Ein Plädoyer für die Zukunft

KUBA - Die lebendige Revolution
»Solange ich schreiben kann, werde ich mich für dieses wunderbare Land einsetzen«. Dies sagte Heinz Langer, als er zum Abschluss der Podiumsdiskussion beim UZ-Pressefest am 22.06.07 in der Casa Cuba auf Bitte eines Podiumsteilnehmers sein neues Buch (1) vorstellte. Damit legt der Autor und langjährige DDR-Botschafter auf Cuba binnen Jahresfrist seine zweite Studie über die größte Antilleninsel vor. (2)

Der ausgewiesene Lateinamerika-Spezialist beginnt seine Publikation überraschenderweise mit einem Kapitel, das eigentlich erst zum Abschluss erwartet wird: In seiner Einleitung »Die kubanische Perspektive« lässt er keinen Zweifel an seiner eigenen Position, distanziert sich als gelernter DDR-Bürger sowohl von den fruchtlosen Versuchen, die cubanische Entwicklung mit der in den zerstörten sozialistischen Ländern Osteuropas gleichzusetzen als auch von modischen Kritiken aus der »vermeintlich linken Szenerie«. (3) Sein unzweideutiges Bekenntnis zum sozialistischen Cuba trübt jedoch an keiner Stelle die rationalen Beobachtungen und realistischen Einschätzungen.

Er belässt es keinesfalls bei der Aufstellung von Behauptungen, sondern belegt diese akribisch mit einem wahren Feuerwerk von Zahlen, Daten und Fakten. So belegt er bspw. anhand der Geschichte Cubas, dass »die nationale Befreiungsrevolution faktisch mit dem ersten Unabhängigkeitskrieg 1868 bis 1878 begann« (4) und ihre Wurzeln darüber hinaus vor allem »im gleichzeitigen Kampf gegen die Sklaverei, gegen Kolonialismus und für nationale Selbstverwirklichung hat. Das macht den einzigartigen Charakter der kubanischen Revolution in der Weltgeschichte aus« (5) und diese Werte bleiben als Konstanten von der Vertreibung der spanischen Conquista, den Sturz der Batista-Tyrranei und dem Rauswurf der Yankees bis zum heutigen Kampf gegen alle Versuche der »Rückführung« des sozialistischen Cuba zum Kapitalismus. Denn, dass es um diesen grundsätzlichen Klassenkampf geht, daran hegt Langer keinen Zweifel. In den Augen der USA war Cuba nicht nur aus geostrategischer Sicht immer bedeutsam, wie bspw. anhand der Monroe-Doktrin belegt wird. (6) Es waren und sind vor allem auch pure ökonomische Interessen der US-Imperialisten, deren Besitztümer auf Cuba im Jahre 1958 detailliert und mit Prozentangaben aufgezählt werden: Von den Bergwerken und dem Grundbesitz, der Zuckerwirtschaft und landwirtschaftlichen Nutzfläche bis hin zum Eisenbahnnetz, der Handelsflotte und den Erdölraffinerien - überall war die Kontrolle von US-Konzernen gegeben.

So hatte der Kampf und Sieg der Rebellenarmee unter Führung von Fidel am 1. Januar 1959, auf deren Einbindung in die sozialen und politischen Massenkämpfe hingewiesen wird (7), auch von Beginn an antikapitalistischen Charakter. Dies wiederum hatte, quasi naturgemäß, einen erbitterten Kampf der USA (und später auch der EU) gegen Cuba zur Folge, einen, wie Langer schreibt, »nicht erklärten Krieg der USA gegen Kuba in bis dahin unbekannten Dimensionen (…) durch die Anwendung einer brutalen Politik von Feindseligkeiten, Aggressionen und Terror aller Art, die gegen alle Normen des Völkerrechts verstößt (…), die das Ziel hat, die kubanische Revolution zu zerstören, das Land zurückzuerobern und die neokoloniale Herrschaft wiederzuerrichten.« (8) Die angewandten Mittel werden u.a. in den Kapiteln »Das skandalöse Helms-Burton-Gesetz« (9), »Bushs Bemühungen um die Konterrevolution« (10), »Bush-Plan I (2004)« (11), »Bush-Plan II (2006)« (12) und »Die EU als Wasserträger der USA« (13) ebenso fakten- wie kenntnisreich geschildert.

Doch Cuba widerstand, auch mit aktiver Unterstützung des sozialistischen Lagers, zunächst 30 Jahre lang. Als diese 1989 auf einen Schlag ausblieb, wähnten sich die Kalten Krieger auch bezüglich Cubas am Ziel ihrer Träume. Doch hier irrten sich - wieder einmal - nicht nur diese, sondern auch manch linke Zauderer. Der Autor verweist auf die Rede Fidel Castros vom 26. Juli 1988, in der dieser noch weit vor der Zerstörung der sozialistischen Länder Europas die sehr authentischen Bedingungen der cubanischen Revolution nachwies und entsprechend eigene Lösungen im Rahmen der vom 3. Parteitat der PCC (1986) begonnene rectificación (Kampagne zur Berichtigung von Fehlern) forderte. (14) Langer führt gerade diese Rede Fidels als Beispiel gegen jene »linken Kritiker« an, die behaupten, dass Cuba nur unter Verzicht auf seine explizit sozialistische Ausrichtung überleben könne. Verwiesen wird auf Fidels programmatische Rede vom 17. November 2005 in der Uni von Havanna, in der dieser dargelegt hatte, dass die cubanische Revolution durch eigene Fehler zerstört werden könne. Damals hatten diese Einschätzung des subjektiven Faktors einige westliche Intellektuelle (namentlich wird der in Mexico lehrende deutsche Soziologieprofesser Heinz Dieterich Steffan, der dann allerdings im Index leider nicht mehr auftaucht, erwähnt) und auch Teile der Cuba- Solidaritätsbewegung als »Sinnes- oder gar Epochenwandel interpretiert«. Heinz Langer beweist an mehreren Stellen seines Buches die Unhaltbarkeit dieser Position. (15)

Die eigenständige und, wie im Titel angekündigt, dynamische Entwicklung Cubas wird in mehreren Kapiteln detailliert und mit belastbarem Zahlenwerk beschrieben. Allen, die Cuba hier und andernorts »mangelnde Demokratie« vorwerfen, begegnet Langer im Abschnitt »Sozialistische Demokratie in Kuba« (16) mit der verblüffend einleuchtenden Feststellung, dass die »Existenz wahrhaft demokratischer Verhältnisse überhaupt nicht von dem Bestehen mehrerer politischer Parteien abhängig ist (…) Politische Parteien sind Institutionen, die mehr oder weniger im 19. Jahrhundert entstanden. Die Demokratie aber als Idee gibt es schon mehr als zweitausend Jahre.« (17) Am Beispiel des basisdemokratisch orientierten cubanischen Demokratie- und Wahlsystems wird nachgewiesen, wie fortschrittlich dieses auch bspw. gegenüber der hiesigen »repräsentativen Demokratie« ist. Ein Punkt, den wir als Cubafreunde immer noch meist viel zu defensiv angehen.

Der Autor skizziert die Lage Cubas zum Zeitpunkt des Wegfalls der sozialistischen Außenhandelspartner (85 %) nicht nur aus diesem einen Blickwinkel. Vielmehr beschreibt er ohne Scheuklappen, dass bereits vor 1989 entstandene Widersprüche, die vor allem »in der konkreten halbkolonialen Struktur des Entwicklungslandes Kuba« begründet waren, zu einer Lösung drängten und benennt vor allem die extensive Produktionsweise und daraus folgende sinkende Effizienz, einseitige Konzentration der Außenmärkte auf die anderen sozialistischen Länder und die dadurch bedingte hemmende Wirkung auf die eigene Volkswirtschaft, jahrhundertealte Abhängigkeit von der Monokultur Zucker. Zu einer »enormen Zuspitzung« kam es, hierzulande kaum registriert, schon 1986, als unter Gorbatschow bspw. der Zuckerpreis einseitig um 10,9% reduziert wurde. (18)

Dem stellte der bereits erwähnte III. Parteitag der PCC sein »sehr mutiges Programm ur Wirtschaftspolitik mit Namen "zur Korrektur voluntaristischen und uneffektiven Wirtschaftens"« entgegen, wobei die Grundvoraussetzungen zweifellos sozialistischen Charakter besaßen: Unterordnung der ökonomischen Mechanismen unter das Ziel des Aufbaus des Sozialismus; Entwicklung des Bewusstseins der Arbeiter als kollektive Produzenten und Eigentümer der Produktionsmittel, dem das Handeln der Verwaltung und der gesamten Leitung unterzuordnen ist; Aufgabe der Partei, die Menschen zur Realisierung der Aufgaben zu befähigen. (19) Den sehr detaillierten Beschreibungen des Überlebenskampfes der cubanischen Revolution ab 1989/90 stellt der Autor zwei zentrale Gründe des Erfolges dieser Bemühungen voran:

»In dieser für die Revolution entscheidenden Situation, in der Kuba völlig auf sich allein gestellt war, bewährte sich erneut die feste Einheit der kubanischen Gesellschaft, was wiederholt in der Geschichte bis hin zur Gegenwart ein typisches Merkmal für die Dynamik der sozialistischen Gesellschaftsordnung und ein Ergebnis der volksverbundenen Politik der kubanischen Führung ist (…) muss erwähnt werden, dass die Nähe der Führung der Revolution zum Volk eine der größten Stärken der revolutionären Entwicklung in Kuba und auch überzeugender Ausdruck der Demokratie ist.« (20)

Geschildert werden nunmehr ungeschminkt das Lebensmittelprogramm als Kernstück des Notstandsprogramms, die Dritte Agrarreform (21), die Konkretisierung der periódo especial en tiempos de paz (Spezialperiode in Friedenszeiten) durch den IV. Parteitag im Oktober 1991 (22) und die darauf fußende leichte ökonomische Erholung in Landwirtschaft und Industrie mit durchaus widersprüchlichen Tendenzen (23), die Anstrengungen in der Bauindustrie und dem Transportwesen (24), der strategischen Neubestimmung in der Zuckerwirtschaft (25), den Impulsen im Nickel- und Kobaltsektor (26), in der für das Überleben Cubas besonders wichtigen Energiewirtschaft (27), der Gesundung der Staatsfinanzen und planmäßigen Neuorganisation der Finanzwirtschaft und Haushaltspolitik unter sozialistischem Vorzeichen (28), der Entwicklung des Tourismus (29), der Außen- und Binnenwirtschaft (30). Bei all diesen Schilderungen erweist sich der Autor weder als blasser Apologet noch als Kritikaster der »cubanischen Verhältnisse« und bietet auch keine »einfachen Antworten« an. Vielmehr wird, vor allem am Beispiel der Energieprobleme im Jahre 2003 (31) dokumentiert, wie komplex und vielschichtig im realen Leben Ursachen und Wirkungen daherkommen (32).

Im Kapitel »Festigung und Ausbau der Errungenschaften der Revolution« (33) stehen - gemäß der Schwerpunktsetzung der cubanischen Revolution - die Volksbildung und das Gesundheitswesen an erster Stelle. Aus der Fülle der Fakten sei ein Beispiel herausgehoben: »In der Hauptstadt [Havanna,hwh] wurde bereits das in der Welt einmalige Ziel erfüllt, eine Klassenfrequenz von nur 20 Schülern zu haben.« (34) Die mannigfachen Erfolge des cubanischen Gesundheitswesens sind - auch im internationalen Vergleich - beispielhaft und könnten bequem ein Sonderheft der Marxistischen Blätter füllen. Die von Heinz Langer zusammengetragenen Daten, Fakten, aber auch Probleme und Lösungswege eignen sich als Nachschlagewerk und Argumentationshilfe.

Er beweist darüber hinaus am Beispiel Cuba, dass - entgegen der landläufigen Meinung, dass die Entwicklung der Wissenschaft ausschließlich in den Metropolen stattfinde - die Insel auch auf diesem Sektor Bahnbrechendes leistet. (35) Trotz gewichtigem Zahlenmaterial werden die Themen »Kultur, Kunst, Sport« (36) auf zwei Seiten leider nur gestreift, hat doch das revolutionäre Cuba auch auf diesen Überbau-Sektoren trotz Blockade und anderer, stetiger Behinderungen Außerordentliches geleistet. Es wäre sicherlich interessant, in einer möglichen 2. Auflage auch hierzu umfangreichere Informationen einfließen zu lassen.

Die aktuelle ökonomische Lage zusammenfassend konstatiert Langer: »Die Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre, besonders seit 2004, stimmt insgesamt optimistisch. Es wird deutlicher, dass die strukturellen Missbildungen in der Wirtschaft, die aus Unterentwicklung und einseitiger Abhängigkeit entstanden waren und in den Jahren der Sonderperiode noch potenziert wurden, schrittweise beseitigt werden und eine solide Basis geschaffen wird, die Vervollkommnung der sozialistischen Ziele strategisch möglich macht (…) Es hat sich gezeigt, dass sich eine Volkswirtschaft auch trotz gewaltiger Ausgaben für Sozialprogramme gut entwickeln kann.« (37) Diese Tatsache sollten wir den hiesigen Hartz IV- und Rentenkürzungspolitikern immer wieder um die Ohren hauen.

Angemessen differenziert werden die »bescheidenen Verbesserungen in der Lebenslage der Bevölkerung des Entwicklungslandes Cuba« geschildert. Die erfolgte Erhöhung der Bezüge der Werktätigen werden in den gesamtstaatlichen Kontext gestellt und auch die »außerordentlich ernste Problematik (…) der weiteren Existenz zweier Währungen« wird benannt: »Sie ist eine Hauptquelle für soziale Ungleichheit, Schmarotzertum, unredliche Bereicherung und Korruption mit all seinen politisch-ideologischen Folgen. Nicht die Mangelwirtschaft ist es, die der Führung des Landes die Durchsetzung der sozialistischen Prinzipien von Gerechtigkeit so erschwert, sondern die noch weit verbreitete Möglichkeit zur Bereicherung außerhalb eines ordentlichen Arbeitsprozesses.« (38) Zugleich werden die 2002 ins Leben gerufenen, besonderen Programme zur Integration Jugendlicher in den Arbeits- und Lernprozess geschildert und resümiert: »Mit dieser großartigen Politik und dem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum wurde es möglich, dass die Arbeitslosigkeit, eines der gravierenden Probleme der Menschheit, in Kuba von über 8% im Jahre 1993 auf 4,1% 2001, auf 3,3% 2002 und seit 2005 auf 1,9% verringert werden konnte, was faktisch einer Vollbeschäftigung gleichkommt.« (39)

Angesichts der Massenarbeitslosigkeit- auch unter der Jugend - hierzulande wäre vielleicht mal ein Hilferuf zur Entsendung cubanischer Entwicklungshelfer in die BRD vonnöten. Diese könnten z.B. über die in der cubanischen Gesetzgebung festgelegten »Hauptlinien der Sozialpolitik« informieren:
- Die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung,
- die ständige Verbesserung der Lebensqualität,
- die Schaffung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft,
- die Sicherung einer Grundernährung,
- die Durchsetzung der Garantie auf Bildung und Gesundheit für alle,
- die soziale Sicherheit für Rentner und sozial Schwache,
- die Garantie des Rechtes auf Beschäftigung,
- die Sicherung des Rechtes auf Erholung für alle Werktätigen,
- die Garantie für den Erhalt einer menschenwürdigen und bequemen Wohnung.« (40)

Die sozialistische Außenpolitik Cubas ist mittlerweile ebenso legendär wie die genannten sozialen Errungenschaften. Der Autor benennt sie als »Kampf für Gerechtigkeit und Würde« (41), schildert sie als erfolgreich und ebenso flexibel wie prinzipienfest. Bewertet werden die Beziehungen zu einzelnen Staaten, Ländergruppen und der UNO, wobei selbstverständlich die regionale Integration und die besonderen Beziehungen zu Venezuela und anderen befreundeten Ländern und die damit einhergehenden ökonomischen Vorteile eine herausragende Rolle spielen. Die o.g. Prinzipienfestigkeit spielt nicht zuletzt gegenüber der unwürdigen Haltung der EU, die bis in die jüngste Zeit geschildert wird, eine Rolle.

Das vorletzte Kapitel widmet der Autor dem »Ideologische Kampf: "Batalla de las Ideas"« (42). Dieser Kampf oder, wie der Begriff in diesem Zusammenhang von cubanischer Seite übersetzt wird, diese »Schlacht der Ideen« bezieht sich auf ein breites Spektrum von Aufgaben. Langer datiert ihren Ausgangspunkt auf das V. Plenum der PCC im März 1996. Gemeint sind damit vor allem das Zurückdrängen der Einmischung sog. »Nichtregierungsorganisationen« im eindeutigen Auftrag ausländischer Regierungen, aber auch der Kampf gegen die bereits erfolgten ideologischen Auswirkungen der periódo especial, »Erscheinungen der persönlichen Bereicherung, der Korruption, der Steuerhinterziehung, des illegalen Handels, der Prostitution und der Jugendkriminalität.« (43) Diese Schlacht wir auf allen Ebenen geführt, in den Medien, den Verwaltungen, Betrieben, Schulen und Universitäten, wobei ganz bewusst - und exemplarisch für die cubanische Revolution - vor allem die Jugend und Studierenden an die Spitze dieser Auseinandersetzung berufen wurde: »Die zunehmend kritische Analyse der Entwicklung des Sozialismus ist ein langer, sich ständig wiederholender Prozess, der von Anfang der Revolution an charakteristisch für die Tätigkeit der kubanischen Partei ist. Das war zu beobachten in der "Ersten Deklaration von Havanna" 1961 und entwickelte sich besonders rege in den Diskussionen zum Korrekturprozess in den 80er Jahren.« (44) Entsprechend optimistisch schließt sich für Heinz Langer im Abschlusskapitel »Perspektiven Kubas und Lateinamerikas« (45) der Kreis zu seinen Eingangsbemerkungen. Die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung und Perspektiven werden als stabil eingeschätzt, was jedoch auch »zweifellos den Widerstand der imperialistischen Monopole tendenziell ansteigend verschärfen« (46) werde. Langer verweist beispielhaft auf die vor 9 Jahren ungerechtfertigt in den USA zu Höchststrafen verurteilten und seither dort inhaftierten antiterroristischen Kämpfer, die Miami 5, während zugleich der blutigste Terrorist der Hemisphere, Posada Carilles, im April 2007 aus der U-Haft entlassen wurde, wo er wegen eines Bagatelldeliktes einsaß. Es wird auf anhaltende anticubanische Umtriebe seitens der USA und der EU verwiesen und prognostiziert: »Diese gemeinsamen Aktionen und die zunehmenden Aktivitäten der Europäischen Gemeinschaft gegen Kuba und die voranschreitende antikapitalistische Entwicklung in Lateinamerika lassen weitere heftige Auseinandersetzungen in der Zukunft erahnen.« (47)

Das rundum empfehlenswerte Buch verfügt über einen ausführlichen Quellenanhang, zwei Cuba-Übersichtskarten (geografisch und politisch-administrativ) sowie ein kombiniertes Stichwort- und Namensregister. Es stellt eine umfassende und faktenreiche aktuelle Bestandsaufnahme dar und kann zugleich angesichts seines sehr großen Zahlen- und Datenmaterials als qualifiziertes Nachschlagewerk dienen. Dieser Datenschatz kommt übrigens für interessierte Leser/innen kaum langweilig daher, sondern dient immer im konkreten Fall der Beweisführung des Buchtitels, nämlich der Lebendigkeit und Dynamik der cubanischen Revolution. Hierbei verweist der Autor immer wieder sehr kenntnisreich auf geschichtliche Begebenheiten. Für eine wünschenswerte 2. Auflage wäre daher, vor allem für »Cuba-Einsteiger«, eine Zeittafel im Anhang sicherlich sehr hilfreich.

Heinz-W. Hammer, 30.07.07
(Mitorganisator des Internationalen Cuba-Kongresses im Mai 1992 in Bonn; Gründungsvorsitzender des NETZWERK CUBA - Informationsbüro - e.V. 1993 - 1999, Vorsitzender der FG BRD-Kuba e.V. - Regionalgruppe Essen


1) »Kuba - La reolución dinámica / Die lebendige Revolution«; Verlag Wiljo Heinen, Bökl und; 272 S., € 12,-; ISBN 978-3-939828-06-8, www.verlag-wh.de
2) Im März 2006 erschien in der »Blauen Reihe« des Verbandes für Internationale Politik und Völkerrecht e.V., Wilhelmstraße 50, 10117 Berlin, www.vip-ev.de, die 80-seitige Studie »Zur Entwicklung Kubas in jüngster Zeit«. Das nun erschienene Buch basiert weitgehend auf dieser Studie, allerdings in großen Teilen vertieft und aktualisiert.
3) S. 8
4) S. 11
5) S. 13
6) s.S. 18f.: Am 2. Dezember verkündete US-Präsident James Monroe den quasi Besitz-Anspruch der USA auf Lateinamerika und besonders den karibischen Raum. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang das Zitat von dessen Amtsnachfolger John Quincy Adams: »Ein Apfel der bei einem Sturm vom Baum fällt, muss zwangsläufig vom Baum fallen. Cuba, das durch Gewalt von seiner natürlichen Verbindung mit Spanien getrennt wurde und unfähig ist, sich selbst zu erhalten, muss unweigerlich der nordamerikanischen Union zufallen, die aufgrund des nämlichen Naturgesetzes es nicht zurückweisen darf.«
7) S. 27 ff.
8) S. 32
9) S. 41 ff.
10) S. 47 ff.
11) S. 53 ff.
12) S.56 ff
13) S. 63 ff.
14) S. 34 ff.
15) S.8, 11., 35f.,
16) S. 74ff.
17) S. 76
18) S. 83 ff.
19) S. 86 ff.
20) S. 92 ff
21) S. 95 ff.
22) S. 97 ff.
23) S. 99 ff.
24) S. 110 ff.
25) S. 112 ff.
26) S. 118 ff.
27) S. 118 ff.
28) S. 132 ff.
29) S. 145 ff.
30) S. 149ff., S. 180ff.
31) S. 122 ff.
32) siehe hierzu auch: Probleme des Staatshaushaltes und der Versorgungslage im Jahre 2002, S. 138ff.
33) S. 165 ff.
34) S. 167
35) S. 174 ff.
36) 9 S. 178 f.
37) S. 192
38) S. 196
39) S. 198
40) S. 206
41) S. 211 ff
42) S. 227 ff.
43) S. 227
44) S. 246
45) S. 248 ff.
46) S. 251
47) S. 252 f.


Marxistische Blätter Marxistische Blätter, 5-2007