Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V.


FG BRD-Kuba

Home

Terminkalender

CUBA LIBRE

Cuba kompakt

Projekte

Reisen

Regionalgruppen

Shop

Texte/Dokumente

Aus der FG

Galerien

Links

Downloads

Impressum

Spenden

Mitglied werden


Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba bei Facebook


Netzwerk Kuba
Komitee Basta Ya
junge Welt
Soliarenas
amerika21.de
Berliner Büro Buchmesse Havanna

Nach dem Putsch in Honduras:
Welche Chancen bleiben der Demokratiebewegung?

Diskussionsveranstaltung mit Referent/innen aus Honduras

Bertha Oliva
Gründerin und Leiterin der unabhängigen honduranischen Menschenrechtsorganisation COFADEH

Jesús Garza
Technischer Koordinator von CHAAC, einer zivilgesellschaftlichen Aktionsgruppe gegen die Freihandelsabkommen mit den USA und Europa

Donnerstag, den 4. März 2010, 19:30 Uhr
EineWeltHaus München - Raum 211/212, Schwanthaler Str. 80


Massive Verletzungen der Menschenrechte bei der Unterdrückung der Demokratiebewegung waren die Folge des Putsches gegen die Regierung Zelaya vom 28. Juni 2009. Ein Putsch, der sich trotz formaler internationaler Verurteilung durchsetzen konnte und jetzt, nach der Regierungsübernahme durch Porfirio Lobo Sosa, eine nationale und internationale Legitimierung anstrebt. Die zivilgesellschaftliche Opposition dagegen hält an ihrer Forderung nach einer grundlegenden Verfassungsreform fest.

Die Industrieländer sind daran interessiert, die bisherige Isolierung Honduras’ aufzugeben, um beispielsweise die seit dem Putsch auf Eis gelegten Verhandlungen über Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika wieder aufnehmen zu können. Lobos Proklamationen einer Politik der vermeintlichen "nationalen Versöhnung" passen hierbei gut ins Konzept. Für den im März in Spanien stattfindenden EU-Lateinamerika-Gipfel werden entsprechende Entscheidungen erwartet. Lobo ist dazu eingeladen.

Die Verfolgung der Menschenrechtsverletzungen seit dem Putsch gehört nicht zur Agenda der neuen Regierung. Noch kurz vor seinem Abgang wurde Putsch-Präsident Roberto Micheletti zum Abgeordneten auf Lebenszeit ernannt, um ihn so vor Strafverfolgung zu schützen. Auch erste Untersuchungen gegen die am Putsch beteiligten Obersten Militärs wurden wieder eingestellt. Die Verantwortlichen sollen straffrei davon kommen und parallel werden auch unter der Regierung Lobo Mitglieder der Demokratiebewegung und die Menschenrechtsaktivist/innen weiter zum Ziel von Einschüchterung und Gewalt bis hin zu gezielten Morden.

Die beiden Gäste aus Honduras werden uns über die aktuellen Entwicklungen im Land berichten. Wir wollen darüber debattieren, welche Möglichkeiten wir in Deutschland haben, die sozialen Bewegungen in Honduras aktuell zu unterstützen und die umfassende Aufklärung und strafrechtliche Verfolgung der Menschenrechtsverletzungen zu veranlassen.

Zu den Referenten:

Bertha Oliva de Nativí ist eine honduranische Menschenrechtsverteidigerin. Sie ist Koordinatorin bei der "Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras" (COFADEH).
Die zentrale Aufgabe der COFADEH ist der Kampf gegen die Straflosigkeit und eine Wiederbelebung der kollektiven Erinnerung an das "Verschwindenlassen". Jeden Monat treffen sich die Mitglieder der Organisation vor dem nationalen Kongressgebäude und fordern ein Ende zur Straflosigkeit und mehr Gerechtigkeit für die "Verschwundenen". COFADEH setzt sich auch für Opfer von schweren Menschenrechtsverletzungen ein; Die Organisation untersucht und dokumentiert Fälle, fördert Menschenrechtsbildung, und arbeitet zusammen mit anderen Organisationen in diesem Feld. COFADEH hat beträchtlich zur Demilitarisierung und Demokratisierung von Honduras beigetragen. Die Bedeutung ihrer Arbeit hat seit dem Militärputsch im Juni 2009 drastisch zugenommen; COFADEH hat seitdem Tausende von Menschenrechtsverletzungen durch das illegale Regime dokumentiert.

Jesús Garza ist ein Menschenrechtsaktivist in Honduras. Er arbeitet als technischer Koordinator der honduranischen Koalition der Bürgeraktion, CHAAC (Coalición Hondureña de Acción Ciudadana). Er ist auch aktiv in der Widerstandsfront gegen den Militärputsch in Honduras (Frente Nacional contra el Golpe de Estado en Honduras). Zuvor war er mehrere Jahre Generalsekretär der honduranischen FIAN-Sektion, zwischen 2004 und 2008 Mitglied im Vorstand der internationalen der Menschenrechtsorganisation FIAN (Food First Information and Action Network).

CHAAC ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, das sich durch Koordinierung und Dialog für wirtschaftliche Solidarität einsetzt. Das soziale Netzwerk schlägt wirtschaftliche, politische und soziale Alternativen vor und hat in den vergangenen Jahren intensiv zu den Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen zwischen Zentralamerika und der Europäischen Union gearbeitet.

Die Widerstandsfront gegen den Militärputsch in Honduras ist eine breite Koalition von honduranischen Organisationen, politischen Parteien und sozialen Bewegungen, die durch Methoden des zivilen Ungehorsams die Demokratie in Honduras wiederherstellen wollen.

Aufrufende Organisationen:
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba München/Südbayern, Venezuela Avanza München, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit, FIAN München, Kurt-Eisner-Verein/Rosa-Luxemburg-Stiftung