editorial

Angesichts der Problemlagen und des Zustands der Welt ist es nicht einfach, einen langen Atem und unsere Widerständigkeit zu bewahren.

Trotzdem ist es wichtig, sich immer wieder mit den realen Verhältnissen zu befassen. Peter Knappe beleuchtet die Entwicklung der unter der US-Blockade leidenden kubanischen Wirtschaft. Renate Fausten schildert uns aus erster Hand die Auswirkungen auf das Leben in Kuba. Wie absurd es ist, wenn ein Land wie die USA ein friedliches, extrem solidarisches Land wie Kuba auf ihre Terrorliste setzt, belegt Brigitte Schiffler mit vielen aktuellen und historischen Beispielen.

Doch es gibt auch Ermutigendes zu berichten. So waren die von der Kuba-Soli ausgerichteten Fiestas zur Erinnerung an den Sturm auf die Moncada sehr gut besucht und auch das Interesse an den Veranstaltungen mit zwei kubanischen Journalisten - Dania Saccarás und Jorge "Jogito" Jerez - zum Medienkrieg gegen Kuba war groß.

Ein Highlight in diesem Jahr war sicherlich der Gipfel der Völker in Brüssel, mitausgerichtet von der belgischen Kuba-Soli-Organisation. Angelika Becker berichtet über die Ziele und die Atmosphäre des Treffens.

Kubas Situation kann nicht losgelöst vom übrigen Weltgeschehen betrachtet werden. Daher umso bemerkenswerter das Treffen der G77 plus in Havanna und seinen Forderungen. Da die westlichen Mächte ihre Dominanz immer öfter per Wirtschaftskrieg durchsetzen, müssen Sanktionen außerhalb des UN-Rahmens weg, und zwar sofort. Dass zehn reiche Länder ein Monopol auf 90 Prozent aller Patente haben ist nicht hinnehmbar. Wie ändert man das? Nun, falls der Westen bereit dazu sein sollte, durch Verhandlungen; aber wichtig ist eine stärkere Süd-Süd-Kooperation. Der reiche Westen erhält kräftig Gegenwind: Zeit, sich ebenfalls aus dem Sessel zu erheben und die Solidaritätsarbeit zu verstärken. Wir werden in der nächsten Ausgabe über das Treffen der G77 berichten.

CUBA LIBRE Marion Leonhardt

CUBA LIBRE 4-2023