Kuba im Café Sibylle

Das Café Sibylle in der Karl-Marx-Allee in Berlin hat eine lange Tradition seit 1954 als Kulturcafé und Ort politischer Debatte. Nicht selten ist dabei auch Kuba das Thema.

Wie auch am 2. Februar, als die Regionalgruppe Berlin der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba zu einer politischen Matinee mit Maikel Veloz vom Instituto Cubano de Amistad con Los Pueblos (ICAP) und Heinz Langer, Botschafter a. D. der DDR in Kuba, einlud.

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Café lauschten die Zuhörer interessiert dem Talk, der von Marion Leonhardt moderiert wurde.

Das ICAP und die Solidaritätsbewegung

Zu Beginn ging es um das ICAP und die Kuba-Solidarität in der DDR und der BRD.

Das ICAP wurde in 1960 schon bald nach der Revolution gegründet. Maikel Veloz erläuterte, dass es von Anfang an die Arbeit der Internationalen Brigaden, die Kuba in der Landwirtschaft, beim Bau und anderen Bereichen der Wirtschaft unterstützten, koordinierte.

Die DDR war wie Heinz Langer kenntnisreich aus eigenem Erleben berichtete, frühzeitig an der Seite des sozialistischen Kubas. Noch heute seien zahlreiche Projekte von damals lebendig, wie etwa die Buchkammer in Havanna, die die Buchmesse ausrichtet, oder Großbetriebe wie ein Betonwerk und mehrere Brauereien. Ein Teil der Kuba-Solidarität, der heute viel zu wenig Beachtung fände, wie aus dem Publikum angemerkt wurde.

Aus der Brigadebewegung heraus gründete sich 1974 die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba. Damit ist sie eine der ältesten Kuba-Solidaritätsgruppen.

Kuba nach dem VI. Parteitag

Natürlich wollten die Anwesenden wissen, wie Kuba sich durch die Umsetzung verändert habe. Maikel erzählte von seinen Erfahrungen in Havanna:

Es gehe insgesamt um nichts weniger als um eine Zukunftsprognose des Sozialismus in Kuba bis 2030. Besonders im Fokus der Veränderung seien die staatlichen Unternehmen, die zur Zeit 80 % aller Arbeiter beschäftigten und von 51 der 136 Vorgaben für die Ausarbeitung des Planes direkt betroffen seien.

Neues Arbeitsgesetz

Auch das neue Arbeitsgesetz war Thema. Besonders beeindruckt waren die Zuhörer von der Tatsache, dass es zu dem Entwurf eine breite Diskussion in der Bevölkerung gab, die zu 171.000 Änderungsvorschlägen bezüglich der 101 Paragraphen führte.

CELAC-Gipfel

Heinz Langer betonte die herausragende Rolle Kubas mit dem nun mit dem zweiten Gipfeltreffen zu Ende gegangenen Vorsitz der Lateinamerikanischen und Karibischen Staatengemeinschaft. Die hatte eine Aktionsplan zum Abbau von Armut; Hunger und Ungleichheit.

Cuban Five

Wichtig war natürlich auch die bevorstehende Freilassung Fernandos sowie das Hearing in London. Alle Anwesenden bekräftigten die Forderung nach Freilassung aller 5. Damit endete eine spannende Kuba-Veranstaltung, die ihr interessiertes Publikum gefunden hatte.

CUBA LIBRE Marion Leonhardt

CUBA LIBRE 2-2014