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Die wahren Hintergründe über Guillermo Fariñas und seinen letzten Auftritt in den Medien


Da weltweit in den Medien der Eindruck vermittelt wurde, der "Sacharow Preisträger" Guillermo Fariñas sei von den cubanischen Behörden verfolgt worden, sehen wir uns zu einer Richtigstellung gezwungen.

Guillermo Fariñas besetzt ein Gesundheitszentrum, um verhaftet zu werden.


Polizeiliche Gewalt gegen soziale Bewegungen ist leider alltäglich auf der Welt. Tränengaseinsatz gegen Lehrer in Honduras, Einsatz mit Gas und Gummigeschossen gegen Studenten in Puerto Rico, Stuttgart 21 – all diese Vorfälle haben es nie zu Nachrichten von internationalem Interesse geschafft.
Ein nichtiges Ereignis in Cuba jedoch, bei dem der bekannte "Dissident" Guillermo Fariñas eine tragende Rolle spielte, fand sich in jeder europäischen Zeitung wieder; natürlich, wie meistens, wenn es um Cuba geht, verfälscht.

Was war geschehen?

Die Medien berichteten, dass Guillermo Fariñas in Santa Clara festgenommen worden sei, als er sich an einem Protest gegen die Zwangsräumung einer Familie beteiligt habe.
Dummerweise wurde dabei eine Kleinigkeit vergessen: Besagte Familie hatte eine Arztpraxis besetzt, in der eine Ärztin die Bewohner des Viertels El Condado in Santa Clara versorgt. Keiner der Pressevertreter hat sich die Mühe gemacht, mit der Ärztin Dr. Maria Antonia Izqierdo zu sprechen, die versuchte, mit besagter Familie ins Gespräch zu kommen. Vertreter der Gesundheitsbehörde versuchten die Familie dazu bewegen, sich von dem Ort zu entfernen, da dieser zur ärztlichen Versorgung der Bevölkerung benötigt werde. Der Ort wird von der Gemeinde verwaltet, die auch im Besitz des Schlüssels ist. Die Ärzte sagten der Familie, dass sie keine Anzeige erstatten würden. Sie sollten einfach nur weggehen und ihren Fall den staatlichen Behörden vortragen.

Nun gibt es sicherlich ein Wohnungsproblem in Cuba, aber dieses kann man nicht lösen, in dem man ein Gesundheitszentrum der Gemeinde in eine Privatwohnung verwandelt. Sicherlich ist das Problem aber in einem Gespräch zu lösen.
Diese Besetzung aber war das gefundene Fressen für einen Auftritt von Fariñas, der Bloggerin Yani Sánchez und Korrespondenten von diversen internationalen Medien, die sich vorher verabredet hatten.

Die Ärztin erzählte: "In diesem Augenblick kam ein groß gewachsener Mann auf uns zu, unterbrach uns und sagte: >Sie haben nichts zu sagen, weil ich der Herr dieser Situation hier bin, ich bin Guillermo Fariñas.< Wir wussten nicht, wer der Mann war, wir wussten nichts von seiner Verbindung mit dieser Familie, etwa, ob sie miteinander verwandt waren. Wir sind hinausgegangen, die Treppen hinunter, um ins Auto zu steigen. Dann kam der besagte Mann, baute sich vor dem Wagen auf, stieg auf die Kühlerhaube des Wagens. Er sagte: >Ich möchte, dass man mich verhaftet.< Sehen Sie, haben wir gesagt, wir sind keine Polizisten, wir sind Ärzte."

Offensichtlich war Guillermo Fariñas von Anfang an darauf aus, verhaftet zu werden und die Besetzung des medizinischen Zentrums war nur das Mittel zum Zweck.

Innerhalb von Minuten hatten sich etwa 200 Bewohner des Viertels El Condado um Fariñas versammelt. Natürlich interessierte sich keiner der ausländischen Pressevertreter für die Meinung der Doktorin oder der Umstehenden. Um größeres Übel zu verhindern, kam nun die Polizei, trennte Fariñas von der Menge, brachte ihn zum Kommissariat und ließ ihn nach ein paar Stunden wieder frei.
Kurioserweise haben dieselben Medien, die es als völlig normal ansehen, wenn man ein ärztliches Behandlungszentrum besetzt, keinerlei Probleme damit, wenn besetztes Eigentum von Spekulanten gewaltsam von der Polizei geräumt wird.

Fariñas sagte aus, dass er von der Polizei korrekt behandelt wurde, obwohl er dazu eine Erklärung abgab, die jeden Kommentar erübrigt: "Sie wollten mir nichts tun, damit ich nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, weil das dazu führen könnte, dass ich den Friedensnobelpreis bekomme."
Und er fügte hinzu:"Das alles passiert, weil die Regierung Angst hat, dass es zu einem sozialen Aufruhr kommt und dass wir in der Lage sind, diesen zu kanalisieren."

Man braucht sich aber nur diese und ähnliche Zusammenkünfte der sogenannten cubanischen "Dissidenz" anzusehen, bei denen es immer mehr ausländische Berichterstatter als Demonstranten gibt, um zu verstehen, wie die cubanische Regierung aus Angst vor einem sozialen Aufruhr zittern muss.

Die Show von Fariñas konnte von vorneherein mit der Teilnahme der berühmten Bloggerin Yoani Sánchez rechnen, die damit beauftragt ist, den Vorfall via Internet und die internationalen Medien zu verbreitern und zu verbreiten.
Dort ging sie so weit, die Situation in Ägypten mit der in Cuba zu vergleichen.

Allerdings hat sie nicht erwähnt, dass keine der mehr als hundert Menschen, die von der ägyptischen Polizei ermordet wurden, jemals – wie sie – das Privileg hatten, innerhalb von 3 Jahren 250.000 Dollar von den großen Kommunikationsmedien und internationalen politischen Stiftungen zu bekommen – die von der US-Regierung erhaltenen Summen nicht mitgerechnet.
Innerhalb kurzer Zeit solidarisierten sich andere Akteure der Medienmacht mit Fariñas: Die Interamerikanische Pressegesellschaft mit Sitz in Miami und Reporter ohne Grenzen.

Último show mediático de Guillermo Fariñas:
ocupa un centro de salud para ser detenido
cubainformacion.tv


05.02.2011, Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V.