kubanischen Behörden, verkennt.

Wir möchten lieber denken, daß sich der Minister Fischer dessen nicht entsinnt, daß seit Ende 1989 die tschechische Regierung nicht nur eine feindseelige Politik gegenüber Kuba geführt hat und daß ihre Botschaft in Havanna in einem schmählichem Bündnis mit nordamerikanischen Diplomaten zur Anstiftung zahlreicher Vorfälle gedient hat, sondern auch, daß tschechische Diplomaten und andere Personen dieser Nationalität hochwarscheinlich als Verbindungsstück zwischen der terroristischen kubanisch-amerikanischen Mafia in Miami und den konterrevolutionären Scharen in Kuba gehandelt haben. Gleichzeitig haben sie in Koordination mit der Interessenvertretung der USA in Kuba zur Organisierung, Finanzierung und Entfaltung der Aktivitäten solcher Gruppen bei Aktionen im Sinne der Destabilisierung und des Umsturzes beigetragen.

Der Herr Minister Fischer soll verstehen, daß Kuba ein souveränes Land mit eigener Rechtsprechung ist, das keine straflose Verletzung derselben duldet und die volle Fähigkeit, das Recht und die Gewalt darüber hat, um diejenigen, die sich in ihrem Territorium strafbar gemacht haben, vor Gericht zu stellen.

Die in Frage kommenden tschechischen Staatsbürger haben aufgrund ihrer Handlungen Taten begangen, die die Unabhängigkeit des kubanischen Staates schmählern und gegen die Gesellschaftsordnung verstoßen, also im Lichte der geltenden Gesetzgebung der Republik Kuba strafbare Handlungen begangen haben.

Darüber hinaus haben sie ihre Eigenschaft als Touristen, aufgrund der ihnen die freie Einreise nach Kuba gewährt wurde, verletzt, um sich der schamlosen umstürzlerischen Aktivität im Sinne der Interessen einer ausländischen Macht hinzugeben, d.h ganz unterschiedliche Aktivitäten als die, welche die ca. zwei Millionen tatsächlichen uns besuchenden Touristen - die Hälfte davon aus dem europäischen Kontinent - frei und spontan realisieren.

Die Herren Pilip und Bubenik kamen nach Kuba im Dienste und Auftrag des Freedom House, ein bekanntes Instrument der USA in ihrer subversiven Politik gegen unser Land, um konterrevolutionäre Elemente zu kontaktieren, ihnen Anweisungen und Mittel zu geben. Zu diesem Zweck reisten sie zunächst in die Vereinigten Staaten und besuchten Newark, New York und Miami, also bestritten eine ähnliche Strecke, wie vorherige Kurriere dieser Organisation auch gemacht haben.

Man hat ebenfalls das Argument aufgegriffen, daß der Herr Pilip ein Abgeordneter des tschechischen Parlamentes sei. Er ist jedoch nicht in dieser Eigenschaft nach Kuba gereist, sondern als Tourist. Demzufolge steht ihm nach dem Völkerrecht gar keine Immunität zu, denn er ist weder als diplomatischer Vertreter noch als Mitglied einer Sondermission einzustufen, wofür er außerdem, nach Internationalem Recht, ebenfalls das Einvernehmen des kubanischen Staates hätte haben sollen. Aber das ist nicht der Fall. Dies bezüglich habe Herr Fischer auch nicht die adäquate Information erhalten.

Die Revolutionäre Regierung hat in ihrer Geschichte - neben der prinzipiellen Einstellung zur Verteidigung der Souveranität und nationalen Unabhängigkeit - offenkundige Beweise von Flexibilität beim Herangehen an komplizierten Fällen und vor allem von Ethik und tadelloser Führung gegenüber ihrer Gegnern gezeigt, die nicht in Abrede gestellt werden können.

Die Inhaftierten befinden sich weder allein noch isoliert. Sie hatten bereits mehrere konsularische Kontakte. Und am heutigen Tag, den 20. Januar, findet noch ein Kontakt statt.

Darüber hinaus hat sich die tschechische Rotkreuzorganisation gegenüber dem kubanischen Rotkreuz für die Gesundheit der Inhaftierten interessiert. Das kubanische Rotkreuz hat auf ihre Fragen positiv reagiert. Zusätzlich hat die kubanische Regierung das Visum für die Familienangehörigen der Inhaftierten erteilt, damit diese nach Kuba einreisen können.

Die Nationalversammlung der Volksmacht Kubas hat das Ersuchen des tschechischen Parlamentes nach Entsendung einer Delegation nach Kuba ebenfalls bewilligt und es wird nur darauf gewartet, daß der Zeitpunkt des Besuches festgelegt wird.

Der wahre Grund für das, was mit dem Vorfall geschehen ist, ist nämlich, daß Kuba im Sinne der eigenen Selbstachtung keine Aktionen akzeptieren kann, die seine Souveranität unterminieren bzw. seine Gesetzgebung verletzen und gegen seine Integrität und Unabhängigkeit gerichtet sind.

Man muß sich darüber im Klaren sein, daß jeder, der gegen unsere Gesetze verstößt, sich vor unserer Rechtsprechung für die begangene Tat verantworten muß. Es darf sich keiner der Illusion hingeben, daß Kuba eingeschüchtert werden kann.

Das kubanische Volk, das eine 42-jährige Konfrontation mit der Regierung der USA ausgehalten hat, hat es verstanden, den Respekt und die Bewunderung der Welt für seinen Kampf, seine Standhaftigkeit, seine Prinzipien und seine Würde für sich zu gewinen. Es wird keine Einmischung und keinen Druck irgendwelcher Art, kämen sie woher auch immer, dulden.

Die 4 Jahrzehnte währende Blockade hat eine ganze Nation von Lebensmitteln und Medikamenten isoliert - eine Aktion, die als Kriegsverbrechen und Völkermord von dem Vertragswerk von 1948 und 1949 verurteilt wird, welches sowohl von Kuba als auch von den Vereinigten Staaten und sämtlichen europäischen Staaten unterzeichnet wurde - auch dies hat es nicht geschafft, Kuba in die Knie zu zwingen.

Wir hätten es gerne, wenn der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland mehr Information über dieses und andere grauenhaften Verbrechen gegen Kuba suchen würde und sich mit der entsprechenden Entschiedenheit gegen solche Aktionen ausspricht.

Die Erklärungen des Präsidenten der Tschechischen Republik seinerseits verdienen nicht mal für voll genommen zu werden, wenn diese nicht eine Beleidigung für das kubanische Volk sein sollen.

Genau mit der Machtübernahme von Herrn Havel in der Tschechischen Republik wird das genannte Land zu einem gehorsamen Instrument des nordamerikanischen Imperialismus in dessen Vendetta gegen Kuba, sowohl indem es den inneren Umsturz in unserem Land anstiftet, als auch mit der Hemmungslosigkeit, im Auftrag Washingtons bei der Menschenrechtskommission der UNO aufzutreten, um antikubanische Resolutionen zwei Jahre hintereinander einzureichen. Die Aktionen der tschechischen Diplomatie in vielen Teilen der Welt auf der Suche nach Mitläufern für diesen schamlosen Zweck ist gut bekannt.

Es mögen der Herr Havel und alle andere Kubaverleumder die Gewissheit haben, daß wir uns entschieden verteidigen, so wie wir es während dieser 42 Jahren gemacht haben, und zwar gegenüber der größten und agressivsten imperialistischen Macht, die es je gegeben hat.