Neugier auf Aktuelles aus Kuba

Bundesdelegiertenkonferenz 2016 der FG BRD-Kuba.

"Cuba actual" am 7. Oktober 2016 in Mannheim: Anette Chao Garca von der kubanischen Botschaft in Bonn stellte sich den Fragen von Studenten. Über 50 hatten geduldig auf die Referentin gewartet, die wegen mehrerer Staus auf den Autobahnen mit mehr als einer Stunde Verspätung ankam. Innerhalb des 4. Festivals ABYA Yala fanden verschiedene Veranstaltungen in Kooperation mit dem Romanischen Seminar an der Universität Mannheim statt, u. a. zu Eduardo Galeano, zur Kultur der Mapuche heute und zur Entwicklung in Kuba. Die leitende Professorin, Frau Dr. Eva Eckkrammer, konnte die Wartezeit mit ihren Erfahrungen aus einem mehrmonatigen Studienaufenthalt in Kuba überbrücken, ergänzt durch Berichte von Studenten, die ebenfalls längere Zeit dort verbracht hatten. So sah sich Anette daher gleich nach ihrer Ankunft im Hörsaal mit den Fragen der Studenten konfrontiert, die sie mit viel Engagement und Humor beantwortete. Und Fragen hatten die jungen Zuhörer viele wie etwa

"Warum wandern so viele Kubaner in die USA aus? Wie hoch ist der Reallohn im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten? Wie sieht es mit dem Internetzugang aus? Gibt es politische Gefangene? Wie wird mit Homosexualität umgegangen?"

Anette wies auf die Entwicklung der Revolution in Kuba hin, auf die schlimmen Auswirkungen der US-Blockade für die Wirtschaft und führte im Folgenden aus: Die USA verlocken gut ausgebildete kubanische Bürger zur Emigration, da sie ihnen nach der Übersiedlung zahlreiche Starthilfen geben, z. B. Wohnung, Job, Auto. Sie böten eine Konsumvielfalt, von der Kuba weit entfernt ist. Dort sind die wirtschaftlichen Schäden durch die US-Blockade enorm. Eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA werde es daher ohne die Aufhebung der US-Blockade nicht geben. Trotz aller wirtschaftlichen Einschränkungen habe aber jeder Kubaner Zugang zum Internet, der es aus beruflichen Gründen benötige. Die Gefangenen in Kuba seien alle aufgrund von Delikten nach dem Strafgesetzbuch verurteilt worden, es gibt keine politischen Gefangenen. Der Umgang mit Homosexualität und entsprechenden Minderheiten in Kuba habe sich sehr verbessert, in der Vergangenheit seinen Fehler gemacht worden. Allerdings gäbe es weiterhin Machismo, wie überall in Lateinamerika.

Die Fragen der Studenten zeigten, dass Kuba immer noch als eine Gesellschaft "besonderer Art" angesehen wird, schwer einzuordnen und nicht immer leicht zu verstehen. Das zu ändern, helfen Veranstaltungen wie diese.

CUBA LIBRE Barbara Caroli-Buch

CUBA LIBRE 1-2017