Fidels Lektion

Zur internationalen Solidarität des revolutionären Kuba mit Afrika.

Enrique Ubieta Rosal-Luxemburg-Konferenz 2018 Ich behaupte nicht, hier eine historische Zusammenfassung der kubanischen Solidarität in Afrika u geben, die bereits 1961 in Algerien begann. Es ist jedoch wichtig hervorzuheben, dass Kuba das einzige Land der westlichen Hemisphäre war, das die algerische Exilregierung bereits am 27. Juni 1961 anerkannte. Kuba half Algerien während seines Krieges für die Unabhängigkeit von Frankreich. Dabei muss man sich bewusst machen, dass damit gute Kontakte zu Charles de Gaulle aufs Spiel gesetzt werden, der bereit war, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu unserer Regierung aufrechtzuerhalten. In Algerien begann unsere internationale medizinische Zusammenarbeit. Die Worte Fidels bei seiner Rede 1962 anlässlich der Eröffnung des medizinisch-wissenschaftlichen Instituts »Victoria de Girón« in Havanna sind beispielhaft für die Anfänge dieses internationalistischen Projekts. Fidel sagte: »In Algerien waren die meisten Ärzte Franzosen, und viele verließen das Land. Sie haben vier Millionen Einwohner mehr als wir, leiden an vielen Krankheiten aufgrund der Kolonialisierung und verfügen über weniger als ein Drittel dessen, worüber wir verfügen. Sie durchleben eine wirklich tragische Situation im Gesundheitswesen. Als wir uns mit den Studenten unterhielten, schlugen wir vor, dass wir 50 Mediziner nach Algerien schicken, um vor Ort zu helfen. Wir sind uns sicher, dass es uns nicht an Freiwilligen fehlen wird. Es sind zunächst nur 50, aber wir sind überzeugt, dass sich noch mehr melden werden, um ihre Solidarität mit diesem befreundeten Volk auszudrücken, dem es schlechter geht als uns.«

Nachdem Algerien die Unabhängigkeit erlangt hatte, verließen viele Mediziner das Land. In Algerien hatten im Januar 1962 ungefähr 2.000 Ärzte gearbeitet, sechs Monate später waren es nur noch 600. die kubanische Revolution war von Anfang an ein teil der Rebellion der Kolonisierten und Unterdrückten der Welt, Unterstützung auf dem steinigen Weg zur Emanzipation der Völker. Gewiss, Revolutionen lassen sich nicht exportieren, sie entstehen aus unwiederholbaren und Immanenten Bedingungen. Aber die Solidarität ist die Grundlage des Sozialismus. Sie unterwirft sich nicht irgendwelchen Grenzen. Kuba übt Solidarität unter Brüdern, stellt keine Bedingungen und verfolgt auch kein geopolitisches Kalkül.

Medizinische Hilfe

Die Hilfe, die in Angola geleistet wurde, war ein paradigmatischer Fall, damit hat Kuba auch zum Ende der schändlichen Apartheid in Südafrika und zur Unabhängigkeit Namibias beigetragen. Kubanisches Blut floss in vielen afrikanischen Ländern. Fidel sagte einst: »Ohne Afrika, ohne seine Kinder, ohne seine Kultur, die Bräuche, die Sprachen und die Götter, wäre Kuba nicht, was es heute ist. Deswegen hat das kubanische Volk gegenüber Afrika eine Verpflichtung, die mit der gemeinsamen heldenhaften Geschichte weiter wächst.«

Ich habe während der Ebolakrise in Conakry in Guinea von den Erfahrungen einer Gruppe kubanischer Ärzte und Krankenschwestern berichtet, die versuchten, die Epidemie einzudämmen. Auf dieser Reise besuchte ich auch das Zuhause der Witwe des Präsidenten Sékrou Touré, einem der Anführer der antikolonialen Kämpfe. Wir saßen auf der Terasse des Hauses mit Blick auf das Meer. Die Wände waren voll von Fotos der jüngeren afrikanischen Geschichte. Auf einem dieser Fotos waren Sékou Touré und Fidel zu sehen. Eine andere Aufnahme zeigte Fidel und Amílcar Cabral aus Guinea-Bissau bei einer Unterhaltung. Der Sohn des Präsidenten, Mohammed Touré, sagte zu mir: »Wenn wir über die großen afrikanischen Anführer sprechen, müssen wir mit Fidel Castro Ruz anfangen, der für uns ein Afrikaner ist, ein Kubaner, ein Weltenbürger, ein Held des Kampfes um die Befreiung Afrikas.«

Ein halbes Jahr nach den Worten Fidels bei der Eröffnung des medizinisch-wissenschaftlichen Instituts war seine Vorhersage weitgehend erfüllt. Die kubanischen Kinder machen ihren mittleren Schulabschluss heutzutage im Alter von 11,5 Jahren. 22,2 Prozent der Arbeiter des Landes haben einen akademischen Abschluss. Nach einem Bericht des Gesundheitsministeriums von 2015 sind, nachdem nach 1959, dem Jahre der Revolution, 300 Ärzte bei uns geblieben waren, heute 85.000 Ärzte bei uns tätig. Kuba hat die beste Pro-Kopf-Versorgung weltweit: Im Schnitt kommen 7,7 Ärzte auf 1.000 Einwohner, also einer auf 130 Einwohner. Als Ergebnis registrierte man bereits 2007 eine Kindersterblichkeitsrate von 4,0 auf tausend Lebendgeburten – das ist ein historischer Tiefstwert. Im Dezember 2017 haben 390.446 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen, darunter 18.802 Ärzte, ihren dienst in 64 Ländern der Welt getan: 63 Prozent von ihnen sind Frauen.

Jede medizinische Brigade, die in ein Katastrophengebiet fuhr oder in ein Land, das um unsere Hilfe bat, wurde von fidel persönlich verabschiedet. Er bestand darauf, dass die Traditionen, Glaubensrichtungen und politischen Einstellungen der Patienten zu respektieren seien. Trotzdem wurden diese Mediziner an vielen Orten als subversiv erachtet. Warum waren sie subversiv? Über Politik sprachen sie nicht. Sie haben Kranke geheilt, arme wie reiche. Sie waren allerdings subversiv, insofern sie durch ihr Tun das gesamte System der Bereicherung und des Individualismus, das das kapitalistischen Gesundheitswesen charakterisiert, in Frage stellten.

Lehren und lernen

Als sich die bereits erwähnte Ebolaepidemie in den drei i Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea ausbreitete, bat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, die Staats- und Regierungschefs jener drei reichen Länder um Hilfe, die in der Vergangenheit die betroffenen Gebiete kolonial bzw. neokolonial durchdrungen hatten: Die USA, Großbritannien und Frankreich. Außerdem aber rief er den Präsidenten eines kleinen Landes an, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen mit den Afrikanern für deren Unabhängigkeit gekämpft hatte: Kuba. Warum? Der Grund war offensichtlich. Die medizinische Solidarität Kubas erreichte bereits seit 1963 fast alle Länder des afrikanischen Kontinents. 4.048 Mitarbeiter und 2.269 kubanische Ärzte halfen in 32 Ländern Afrikas, als sich der Ebolavirus verbreitete.

Vor zehn Jahren hat Kuba ein spezialisiertes internationales Team für weltweite Einsätze bei Katastrophen und schweren Epidemien aufgestellt, eine Brigade von Medizinern unter dem Namen »Henry Reeve« (US-amerikanischer Staatsbürger, der im ersten kubanischen Unabhängigkeitskrieg an der Seite der Kubaner kämpfte, jW) , das bereits in verschiedenen Ländern, unter anderem in Guatemala und Pakistan, geholfen hat. Kuba war eine der wenigen Nationen, die in großer Zahl hochqualifizierte Spezialisten mobilisieren konnte. Seit 1998 haben kubanische Ärzte außerhalb ihrer Landesgrenzen über zwei Millionen chirurgische Eingriffe durchgeführt und bei mehr als drei Millionen Geburten geholfen.

In einer Zeit, in der die Theoretiker des Imperialismus vom »Krieg der Zivilisationen« sprechen, haben die Ärztebrigaden in muslimisch und katholisch aber auch synkretistisch geprägten Gesellschaften gewirkt. Was ist ihr Geheimnis? Ich bin überzeugt, dass die Erfahrungen der kubanischen Solidarität auf dem Gebiet der medizinischen Hilfe von den internationalen revolutionären Bewegungen studiert werden müssen. Frantz Fanon schreibt in seinem Buch »Sociologie d'une révolution«: »Die koloniale Situation ist in einer Art und Weise geformt, dass der Kolonisierte sich gezwungen sieht, alle Beiträge der Kolonisatoren prejorativ zu beurteilen, und das ohne Abstufungen. Der Kolonisierte sieht den Arzt in einer fast organischen Verwirrung, so wie den Ingenieur, den Lehrer, den Polizisten und die Landwache. Die traditionellen Heilmethoden werden zusätzlich zur modernen Medizin angewandt. Zwei Heilmittel kosten mehr als eins. Wir sollten daran denken, dass der Kolonisierte, der das Penizillin oder Digitalin akzeptiert, gleichzeitig mit der vorgeschriebenen Behandlung des Heilers seines Volkes oder Bezirkes weitermacht. Der Kolonisierte nimmt verworren wahr, dass das Penicillin effizienter ist, aber aus politischen, psychologischen und sozialen Gründen ist er gezwungen, sich an die traditionelle Medizin zu wenden.«

Vor ihrer Abreise wurden die kubanischen Mediziner von Fidel persönlich instruiert. Manchmal sprach er bis in die Morgenstunden mit den neuen Internationalisten. Es ist gewiss, dass nicht alle Spezialisten sich gleichermaßen mit den örtlichen Kulturen identifizierten, aber ich konnte in Lateinamerika und Afrika beispielhafte Fälle schätzen lernen. Der Ausgangspunkt ist einfach: Der westliche Arzt muss sich bewusst sein, dass er nicht nur in diese Gemeinschaften geht, um zu lehren, er muss auch bereit sein zu lernen. Frantz Fanon hebt in seinen nützlichen Reflexionen die historische Abneigung der Bewohner Algeriens gegenüber den eigenen Ärzten hervor, die sie als Botschafter der Besatzer sahen. Wie haben diese Mediziner letztendlich die Akzeptanz ihrer Gemeinschaft erlangt? Der alteingesessene Arzt der westlichen Kultur zeigte seine Fähigkeiten und seine Bereitschaft, einer der ihren zu sein, im harten Alltag des Befreiungskrieges. »Mit Frauen und Männern, auf dem Boden schlafend, das algerische Drama lebend, wird der algerische Arzt zu einem Teil des algerischen Fleisches«, schriebt Fanon. Wenn man diese Worte in einen anderen Kontext setzt, können sie auch auf die kubanischen Ärzte angewendet werden, die unter den schwierigen und wunderbaren Bedingungen einer Revolution ausgebildet wurden. Der nordamerikanische Historiker Piero Gleijeses, der die kubanischen Aktivitäten in Afrika minutiös untersucht hat, sagte über die ersten Kubaner, die nach Algerien kamen: »Die französischen und algerischen Ärzte sahen diese Besucher mit einem gewissen Misstrauen. >Sie konnten nicht verstehen, dass wir für unsere Dienste kein Geld verlangten<, sagte die Ärztin Sara Perelló, Mitglied der ersten medizinischen Brigade. Wir machten vieles, was die algerischen Ärzte nicht machten. Die Männer in unserer Gruppe mussten ihre Kleidung selber waschen und bügeln. Wir hatten kein Geld und auch keine Autos, also liefen wir überall hin, während die algerischen und französischen Ärzte mit ihren Autos fuhren.«

Das relativ schnelle Einleben der kubanischen Ärzte in kulturell fremden Gemeinschaften beruht auf einer Tatsache, die viele Fachleute gar nicht zur Kenntnis nehmen. Sie Spezialisten aus dem kubanischen Gesundheitswesen nehmen sich selbst nicht als Teil einer höheren sozialen Schicht wahr. Sie begegnen ihren Patienten auf Augenhöhe. Sie schlafen in den Wohnungen der Patienten, teilen mit ihnen das Essen und erledigen zusammen mit ihnen die Pflichten des Haushalts.

Notwendige Rücksichten

Die Erfahrungen mit der Ebolaepidemie in Westafrika waren sehr lehrreich. Die ersten Warnungen, die von westlichen NGOs in Englisch oder Französisch, also offiziellen Sprachen ohne mehrheitlichen Gebrauch, formuliert worden, disqualifizierten kulturelle und religiöse Praktiken als unzivilisiert. Der Konsum traditionell zubereiteter Lebensmittel sollte vermieden werden. Die guineische Anthropologin Saran Darabu Kabu erzählte mir: »Wir sagten, dass sie aufhören sollten, diese Art von Fleisch zu essen, aber sie aßen es bereits seit Jahrhunderten. Ihre Eltern aßen es und ihre Großeltern auch. Also bist du automatisch verdächtig, wenn du von ihnen verlangst, dass sie dieses Fleisch nicht essen sollen. >Warum sagst du mir, dass ich nicht mehr essen soll, was alle meine Vorfahren gegessen haben? Sie sind nicht krank geworden, warum sollte ich jetzt krank werden?< Und wenn diese Nachricht ein Ausländer mit weißer Hautfarbe verbreitet, dann ist da etwas nicht in Ordnung, denen kann man nicht trauen.«

Bei ausgebeuteten und uninformierten Völkern schaffen Gerüchte eine spezielle, manchmal für den Ausbeuter zweckmäßige Überempfindlichkeit. Wie konnte man, wenn selbst die westliche Presse über eine angeblich intendierte Verbreitung des Ebolavirus spekulierte, erwarten, dass diese Völker, die historisch manipuliert und unterdrückt wurden, mit ihrem Misstrauen keine abweisende Haltung zeigen würden? Die Politik erkannte anfänglich die traditionellen Heiler und die religiösen Autoritäten nicht an. Auch wurden die Menschen nicht mir einbezogen und missachteten die Anordnungen der ehemaligen Kolonisatoren. In manchen Momenten zweifelten sie sogar an der Existenz von Ebola, weil sie lediglich sahen, wie ihre kranken Familienangehörigen »entführt« und später in Abwesenheit der Nächsten beerdigt wurden – und das ohne plausible Erklärungen. In einigen Regionen dachte man sogar, dass die eingerichteten Behandlungszentren eigentlich nur dazu existierten, den Patienten die Organe zu entnehmen, damit diese nach Europa geschickt werden konnten. Der kubanische Arzt Osvaldo Miranda, einer der Brigadisten, der in der Stadt Coyah in Guinea gegen Ebola kämpfte, machte dazu folgende Angaben: »Die Patienten kamen alle in großer Angst, das ist sehr nachvollziehbar. Sie wissen, dass es eine tödliche Krankheit ist. Aber hinzu kommt, dass sie denken, wir wollen ihnen schaden. Viele weigern sich, die Medikamente oder Wasser von uns zu nehmen. Das Gegengift gegen all diese Ängste sind die Patienten, die schon länger dabei sind. Der eine sagt dem anderen: Hör mal, die können dir wirklich helfen. Viele von den Patienten, die wir gerettet haben, sind bei uns geblieben und arbeiteten mit uns zusammen. Das ist eine sehr schöne Erfahrung, weil das dann diejenigen sind, die uns helfen, neue Patienten zu überzeugen. Eines Nachmittags waren fünf bis sechs Patienten versammelt, und sie waren sehr zufrieden, weil sie wussten, dass sie am nächsten Tag nach Hause gehen können. Wir hatten ein Handy mit Musik und fingen an, Späßchen zu machen und zu tanzen, uns sie tanzten mit uns. Das war sehr schön, weil einige von ihnen in einem sehr kritischen Zustand in die Klinik gekommen waren. Es waren Ärzte in Schutzanzügen dabei, aber auch welche ohne, so wie wir. So konnten wie unsere Gesichter sehen und und kennenlernen. In der Schutzkleidung sehen wir nämlich alle gleich aus.«

Keine Geopolitik

Diejenigen, die die Solidarität Kubas in Afrika vor 1991 auf eine internationale Arbeitsteilung innerhalb des sozialistischen Systems während des Kalten Krieges oder auf die politische Unterordnung unter die Sowjetunion zurückführen wollen, irren. Denn wie erklärt sich dann der von Fidel initiierte Internationalismus auf den Gebieten der Medizin und der Bildung zu einer Zeit, als der Hurrikan »Mitch« die Länder Zentralamerikas verheerte, zu einer Zeit der Umbrüche, als große Teile der Linken weltweit ihren Frieden mit der herrschenden Ordnung machten? Diejenigen, die vor dem Hintergrund ihrer eigenen Enttäuschung und ihres Zynismus vermuten, dass die gegenwärtigen Maßnahmen der Solidarität Kubas lediglich Spielzüge auf dem Brett der internationalen Geopolitik sind oder bloßes kaufmännisches Kalkül, liegen falsch.

Ist Kuba wirklich bei jenen willkommen, die für sich in Anspruch nehmen, transnationale »Solidarität« zu üben und zu organisieren? In welcher Art und Weise stellten die solidarischen Aktionen Kubas ein Gegenbeispiel dar zum militärisch assistierten »solidarischen Interventionismus« oder zu den lukrativen Geschäften, die einige NGOs mit ihrer Tätigkeit machen? Ist die Zusammenarbeit mit Staaten, die nicht die Interessen ihres Volkes vertreten, oder mit internationalen Institutionen des neoliberalen Systems in Ländern, die unsere Solidarität benötigen und wo Leben gerettet werden, zulässig, ist sie revolutionär? Warum attackieren uns die Feinde der kubanischen Revolution mit solchem Hass und versuchen, diese Solidarität zu diskreditieren? Warum betreiben sie eine Politik, die die kubanischen Internationalisten zum Aufgeben bringen soll? Und letztlich: In welcher Art und Weise trägt der Internationalismus zur Reproduktion von sozialistischen Werten innerhalb der kubanischen Gesellschaft bei?

Die postmoderne Politik hat erklärt, der europäische Sozialismus sei an seiner Unverträglichkeit mit einer umfassenden Gerechtigkeit verendet. Sie riet denen, die das gute wollen, Geduld zu haben, auf begrenzten Feldern zu agieren und sich kleine realistische Ziele zu setzen. Sie sollten die Welt nicht als ganze betrachten, sondern aus jedem Bereich und aus jedem Problem eine ganz eigene Welt machen. Damit wurde die Gründung Hunderter Nichtregierungsorganisationen befördert, weil sich der Staat um kaum noch eine Angelegenheit kümmern sollte. Verlorene Philanthropen erhielten gutdotierte Posten und konnten ihr Gewissen beruhigen.

Doch auf diesen Feldern, in den vergessenen Winkeln der Welt, dort, wo es um Leben und Tod ging, traten die kubanischen Ärztebrigaden auf. Hunderte von Ärzten, Krankenschwestern und Technikern, welche die Bevölkerung ausbildeten, Vorsorge leisteten, Krankheiten unter Kontrolle brachten und heilten und jungen Menschen ohne Zukunft Stipendien für ein Studium der Medizin anboten. Das war die Antwort der Revolution, die mitnichten tot ist, die Antwort der größten Nichtregierungsorganisation der Welt, dieser Non-Profit-Organisation namens Kuba, die eine allumfassende globale und revolutionäre Perspektive einnimmt, die die Wurzeln des Problems erkennt. Das ist einer der Lektionen von Fidel.

Übersetzung aus dem Spanischen: Tobias Thiele

Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba

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Enrique Ubieta
junge Welt / Broschüre zur XXIII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz, 07.02.2018