Aus der Rede auf der 1. Plenartagung des Nationalinstituts für Sport, Körpererziehung und Freizeitgestaltung (INDER) 19. November 1961.
Fidel Castro auf der 1. Plenartagung des Nationalinstituts für Sport, Körpererziehung und Freizeitgestaltung (INDER). |
Meine Herren Mitglieder des Diplomatischen Korps und der anwesenden Gastdelegationen!
Delegierte zum Kongreß der Ehrenamtlichen Ausschüsse des INDER! Genossinnen und Genossen!
Der Genosse Direktor des Nationalinstituts für Sport, Körpererziehung und Freizeitgestaltung hat mich gebeten, eine Zusammenfassung dieses Kongresses zu geben.
Ich habe nicht an allen Diskussionen und Erörterungen zu den Fragen der Körpererziehung und des Sports teilnehmen können. Gestattet mir dennoch einige Worte darüber, welch großes Interesse die Nation und die Revolution der Körpererziehung und dem Sport entgegenbringen.
Weshalb dieses Interesse? Die Revolution muß Körpererziehung und Sport als eine für das Land grundlegende Frage betrachten. Viele Menschen mögen Sport und Körpererziehung bisher als unwichtig betrachtet, mögen darin keine grundlegende Frage gesehen haben. Möglicherweise ist auch heute noch das Interesse für Körpererziehung und Sport nicht so groß, wie es in den kommenden Jahren sein wird.
Eine der Aufgaben der Ehrenamtlichen Sportausschüsse besteht eben darin, dieses Interesse zu wecken.
Warum interessierte sich das Volk in der Vergangenheit nicht für Sport und Körpererziehung? Man könnte ebensogut fragen, warum sich das Volk nicht für Bücher interessierte; warum sich die Bauern nicht für die Schule interessierten; warum es in unserem Land mehr als eine Million Menschen gab, die weder lesen noch schreiben konnten. Das war so, weil das Volk nicht über die Mittel verfügte, Körpererziehung und Sport zu treiben, weil ihm keine Lehrer zur Verfügung standen, vor allem aber, weil das Volk nicht über die Voraussetzungen verfügte, Körpererziehung und Sport zu treiben, ebenso wie Hunderttausende von Menschen nicht über die Voraussetzungen verfügten, auf ehrliche Weise mit ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Körpererziehung und Sport waren nicht eine Angelegenheit des einfachen und werktätigen Volkes. Sie waren allein einer privilegierten Minderheit unseres Landes vorbehalten. Körpererziehung und Sport waren - ebenso wie die Bildung, wie die Möglichkeit, einen akademischen oder technischen Beruf zu erlernen, wie die Möglichkeit, ein anständiges Dach über dem Kopf zu haben, wie die Möglichkeit, einen angemessenen Lebensstandard zu genießen - das Privileg der Minderheiten in unserem Land. Ohne die Revolution hätten wir nicht einmal davon träumen dürfen, in unserem Vaterland eine große Sportbewegung zu entwickeln...
Es war nicht leicht, diese ganzen Verhältnisse zu verändern. Wenn der gesamte Sport eines Landes auf dieser Grundlage organisiert ist, ist es in Anbetracht der Interessen, die angegriffen werden müssen, nicht leicht, diese Grundlagen zu verändern. Da sind die Interessen der Sportler selbst, für die der Sport zum Mittel ihres Lebensunterhaltes geworden war; die Interessen der "Manager", der "Eigentümer" von Sportmannschaften, der Vermittler und einer Reihe sonstiger Personen, die aus dem Sport Gewinn zogen.
Es schien schwierig zu begreifen, daß die Revolution es sich zur Aufgabe gemacht hatte, diese Anschauungen vom Sport zu verändern und eine neue Auffassung zu vermitteln, die dem wahren Gedanken des Sports entspricht; das heißt, daß der Sport nicht als Mittel zum Zweck, sondern seinem eigentlichen Zweck entsprechend getrieben werden muß, daß der Sport nicht Sache einer Minderheit, sondern Sache des ganzen Volkes ist und daß dem Sport selbst - denn Sport bedeutet Wettkampf - die Körpererziehung des Volkes, die die Grundlage für den Sport bildet, vorangehen muß.
Die Genossen trotzten den Schwierigkeiten, wichen vor den bestehenden Interessen nicht zurück und nahmen diese schwierige Aufgabe in Angriff. Zur Ehre der kubanischen Sportler sei gesagt, daß sie in der überwiegenden Mehrheit diese Revolution im Sport verstanden und unterstützt haben. Groß ist die Zahl der professionellen Ballspieler, die aus den USA zurückkehrten und jetzt im Rahmen des INDER helfen, Sportler heranzubilden und die Entwicklung des Sports voranzutreiben.
Es versteht sich von selbst, daß die wahren Freunde des Sports bald die großen Ausmaße dieser Bewegung erkannten. Sie begriffen bald, daß diese Revolution auf dem Gebiet der Körpererziehung und des Sports überaus reiche Früchte für unser Land tragen wird. Sie begriffen, daß unser Land in nicht allzu ferner Zukunft, was die Beteiligung des Volkes an der Körperkultur und an der sportlichen Betätigung betrifft, an erster Stelle in Amerika, in Lateinamerika, ja, auf dem gesamten Kontinent stehen wird.
Warum sollten die monopolistischen Ausbeuter, die in unserem Lande herrschten, an der Körpererziehung und am Sport interessiert sein? Warum sollten die Ausbeuter des Volkes an der Gesundheit des Volkes interessiert sein? Körpererziehung und Sport konnte sie nicht interessieren, ebenso wie es sie nicht interessierte, daß Millionen Kubanern die Möglichkeit verwehrt war, lesen und schreiben zu lernen, daß Hunderttausende Kubaner ohne Arbeit waren, ebenso wie es ihnen einerlei war, daß Hunderttausende Kinder nackt und barfuß umherliefen, wie ihnen die Kindersterblichkeit und die Lebenserwartung des Volkes einerlei war.
Deshalb konnte sie der Sport nicht interessieren; deshalb kann es die Ausbeuteroligarchien nicht interessieren, Körpererziehung und Sport zu entwickeln. Aber wie die Revolution daran interessiert ist, jeden Kubaner lesen und schreiben zu lehren, daran interessiert ist, für jeden Kubaner, der ohne Beschäftigung war, angemessene Arbeit zu finden, daran interessiert ist, so viele Kinder zu retten wie nur eben zu retten sind, den Lebensstandard unseres Volkes zu heben, jedem eine angemessene Wohnung zu geben und jeder Familie unseres Volkes das tägliche Brot zu sichern, so ist die Revolution auch an Körperkultur und Sport interessiert, weil sie der Gesunderhaltung und der Entwicklung unseres Volkes dienen.
Und so, wie die Revolution auf dem Wege ist, die Arbeitslosigkeit endgültig zu beseitigen, so, wie die Revolution sich allmählich auf dem Gebiet der Kultur, auf dem Gebiet der Volksbildung an die Spitze des Kontinents stellt, so wird die Revolution unser Volk auch auf dem Gebiet der Körpererziehung und des Sports an die vorderste Front in Amerika führen.
Aus welchen Quellen schöpfen wir bei der Organisierung dieser großen Bewegung? Nun, ganz einfach aus der Begeisterung der Bevölkerung.
In diesem Land, wo es soviel Bürokratie gab, wo es eine alltägliche Erscheinung war, daß sich eine neue Organisation sofort mit Angestellten füllte, haben die Genossen des INDER die Begeisterung der Sportanhänger geweckt, um diese große Bewegung zu organisieren. Das heißt, sie haben an die spontane und freiwillige Hilfe der Bevölkerung appelliert.
Das sind die Ehrenamtlichen Sportausschüsse, in denen sich die Bürger zusammenschlossen, die sich der Förderung der sportlichen Betätigung widmen; in jedem Betrieb, in jedem Volksgut, in jeder Bauernvereinigung, in jeder Genossenschaft, in jedem Bildungszentrum, in jeder Militäreinheit, in jeder Gemeinde und in jeder Provinz, das heißt, überall dort, wo das Volk schafft.
Und es ist wahrhaftig eine beeindruckende Tatsache, daß in solch kurzer Zeit mehr als fünftausend Ehrenamtliche Sportausschüsse gebildet wurden und daß die Zahl derer, die sich der Förderung des Sports widmen, über die Hunderttausend hinausgeht. Natürlich hat uns unsere eich an eindrucksvolle Zahlen gewöhnt.
Als die Jugend für die Beseitigung des Analphabetentums mobilisiert wurde, meldeten sich über hunderttausend Jugendliche als Lehrer; als die Losung herausgegeben wurde, die Komitees zum Schutz der Revolution zu bilden, entstanden über hunderttausend Komitees, und als das Volk aufgerufen wurde, die Menschen für den Sport zu mobilisieren und zu organisieren, folgten über hunderttausend Personen diesem Aufruf und schlossen sich in den Ehrenamtlichen Sportausschüssen zusammen.
Das zeigt die Fähigkeit unseres Volkes, sich zu organisieren, die Begeisterung unseres Volkes und seinen Drang nach jeder schöpferischen und positiven Betätigung. Natürlich helfen sich die Organisationen.
Vor zwei Jahren besaßen wir weder Komitees zum Schutz der Revolution noch Brigaden zur Beseitigung des Analphabetentums noch Junge Rebellen noch einen Frauenverband noch Technische Beiräte; ja damals besaßen wir noch nicht einmal organisierte Milizen. Heute dagegen gibt es alle diese Organisationen, und andere Organisationen, wie die des Schulwesens, haben sich hervorragend entwickelt. Und alle Organisationen unterstützen sich heute gegenseitig.
Auf diese Weise erhält das INDER Unterstützung durch die Jungen Rebellen, den Frauenverband, die Gewerkschaften, das heißt die Konföderation der Werktätigen Kubas (CTC), durch die Lehranstalten und die Komitees zum Schutz der Revolution...
Welcher Bürger gehört heute nicht einer oder mehreren Massenorganisationen der Revolution an? Welcher Bürger gehört nicht entweder der Miliz oder den Komitees zum Schutz der Revolution oder den Gewerkschaften oder dem Frauenverband oder den Jungen Rebellen oder den Ehrenamtlichen Sportausschüssen an? Das heißt, daß heute das Volk in vielfältiger und wechselvoller Weise mit Hand anlegt. Die Organisationen gleichen den Rädern auf denen der Wagen der Revolution unaufhaltsam vorwärtsrollt.
Wie kann dieser siegreiche Vormarsch an allen Fronten jemals aufhören, die Nation zu begeistern und die Tatsachen zu beleuchten, daß das Volk erstarkt, daß das Volk mit jedem Tag unbesiegbarer wird. Und ebenso wie die eine Organisation der anderen hilft, weil alle Massenorganisationen ein gemeinsames höheres Ziel haben, so hilft auch die Tätigkeit einer jeden Organisation der Tätigkeit der anderen Organisationen, und alle Organisationen sind an einem gesunden und starken Volk interessiert. Alle Organisationen sind an einer kraftsprühenden, disziplinierten und charakterfesten Jugend interessiert, ohne daß sie dabei aufhört, eine glückliche und fröhliche Jugend zu sein. Das ganze Volk ist gleichermaßen an gesunden wie glücklichen Kindern interessiert. Jede Familie, jede Mutter, jeder Vater, sie alle sind an der Gesunderhaltung und der Zukunft ihrer Kinder interessiert. Sie interessieren sich für die Erziehung und Bildung, die ihre Kinder in der Schule erhalten, und jede kubanische Familie interessiert sich auch für Körpererziehung und Sport in der Schule...
Es gibt eine Regel im Sport, die, so meinen wir, in der Tat sehr zutreffend ist: Im Sport ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme das Entscheidende. Das ist richtig, denn immer noch gibt es zum Teil solche Vorstellungen, die das Gegenteil zum Ausdruck bringen: daß das Entscheidende nicht die Teilnahme, sondern der Sieg sei. Und so zeigte es sich, daß die Mannschaften bestrebt waren, Spieler und Sportler aus anderen Ländern in ihre Reihen aufzunehmen, daß sie bestrebt waren, in die Studentenmannschaften Sportler aus anderen Kreisen aufzunehmen und alle möglichen undurchsichtigen Manipulationen vorzunehmen. Das heißt, man bemühte sich nicht, Sportler heranzubilden, sondern suchte fertige Sportler, um sie willkürlich in die Mannschaft aufzunehmen.
Natürlich schadet das dem Sport. Es gilt, den Grundsatz zu verwirklichen, daß das Entscheidende nicht der Sieg, sondern die Teilnahme ist. Durch den Sport muß der Geist der Kameradschaft, der Freundschaft, der Einheit, der Kollektivgeist geschmiedet werden, wobei der Sport gleichzeitig den höchsten Interessen des Volkes dienen muß.
Selbstverständlich soll jeder Sportler bei einem gesunden und brüderlichen Wettkampf neben der bloßen Teilnahme bestrebt sein, zu siegen. Und in dem Augenblick, da sich unser Land an internationalen Wettkämpfen beteiligt, wird man sehen können, welche Bedeutung dieser Bewegung für Körpererziehung und Sport zukommt.
Wenn in einigen Monaten unsere Nationalmannschaft unter der Fahne des Vaterlandes und der Revolution an den Zentralamerikanischen Spielen teilnimmt, die im nächsten Jahr in Jamaica stattfinden, so wird jeder Kubaner wünschen, daß unsere Mannschaft am besten abschneidet. Zweifellos werden die Siege unserer Wettkampfteilnehmer die ganze Nation in Erregung versetzen, und unser Volk wird nicht wollen, daß bei diesen Spielen unsere Sportler den Anforderungen, die das Vaterland und die Revolution an sie stellt, nicht gewachsen sind. Beteiligen wir uns an diesen Spielen und siegen wir!
Es ist unmöglich, daß eine solche Massensportbewegung wie in Kuba nicht eine stattliche Zahl wirklicher Sportler hervorbringt. Bei der Entwicklung eines Sportlers sind zwei Faktoren maßgebend: seine natürlichen Fähigkeiten und die Ausbildungstechnik, die er als Sportler erhält. Wenn jemand, der für eine bestimmte Sportart ausgezeichnete natürliche Voraussetzungen mitbringt, gleichzeitig eine erstklassige Ausbildung erhält, wird er jeden Sportler bezwingen, der, obschon ihm die gleiche Ausbildung zuteil geworden ist, nicht über die gleichen natürlichen Voraussetzungen verfügt, und umgekehrt.
In keinem anderen Land auf dem amerikanischen Kontinent gibt es heute eine derartige Massensportbewegung wie in Kuba. Das heißt, daß sich überall auf unserer Insel große Talente finden werden, Jugendliche mit hervorragenden natürlichen Voraussetzungen wie jener Bauernjunge, den der Genosse Llanusa erwähnte, der sich die Schuhe auszog und beim Training den Weltmeister im Langstreckenlauf überholte und als erster durchs Ziel ging. Dieser Junge, den man den "Indio aus Calicito" nennt, dieser Junge aus Manzanillo legte 15 Kilometer in 55 Minuten zurück; selbst mit dem Pferd ist es nicht leicht, 15 Kilometer in 55 Minuten zu schaffen, und es mag so manches alte Vehikel geben, das diese Entfernung in solch kurzer Zeit nicht bewältigen kann.
Allein schon die Schnelligkeit und die körperliche Verfassung dieses Jungen, der keinerlei Ausbildung erhalten hat, zeigen, daß er zu großen Leistungen fähig ist. Er brauchte nur diese Zeit im 20-Kilometer-Lauf aufrechtzuerhalten, um den mittelamerikanischen Rekord zu erreichen, wenn nicht gar zu brechen. Bei einer guten Ausbildung, entsprechendem Training, wird dieser Junge seine Zeit zweifellos noch verbessern können.
Es ist ein Unterschied, ob Hunderttausende von Jugendlichen Sport treiben, oder ob die Besten aus einer unbedeutenden Minderheit von vier- oder fünftausend Sportlern ausgewählt werden. Und eben weil die Sportler aus der großen Masse jener ausgewählt werden, die heute mit der Körperkultur beginnen, und weil unsere Sportler eine Ausbildung erhalten werden, die sich auf die erfolgreichsten Methoden stützt, sind sie berufen, bei den bevorstehenden Zentralamerikanischen Spielen glänzende Leistungen zu vollbringen.
Andererseits gilt es, in den Grund- und Mittelschulen die größtmöglichen Anstrengungen zugunsten der Körpererziehung und des Sports zu unternehmen. Das gleiche gilt für die Betriebe. Ihr habt doch erlebt, wie wir alle imstande waren, diese "Pausengymnastik" durchzuführen. Viele zerbrachen sich den Kopf, was das wohl heißen sollte. Wir konnten uns schon denken, daß diese "Pausengymnastik" eine Erfindung Llanusas war, und tatsächlich ging es um die Entwicklung der sportlichen Betätigung im Betrieb. Nehmen wir doch einmal zwei Personen, von denen die eine dieses Minimum an Körperkultur treibt, die andere aber nicht. Natürlich wird es hinsichtlich ihrer Energie, ihrer Kraft und ihres Gesundheitszustandes große Unterschiede geben.
Wir sind überzeugt, daß Körpererziehung und Sport mehr und mehr dem ganzen Volk zum Bedürfnis werden und es mit Begeisterung erfüllen. Ebenso wie die Losung "Bereit zu siegen" zunehmend Anhänger gewann, zunehmend Interesse erweckte und es heute unzählige Bürger gibt, die die im Sinne dieser Losung gestellten Prüfungen bestanden haben, so wird auch die "Pausengymnastik" Beifall finden, und in einigen Monaten wird es schon Zehntausende geben, die sich in den Arbeitszentren und Betrieben freiwillig sportlich betätigen.
Diese Bewegung könnte nicht voranschreiten, wenn nicht gleichzeitig damit große Anstrengungen einhergehen, um Sportlehrer heranzubilden. Wir brauchen Tausende und aber Tausende von Sportlehrern, um sie in allen Betrieben, in allen Bildungszentren, in allen Gemeinden, in allen Stadtteilen, in allen Bauernvereinigungen, in allen Volksgütern, in allen Genossenschaften einsetzen zu können. Aus diesem Grund sind mehrere Lehrgänge eingerichtet worden; außerdem hat bereits die erste Schule für Sportlehrer ihre Pforten geöffnet, an der gegenwärtig fünfhundert Jugendliche studieren, und in wenigen Monaten wird ein neuer Lehrgang mit tausendfünfhundert Teilnehmern beginnen, die im nächsten Jahr ihr Studium abschließen werden. Und so soll es weitergehen.
In Anbetracht der Notwendigkeit, auf schnellstem Wege Lehrer auszubilden, wird diese Schule für Sportlehrer zuerst mit verhältnismäßig kurzen Lehrgängen beginnen; künftig werden die Lehrgänge jedoch von längerer Dauer sein...
Ihr sollt nun, wie Genosse Llanusa in seinem Appell zum Ausdruck brachte, an eure jeweiligen Wirkungsstätten zurückkehren, um euch dort mit echter Begeisterung an die Arbeit zu machen...
Jeder Jugendliche, jeder einzelne von euch, muß dort ein Höchstmaß an Anstrengungen unternehmen, um den Aufgaben im Sinne der Körpererziehung und des Sports gerecht zu werden. Alle Massenorganisationen müssen sich an dieser Bewegung zur Förderung des Sports beteiligen, an ihrer Spitze die Vereinigten Revolutionären Organisationen, so daß die Ehrenamtlichen Sportausschüsse, in denen die sportbegeisterten Bürger tätig sind, die Unterstützung der ganzen Bevölkerung haben werden, um ihre Pflicht zu erfüllen.
Schon heute sehen wir doch diesen Aufschwung in der Sportbewegung unseres Landes. Schon erleben wir, wie sonntags zahllose Jugendliche in ihrer Sportkleidung den Sportplätzen zustreben oder von einer Sportveranstaltung zurückkehren und wie diese Veranstaltung in der Bevölkerung lebhaft diskutiert wird. Das heißt, daß das Volk bei all dem mit großer Begeisterung dabei ist. Jeder Ort ist voller Begeisterung für seine Mannschaft; jeder Betrieb, jedes Volksgut, jede Genossenschaft, jede Bildungsstätte ist voller Begeisterung für seine Mannschaft. Die ganze Bevölkerung freut und unterhält sich.
Mithin ist der Sport eine wunderbare Sache, die nicht nur zur Gesunderhaltung des Körpers beiträgt, nicht nur hilft, den Charakter zu bilden und Menschen mit starkem Willen und kraftvollem Körper heranzubilden, sondern auch das Volk belebt, das Volk unterhält, es begeistert und glücklich macht.
Somit leisten die Genossen, die in den Ehrenamtlichen Sportausschüssen tätig sind, unserem Land einen großen Dienst, und die Revolution schuldet ihnen für ihre Bemühungen großen Dank. Laßt euch von keiner Schwierigkeit entmutigen, auch dann nicht, wenn ihr hin und wieder auf Gleichgültigkeit stoßt. Seid überzeugt, daß diese Gleichgültigkeit oder Teilnahmslosigkeit gegenüber der Körpererziehung und dem Sport nach und nach verschwinden wird; seid überzeugt, daß das Volk sich an dieser Betätigung begeistern wird; seid überzeugt, daß die Revolution auf dem Gebiet der Körpererziehung und des Sports ebenso wie auf allen anderen Gebieten voranschreiten wird, daß das Volk sich dafür begeistern wird...
Wir werden weiterhin beharrlich kämpfen, um neue Lebensverhältnisse für unser Volk, neue Verhältnisse für die Gesunderhaltung, für das Glück und den Frohsinn unseres Volkes zu schaffen. Wir sind uns dieser unserer Pflicht bewußt, wir sind uns bewußt, daß unser ganzes Volk von Tag zu Tag entschlossener und unerschütterlicher auf dem Wege der Entwicklung und des Fortschritts voranschreiten wird.
Darum, Genossen, laßt uns arbeiten und kämpfen!
Darum, Genossen, gilt im Sport wie an allen Kampffronten der Revolution die Losung: Bereit zu siegen!
Vaterland oder Tod!
Wir werden siegen!
Fidel Castro Ruz
Havanna 19. November 1961
Revolución, 20. November 1961
Quelle: Fanal Kuba, Dietz Verlag Berlin 1963
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Karl Dietz Verlages Berlin