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Nachrichten aus und über Kuba

Nachrichten, Berichte, Reportagen zu aktuellen Entwicklungen, Hintergründen und Ereignissen in Kuba, internationale Beziehungen und der Solidarität mit Kuba.


Kubas Staatsschiff hat gute Kapitäne

Als wir – Bruni und ich – 1996 im Auftrag der DKP eine an sie ergangene Einladung der KP Kubas (PCC) wahrnehmen, vertraute man unsere kleine Abordnung der PCC-Provinizialorganisation von Villa Clara an. In deren Verwaltungszentrum Santa Clara, wo sich das weltweit bekannte Denkmal Che Guevaras befindet, bezogen wir im bescheidenen PCC-Gästehaus Quartier.

Schon am zweiten Tag empfing uns Miguel Díaz-Canel, der charismatische 1. Provinzsekretär der PCC von Villa Clara, zu einem etwa zweistündigen Gespräch. 1991 war der damals 30jährige Elektroingenieur und spätere Professor der Universität Santa Clara in das ZK der Partei gewählt worden. Als er im Anschluß an seine Tätigkeit in Villa Clara die Parteiorganisation der dicht bevölkerten und industriereichen Provinz Holguìn leitete, wählten ihn seine Genossen als dessen jüngstes Mitglied in das Politbüro. 2009 wurde Díaz-Canel zum Minister für Hochschulwesen, drei Jahre später zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates ernannt.

Gegenwärtig wird in Kuba der Beschluß des 6. Kongresses der PCC über eine generelle Verjüngung führender Kader in Partei und Staat, der auch die Begrenzung der Amtszeit auf maximal zwei Wahlperioden vorsieht, zügig umgesetzt. Während der 81jährige verdienstvolle Raúl Castro am 24. Februar vom Parlament als Präsident bestätigt wurde, stellten ihm die Abgeordneten zugleich den inzwischen 53jährigen Miguel Díaz-Canel als Ersten Vizepräsidenten an die Seite. Sollte der Staatschef in seiner letzten Amtszeit die Geschäfte nicht weiterführen können, steht sein junger Stellvertreter bereit, jederzeit für ihn einzuspringen. Schon einmal hat es in Kuba eine solche Situation gegeben: 2006 war der schwer erkrankte Fidel Castro außerstande, seine Funktion wahrzunehmen, so daß sein damaliger Vize Raúl Castro an die Stelle des Bruders trat.

Übrigens hat Kubas Parlament der Poder Popular (Volksmacht), dessen erste Aufgabe es war, die Mitglieder des Staats- und Ministerrats zu bestimmen, wiederum mehr als zwei Drittel seiner Mandatsträger ausgetauscht und sich weiter verjüngt. Der Altersdurchschnitt der Volksvertreter liegt jetzt bei 48 Jahren. Bei Staatsfunktionären in Spitzenpositionen

Rotfuchs Klaus Steiniger
RotFuchs, Mai 2013