Aus der Rundfunk- und Fernsehrede über die Vereinigten Revolutionären Organisationen, 26. März 1962.
Ich möchte meine Ausführungen mit einem Gedanken von Lenin beginnen. Lenin sagte, daß das Verhalten einer politischen Partei zu ihren Fehlern eines der wichtigsten und sichersten Kriterien für den Ernst einer Partei ist. So wird auch unser Ernst als Revolutionäre und Regierende danach beurteilt werden, wie wir zu unseren eigenen Fehlern stehen.
Natürlich sind unsere Feinde immer eifrig bemüht zu erfahren, welche Fehler wir machen. Wenn Fehler begangen werden und wir sie nicht selbst kritisieren, nutzt der Feind sie aus. Wenn Fehler begangen werden und die Selbstkritik folgt, kann der Feind die Fehler zwar ausnutzen, aber es ist doch ein großer Unterschied, denn im ersten Fall werden die Fehler nicht überwunden, und im zweiten Fall werden sie überwunden. Deswegen haben wir beschlossen, ehrlich und ernst zu unseren Fehlern zu stehen.
In diesem Sinne haben wir, der Kreis der revolutionären Genossen, der als Leitung der Vereinigten Revolutionären Organisationen arbeitete, diesen ganzen Prozeß, den Prozeß der Vereinigung vom 1. Januar bis heute, ernsthaft, ehrlich und gründlich in all seinen Zusammenhängen erörtert und analysiert. Wir haben unsere gesamte Arbeit untersucht, das Gute, das geleistet wurde, und ebenso die Fehler, die wir begangen haben.
Auf diese Weise haben wir die ganze Etappe der Bildung der Vereinigten Revolutionären Organisationen einer gründlichen Analyse unterzogen. Das ist keineswegs eine einfache, eine nebensächliche Frage. Es ist vielmehr ein Problem von höchster Bedeutung, denn es geht hier ganz einfach um die politische Macht der Revolution, um ihre Methoden, um ihre Ideologie.
Jedermann weiß, was die Revolution darstellt, kennt ihren Entstehungsprozeß, ihren Ursprung, den historischen Augenblick, in dem sich die Revolution, unsere siegreiche Revolution, vollzog, kennt all die Umstände, die kennzeichnend für diesen Prozeß waren, die Kräfte, die daran teilnahmen, die verschiedenen Strömungen, die ihre Gesichtspunkte im revolutionären Prozeß durchzusetzen suchten, kurzum, das alles ist eine bekannte Geschichte.
Es war nur folgerichtig, daß die Revolution in diesem Schmelztiegel – denn ein revolutionärer Prozeß ist ein wahrer Schmelztiegel der Kräfte, der Energien - bemüht sein mußte, ihren revolutionären Apparat ins Leben zu rufen, zu organisieren und zu festigen. Eine Revolution war nicht denkbar, ohne daß selbstverständlich aus ihr ein revolutionärer Apparat hervorging, dem die Aufgabe zufiel, die Revolution voranzutreiben, ihren Fortgang zu gewährleisten und den Weg in die Zukunft vorzuzeichnen, daß heißt, die Revolution auf lange Frist zu planen.
Selbstverständlich mußte die Revolution darum bemüht sein, ihren politischen Apparat, ihren revolutionären Apparat aufzubauen. Und damit begann dieser ganze Prozeß, den wir schon mehr als einmal dargelegt haben, die Vereinigung, die Integration der verschiedenen revolutionären Kräfte, die an diesem Prozeß teilgenommen hatten oder in ihm bestimmte Kräfte der Massen, der Ideen und Meinungen vertraten. Gleichzeitig brachten diese Kräfte einen ganzen Schatz von Erfahrungen mit, den die Revolution ihrem Apparat eingliedern mußte.
Als ein Ergebnis dieses Prozesses und in dem Maße, in dem der Kampf gegen die nicht revolutionären Strömungen, die reaktionären Strömungen, die rechten Strömungen, die konservativen Strömungen, die proimperialistischen Strömungen voranschritt, vollzog sich die Vereinigung aller revolutionären Kräfte und Strömungen. Sie näherten sich einander immer mehr, schlossen sich immer enger zusammen.
Über einen längeren Zeitraum trug dieser Prozeß einen spontanen Charakter, das heißt, er war nicht im voraus bestimmt, war nicht geplant worden. Es war ein spontaner Prozeß, geboren aus dem Kampf der Widersprüche, den jeder revolutionäre Kampf, jeder wahrhaft revolutionäre Kampf, hervorrufen muß. Es war ein Prozeß, der eine klare Scheidungslinie zog zwischen denen, die sich nicht zu einer wahrhaft revolutionären Idee, zu einer wahrhaft revolutionären Auffassung, zu wahrhaft revolutionärem Handeln bekannten, und denen, die sich zu wahrhaft revolutionärem Denken und Handeln, zu einer wahrhaft revolutionären Linie bekannten.
Nun weiß jedermann, daß dieser Prozeß, der jetzt schon drei Jahre dauert, durch eine Fülle von Ereignissen, Episoden und Kämpfen gekennzeichnet war, daß dieser Prozeß keineswegs normal und ruhig verlief, sondern daß wir, wie in jeder Revolution, und mehr noch in einer Revolution wie der unseren, die sich unter einzigartigen Bedingungen, unter sehr schwierigen Umständen, vollzieht, natürlich mit einer ganzen Reihe von Problemen und Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, die unsere Revolution jedoch mit Erfolg überwindet.
Nun gut: Ist dieser ganze Prozeß der Vereinigung der revolutionären Kräfte, sind all die Schritte, die in dieser Richtung vollzogen wurden, fehlerfrei gewesen? Nein, sie waren nicht fehlerfrei. Waren diese Fehler unvermeidbar? Man kann nicht genau festlegen, bis zu welchem Punkt die Fehler unvermeidbar waren. Meine eigene Meinung dazu ist, daß sie nicht vermeidbar waren, daß es gar nicht möglich war, sie zu vermeiden.
Bestimmte Probleme, bestimmte Mängel waren, wenn nicht unmöglich - und ich bin der Meinung, es war unmöglich -, so doch sehr schwer zu vermeiden. Warum? Weil eine Revolution ein sehr komplizierter Prozeß ist, weil in einer Revolution die verschiedenartigsten Faktoren mitspielen, die verschiedenartigsten Gedanken und Methoden, die verschiedenartigsten Ideen und Menschen, eine Unzahl von Umständen, die alle den Prozeß mitbestimmen. Denn der Prozeß vollzieht sich auf der Grundlage von Realitäten, er vollzieht sich nicht idealistisch in den Köpfen der Menschen. Der Prozeß baut wie eine lebendige Realität auf bestimmten ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten auf.
Deswegen bestimmen eine ganze Reihe von Umständen diesen Prozeß. Eine ganze Anzahl der anfänglichen Probleme der Revolution konnten wir nicht vermeiden. Hervorgerufen wurden diese Probleme durch eine Reihe von Desertionen, eine Reihe von Verrätereien, eine Reihe von Handlungen, dadurch, daß bestimmte Leute, kaum daß die Revolution ihre ersten Schritte getan hatte, gegen sie auftraten oder auch nur ihren persönlichen Ehrgeiz befriedigen wollten. Vor allem aber stieß die Revolution vom ersten Augenblick an mit den Interessen der herrschenden Klasse zusammen, mit den Interessen der ökonomischen Schichten, die die Revolution fürchteten, die in ihr eine Bedrohung sahen. Die Revolution prallte mit der Ideologie dieser Klasse zusammen, mit dem Denken, mit den Menschen dieser Klasse, mit der Handlungsweise dieser Klasse, mit den Interessen dieser Klasse. Die Revolution prallte mit einer ganzen Reihe von Ideen zusammen, die in unserem Lande Fuß gefaßt hatten, die von der Reaktion, vom Imperialismus eingeimpft und von den Feinden des Fortschritts propagiert worden waren - durchweg ganz offensichtlich falsche Ideen, konservative Ideen, konterrevolutionäre Ideen, denen die Macht der Gewohnheit zur Seite stand, denen die Macht der Jahre ; manchmal der Jahrzehnte, ja sogar der Jahrhunderte zur Seite stand. Sie wurden von der Macht des Aberglaubens gehalten, von der Macht, die derartigen konventionellen Lügen innewohnt, von der Macht einer Unzahl von Schlagworten, die dem Volk als unanfechtbare Wahrheit vorgesetzt wurden, von der Macht eines ganzen Sortiments von ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Dogmen, die ihm jahrzehntelang durch alle Mittel der Massenbeeinflussung eingeimpft worden waren: in Büchern, auf den Universitäten, in den Instituten, durch die politischen Parteien, die die Interessen der herrschenden Klassen vertraten.
Darin bestand die Macht all dieser Ideen, gegen die sich die neuen Ideen unserer Revolution durchsetzen mußten.
Worin bestand die Macht der Ideen der Revolution? Bestand sie in der Verbreitung, die man diesen Ideen hatte geben können? Bestand sie in den Parteien, die man hatte organisieren können, um diese Ideen zu verbreiten? Bestand sie in den bereits vorhandenen Zeitungen, in den Rundfunksendern, im Fernsehfunk? Nein, die Macht der neuen Ideen, das heißt der revolutionären Ideen, lag in der ökonomischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit unseres Landes. Diese Ideen verkörperten Wahrheiten, die Wahrheiten, die den bestehenden Gegebenheiten gegenübergestellt werden mußten, die sich den Lügen der Feinde des Volkes gegenüber behaupten, die sich ganz einfach Bahn brechen mußten.
Warum gelang es den revolutionären Ideen, sich Bahn zu brechen? Einfach deswegen, weil diese Wahrheiten, diese Ideen, dem tiefen Sehnen, den dringenden Bedürfnissen, den wahren Interessen der Massen entsprachen. Und deswegen stürzten auch alle Lügen, alle Dogmen der Bourgeoisie, der Reaktion, der Großgrundbesitzer, des Imperialismus zusammen. Vor dem überwältigenden Vorstoß der revolutionären Ideen, die für die Interessen der ausgebeuteten Massen standen, mußte ihr ganzes System von Konventionen, mußten all ihre Lügen weichen.
Deswegen war es ein Prozeß des Kampfes, ein Prozeß harter Kämpfe. Die Massen ließen sich von den revolutionären Ideen überzeugen. In dieser Auseinandersetzung bezog jeder eine Stellung. Nicht jeder ließ sich von den revolutionären Ideen überzeugen. Der eine stellte sich gegen die revolutionären Ideen, der andere stimmte mit ihnen überein...
Hinter all dem standen die Klasseninteressen. Der Bauer, der Arbeiter ‚der einfache Bürger, die arme Familie, sie alle reagierten so, wie es ihren Klasseninteressen entsprach; die Reichen, die Großgrundbesitzer, die Großhändler, die Bankiers, alle, die im Geist des Imperialismus erzogen waren - der überdies ihren Klasseninteressen entsprach -, reagierten anders.
Und zwischen der einen und der anderen Auffassung, nun, da gingen auch noch die Fäden kreuz und quer. Es gab oft einfache Menschen aus dem Volk, die durch die Lügen und den Aberglauben so irregeführt waren, daß sie gegen ihre eigenen Klasseninteressen handelten. Dann wieder gab es Menschen, die man zwar vom Klassenstandpunkt aus nicht als Angehörige einer ausgebeuteten Klasse hätte bezeichnen können, die aber dennoch der Revolution positiv gegenüberstanden. Es gab eine Unzahl junger, politisch noch unentwickelter Menschen, die jedoch über gute Voraussetzungen und große Fähigkeiten verfügten, von revolutionärer Unruhe beseelt waren, Sinn für Recht und Gerechtigkeit, einen offenen Blick für das Neue und eine große Empfänglichkeit für die revolutionären Ideen hatten, junger Menschen, die dennoch in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug fortgeschritten waren.
All diese Tatsachen kennzeichneten eine große Auseinandersetzung, einen heftigen Widerstreit der Ideen. Welche Ideen gingen siegreich aus dem Kampf hervor? Die revolutionären Ideen, die Ideen der Massen, die neuen Wahrheiten der Revolution. Und geschlagen wurden alle Lügen, alle Dogmen, alle Falschheiten, alle Heuchelei.
Soll damit gesagt sein, daß dieser Kampf abgeschlossen ist? Nein, er ist keineswegs abgeschlossen. Der Kampf nimmt sehr verschiedene Formen an, oft sehr raffinierte. Mit anderen Worten, in den ersten großen Kämpfen zwischen den neuen und den alten Ideen errangen die neuen, die revolutionären Ideen den Sieg über die alten Ideen.
Doch der Kampf geht weiter, und er wird noch lange weitergehen. Er wird im nationalen und im internationalen Maßstab weitergehen, er wird im Weltmaßstab weitergehen. Dieser gleiche Kampf der Ideen, dieser gleiche Kampf der Ideologien, der in unserem Lande zwischen dem Sozialismus, dem Marxismus, und dem Imperialismus und Kapitalismus, zwischen der marxistischen Theorie und der bürgerlichen, der liberalen Theorie geführt wird, dieser Kampf tobt nicht nur hier, sondern überall, und jeder führt dabei seine Argumente ins Feld...
Eines der schwerwiegendsten Probleme, die der Kampf gegen die reaktionären Ideen, gegen die konservativen Ideen, gegen die Deserteure, gegen die Schwankenden, gegen die negativen Elemente mit sich brachte, war das Sektierertum. Man kann sagen, daß es sich hierbei um einen grundsätzlichen Fehler handelt, der in der Hitze dieses ideologischen Kampfes geboren wurde.
Diese Art von Fehlern hatte ihren Ursprung in den Bedingungen, unter denen sich der revolutionäre Prozeß vollzog, in dem harten, prinzipiellen Kampf, den die revolutionären Ideen gegen die konservativen Elemente und gegen die reaktionären Ideen führen mußten.
Die Kehrseite dieses revolutionären Prozesses war nun, daß sich eine Tendenz des Mißtrauens gegen alle herausbildete, des Mißtrauens gegen all jene, die nicht schon jahrelang in der revolutionären Bewegung kämpften, die nicht schon jahrelang Marxisten waren. Es ist nur natürlich - und selbstverständlich muß darüber hier auch gesprochen werden -, daß es unter bestimmten Umständen dieses Prozesses, in gewissen Situationen, als ein harter Kampf zwischen den Ideen geführt wurde, als es Verwirrung gab, als viele schwankten, daß es da nur richtig war, für eine sehr verantwortliche Funktion, für eine besonders wichtige Arbeit, die absolut vertrauenswürdige Menschen verlangte, Menschen also, die keinen Zweifeln, keinen Schwankungen unterlegen waren, einen Genossen auszuwählen, der auf Grund seiner Ideen, seines langjährigen Kampfes eine hundertprozentige Gewähr bot, daß er ein fester Genosse war, daß er keine Zweifel hinsichtlich des revolutionären Weges hegte. Es war unter diesen Umständen eine richtige Methode, gerade solche Genossen für eine Reihe von Funktionen auszuwählen ...
Schön und gut! Das alles ist richtig, das kann niemand bestreiten. Bestimmte Umstände brachten bestimmte Notwendigkeiten mit sich, schön! Aber die Revolution schritt weiter voran. Die Revolution war bereits zu einer mächtigen ideologischen Bewegung herangewachsen. Immer mehr ergriffen die revolutionären Ideen die Massen, immer mehr identifizierte sich die Masse des kubanischen Volkes mit den revolutionären Ideen, immer mehr erhob sie die revolutionären Ideen zu ihrem Banner. Was ehemals spontane Leidenschaft, Aufruhr, empörter Protest gegen die Diktatur, gegen die Willkür, gegen die Ungerechtigkeit war, wurde zu einem festen revolutionären Bewußtsein der Massen unseres Volkes.
Die revolutionären Ideen wurden zum Bewußtsein, nicht nur einer Minderheit, nicht nur einer Gruppe. Sie wurden zum Bewußtsein der großen Massen unseres Landes. Wer daran zweifelt, möge sich an die Deklaration von Havanna erinnern, an die zweite Deklaration von Havanna, an die Million Kubaner, die sich aus diesem Anlaß versammelt hatte, an die Begeisterung, mit der diese Million Kubaner die revolutionären Ideen, die radikalen Ideen, die wahrhaft fortschrittlichen Ideen der zweiten Deklaration von Havanna aufnahm, an die Begeisterung, mit der sie diese Deklaration unterstützte und an das politische Urteilsvermögen, mit der sie den Wert jedes Satzes einzuschätzen wußte.
Was beweist das? Daß die Massen revolutionär geworden waren, daß sich die Massen die marxistische Weltanschauung zu eigen gemacht hatten, daß sie sich den Marxismus-Leninismus zu eigen gemacht hatten. Das war eine unumstößliche Tatsache. Die Lager waren klar geschieden; die Feinde hatten sich endgültig als Feinde entpuppt, und die Massen der Arbeiter, der Bauern, der Studenten, der einfachen Menschen, die am wenigsten begüterten Schichten unseres Landes, weite Kreise der Mittelschichten, des Kleinbürgertums, zahlreiche Geistesschaffende machten sich die Ideen des Marxismus-Leninismus zu eigen, identifizierten sich mit dem Kampf gegen den Imperialismus, identifizierten sich mit dem Kampf für die sozialistische Revolution...
Das Volk entwickelte sich rasch, wurde mit jedem Tag revolutionärer. Als unserem Lande die Invasionsgefahr zu drohen begann, als wir hier sogar einen Angriff der mächtigen Streitkräfte des Imperialismus für möglich hielten, als wir begannen, mit dieser Gefahr zu rechnen - denn diese Gefahr müssen wir noch für lange Zeit im Auge behalten -, mobilisierte sich das Volk und strömte in die Milizen. Zu Tausenden und aber Tausenden ließen sich junge Menschen für die Luftabwehr ausbilden; Tausende und aber Tausende von Arbeitern, von einfachen Menschen gingen zu den Panzer- und Spezialabwehreinheiten, meldeten sich für die Panzerabwehr. Hunderttausende von Männern und Frauen reihten sich ein in die Bataillone, in die Kampfeinheiten, entschlossen, wenn notwendig, einen der heldenhaftesten Kämpfe zu bestehen, eines der größten Heldenepen zu schreiben, die ein Volk wie das unsere, wie ein Volk überhaupt, zu schreiben je gezwungen sein könnte...
Als dann der heimtückische Angriff vom 17. April kam, oder vielmehr vom 15. April, als von ausländischen Stützpunkten aufgestiegene Flugzeuge verschiedene Orte unseres Landes angriffen, als wir die Genossen bestatteten, die an diesem Tag ihr Leben lassen mußten, so wie wir schon vorher Genossen hatten bestatten müssen, zum Beispiel wenige Monate zuvor die Toten der Explosion auf der "La Coubre" - auch sie Opfer der Reaktion, des Imperialismus, der Reaktionäre, der Ausbeuter -, an diesem Tage, am Vorabend der Schlacht gegen den Imperialismus - nicht nach dieser Schlacht -, proklamierten wir den sozialistischen Charakter der Revolution, proklamierten wir in Worten, was in der Tat schon bestand. Und wer will es bestreiten? Die alles mitreißende Begeisterung, mit der die Massen der Arbeiter, an Ort und Stelle zu Arbeiterbataillonen geworden, ihre Waffen erhoben, bereit zu kämpfen, bereit, den Kampf aufzunehmen! ... Und sie kämpften bewußt, voller Begeisterung für die sozialistische Revolution!
Was bedeutet das? Es bedeutet, daß sich eine weitgehende qualitative Veränderung in den Massen vollzogen hatte. Die Massen waren revolutionär geworden. Das ist eine feststehende Tatsache, eine unbestreitbare Tatsache. Wer das nicht begreift, ist kurzsichtig, wer das nicht begreift, ist blind, wer das nicht begreift, ist einfach ein Dummkopf.
Wenn es aber eine Tatsache war, die sich hier vollzogen hatte, konnten wir da noch Methoden anwenden, die anderen Tatsachen entsprachen? Konnten wir die Methoden, die die Begebenheiten des Kampfes in einem bestimmten, in einem vorübergehenden Augenblick verlangten, in ein System verwandeln? Konnten wir die Methoden der Auswahl von Genossen für bestimmte staatliche Funktionen, für bestimmte Verwaltungsfunktionen in ein System verwandeln? Nein, wir durften diese Methoden nicht in ein System verwandeln. Es ist unbestreitbar, und die Dialektik lehrt es uns, daß eine Methode, die in einem gegebenen Augenblick richtig ist, ein wenig später schon falsch sein kann. Das lehrt uns die Dialektik, und alles andere ist dogmatisch und mechanistisch. Alles andere hieße Maßnahmen, die uns die Erfordernisse in einem bestimmten Augenblick diktierten, in einer anderen Situation anwenden, in der die Erfordernisse andere, die Umstände andere geworden sind. Und wir haben bestimmte Methoden in ein System verwandelt und sind tatsächlich in ein erschreckendes Sektierertum verfallen.
In was für ein Sektierertum? Nun, in das Sektierertum, zu glauben, daß nur langjährige marxistische Kämpfer vertrauenswürdig sind, daß nur sie ein Volksgut oder eine Genossenschaft leiten, eine Funktion im Staat oder sonstwo ausüben können. Wir sind zum Teil unbewußt in diesen Fehler verfallen. Zumindest hatte es den Anschein, daß all diese Probleme des Sektierertums unabhängig von unserem Bewußtsein, als etwas Unabwendbares in Erscheinung traten, daß das Sektierertum ein Virus war, eine Krankheit, die in das Gehirn vieler Menschen eingeimpft worden und schwer zu bekämpfen war. Tatsächlich war das schwer zu bekämpfen, schwer vor allem, solange dieser Virus noch keine sichtbare Krankheit hervorgerufen hatte...
Wir fragten uns oft: Woran liegt es? Wo steckt die Wurzel dieses hartnäckigen, unermüdlichen, systematischen Sektierertums, das überall in Erscheinung tritt, auf allen Ebenen, an allen Orten? Wo sind die Ursachen, die Wurzeln dieses Sektierertums?....
Wir begannen dieses Problem zu analysieren. Wir erörterten es im Kreise der Genossen der Nationalen Leitung, der Genossen, die damals die Nationale Leitung bildeten. Es war ein kleinerer Kreis als heute. Wir diskutierten offen über diese Probleme, über eine ganze Anzahl von Erscheinungen, eine ganze Anzahl von Fehlern, von Anomalien, die sich gezeigt hatten...
Wir hatten unter anderem die Aufgabe erhalten, den politischen Apparat der Revolution, die Vereinigten Revolutionären Organisationen, die ORI, zu bilden, das heißt die Keimzelle, das Gerüst der künftigen Einheitspartei der Sozialistischen Revolution. Die damit verbundenen Perspektiven, Ideen und Pläne erweckten bei der Bevölkerung die größte Begeisterung. Es gab keine öffentliche Zusammenkunft, wo der Gedanke, die Einheitspartei der Sozialistischen Revolution zu bilden, nicht mit Beifall und begeisterter Zustimmung aufgenommen wurde.
Schön, wir alle widmeten uns der Aufgabe, diese Partei zu organisieren. Jeder hier hat eine Unzahl von Pflichten erfüllt, an dieser oder jener Front unserer Arbeit. Jeder von uns tat sein Bestes: bei den Vorbereitungen, um dem imperialistischen Feind entgegenzutreten, im Kampf gegen den imperialistischen Feind, im Kampf auf dem Gebiet der Kultur, auf allen Gebieten.
Andere wieder arbeiteten an den Aufgaben der Bildung der Partei. Und die Partei nahm Gestalt an, vielmehr die ORI nahmen Gestalt an, schlossen sich immer enger zusammen. Aber bauten wir tatsächlich eine wahrhaft marxistische Partei auf? Organisierten wir eine wahre Vorhut der Arbeiterklasse? Schlossen wir tatsächlich die revolutionären Kräfte zusammen? Nein, Genossen, wir waren im Begriff, nicht eine Partei zu organisieren, sondern ein Joch zu zimmern. Wir organisierten nicht eine Partei, sondern waren im Begriff, eine Zwangsjacke zu organisieren, zu schaffen, zu fabrizieren. Was wir ins Leben riefen, war nicht eine freie Vereinigung von Revolutionären, sondern eine Armee gezähmter und dressierter Revolutionäre...
So, und eines Tages standen wir vor einem heillosen Haufen Mist. Verzeiht mir diesen drastischen Ausdruck. Sind damit die Menschen gemeint, die sich dieser Sache widmeten? Nein, keineswegs. Die Menschen fallen oft den Fehlern anderer zum Opfer. War die Mehrzahl der Menschen, die sich dieser Aufgabe widmeten, etwa schlecht? Nein, die Mehrzahl dieser Menschen war gut, es waren hervorragende Revolutionäre, treue Revolutionäre, dem Sozialismus, dem Marxismus, der Revolution treu. Nicht darin bestand das Problem. Das Problem bestand in den Methoden und Zwecken, die diesem Apparat zugrunde lagen.
Der Genosse, der das Vertrauen erhielt, weil es ihm zugesprochen wurde oder weil er sich spontan in den Vordergrund stellte - es ist nicht ganz klar, ob er es erhielt oder es sich nahm - und der deswegen die Aufgabe bekam, zu organisieren, die Funktion des Organisationssekretärs der Vereinigten Revolutionären Organisationen auszuüben, dieser Genosse, der das Vertrauen aller besaß, hinter dessen Handlungen das Ansehen und die Autorität der Revolution standen, wie es bei jedem Revolutionär allein um der Tatsache willen ist, daß er im Namen der Revolution, im Namen aller anderen Genossen der Revolution spricht - er, Genossen, verfiel zu unserem großen, zu unserem größten Leidwesen in die Fehler, von denen wir hier sprechen. Ich meine den Genossen Anibal Escalante.
Für niemand ist es eine angenehme Aufgabe - auch für uns nicht -, all diese Probleme erörtern zu müssen, hier darüber berichten zu müssen. Schmerzt es uns? Natürlich schmerzt es uns. Wir können Anibal Escalante nicht in demselben Licht sehen wie so manche andere, die einmal auf der Seite der Revolution standen und sie dann verrieten.
Anibal Escalante war lange Jahre Kommunist. Unserer Meinung nach war er ein wahrer Kommunist, ein ehrlicher Kommunist. Wurde Anibal Escalante ein Antikommunist? Nein. Wurde er ein Kapitalist? Nein. Wurde er ein Fürsprecher des Imperialismus? Nein, auch das wurde er nicht. Hat er die Revolution verraten und sich in das Lager des Feindes geschlagen? Nein, das hat er nicht getan.
Anibal Escalante war eine gewisse Zeit unser Kamerad und Mitarbeiter in der Leitung der Revolution. Noch härter trifft es aber die Genossen, die ihn nicht ein Jahr oder zwei oder drei Jahre als Kommunisten an ihrer Seite hatten, sondern zehn, zwanzig Jahre des Kampfes, schwere Jahre, und jeder weiß, wie schwer das Leben eines Kommunisten war; jeder weiß, wie hart die Verfolgungen waren, die Angriffe, die Verleumdungen, die Kampagnen, die Bemühungen, ihn zu isolieren, ihn einzukreisen, ihn zu vernichten. Jeder kann doch heute in den Vereinigten Staaten sehen, was mit den Kommunisten, mit ihren Führern geschieht, wie man den kommunistischen Arbeiter auf die Straße wirft, wie man ihn verfolgt, ihn durch den Hunger bezwingen will oder mit ihm umspringt wie mit Henry Winston, den sie ins Gefängnis sperrten, ihn mißhandelten, bis er erblindete, und ihn dann durch einen heuchlerischen Gnadenakt aus dem Gefängnis entließen, nachdem sie ihn körperlich völlig zugrunde gerichtet hatten. Ihr wißt, wie die Reaktion in den kapitalistischen Ländern gegen die Kommunisten auftritt, mit wieviel Haß und Wut.
Anibal Escalante hat das alles durchgemacht, und er durfte erleben, wie in unserem Vaterland Wahrheit wurde, was ihm in langen, schweren Jahren als Inbegriff seines Strebens, seiner gerechten Ideen vorschwebte, als ein Weg zur Umgestaltung unseres halbkolonialen, vom Kapitalismus und Imperialismus unterdrückten Landes in ein sozialistisches Land. Und dennoch beging Anibal Escalante Fehler. Anibal Escalante, der Kommunist, beging schwere Fehler.
Die Kommunisten können sich eben auch irren, sie sind eben auch Menschen! Ist dies der einzige Fall? Nein, Kommunisten haben sich oft geirrt. Die Geschichte der Bewegung, der internationalen kommunistischen Bewegung, kennt viele Fehler, seit der Zeit, da sie in den Gedanken, in den Werken, in der Mühe und Arbeit von Marx und Engels entstand, bis zur Gründung des ersten sozialistischen Staates unter der Führung Lenins.
Viele kehrten dem Marxismus den Rücken, viele versuchten den Marxismus zu revidieren, viele wandten ihn nicht richtig an. Aber gerade im Kampf gegen die Revisionisten, gegen die Pseudomarxisten, gegen die Marxisten also, die sich auf dem falschen Wege befanden, stählte sich der Leninismus.
Anibal Escalante, wie jeder andere Mensch nicht vor Fehlern gefeit, beging also schwere Fehler.
In unseren Schlußfolgerungen gelangten wir alle gemeinsam zu der Überzeugung, daß Anibal Escalante unter Mißbrauch des Vertrauens, das wir in ihn gesetzt hatten, in seiner Funktion als Organisationssekretär eine unmarxistische Politik betrieb, eine Politik, die von den Leninschen Organisationsprinzipien einer Partei, die zur Vorhut der Arbeiterklasse berufen ist, abwich, und daß er versuchte, ein Instrument, einen Apparat zu schaffen, der seinen eigenen, persönlichen Zwecken diente.
Wir sind der Meinung, daß Genosse Anibal Escalante viel damit zu tun hatte, daß sich in diesem Prozeß das Sektierertum in ein System verwandelte, daß das Sektierertum zu einem Virus wurde, zu einer wahren Krankheit. Genosse Anibal Escalante ist dafür verantwortlich, diesen sektiererischen Geist bis in die höchste Potenz gesteigert, ihn für seine eigenen Zwecke hochgezüchtet zu haben, um eine Organisation zu schaffen, deren Kontrolle allein in seinen Händen läge. Er ist weiterhin dafür verantwortlich, in dieser Organisation eine Reihe von Methoden eingeführt zu haben, die zur Bildung nicht einer Partei, sondern eines Jochs, einer Zwangsjacke, führen mußten.
Wir sind der Meinung, daß Anibal Escalante nicht irrtümlicherweise und unbewußt, sondern vorsätzlich und sehr bewußt so handelte, Er ließ sich einfach durch seinen persönlichen Ehrgeiz hinreißen. Die Folge war, daß er Schwierigkeiten über Schwierigkeiten heraufbeschwor, daß er, kurz gesagt, das Land in ein wahres Chaos stürzte.
Warum? Ganz einfach: Die Idee hat die ganze Unterstützung des Volkes - die Idee, die Einheitspartei der Sozialistischen Revolution zu organisieren; die Idee, eine Vorhut, eine Partei der Arbeiterklasse zu schaffen, genießt die ungeteilte Sympathie der Massen; der Marxismus erfreut sich der ungeteilten Unterstützung der Massen; der Marxismus-Leninismus ist die Weltanschauung des kubanischen Volkes. Die Funktion der marxistisch-leninistischen Partei als Vorhut der Arbeiterklasse hat die ungeteilte Zustimmung des Volkes; das Prinzip, daß die Partei die Führung innehat, daß sie die Revolution führt, hat die volle Zustimmung des Volkes, wird vom Volk als ein Grundprinzip des Marxismus-Leninismus anerkannt. Unter diesen Umständen, da das ganze Volk zustimmte, war es leicht, diesen bereits vom Volke anerkannten Apparat in ein Instrument für persönliche Ziele zu verwandeln. Das Prestige der ORI war unermeßlich. Jede Richtlinie, jede Orientierung, die von den ORI kam, wurde von allen befolgt. Aber die ORI waren nicht die ORI.
Genosse Anibal Escalante hatte es so einzurichten verstanden, daß er die ORI war. Wie war das möglich? Durch einen ganz einfachen Mechanismus. Vom Organisationssekretariat aus gab er seine Richtlinien an alle revolutionären Grundeinheiten und an den ganzen Apparat, als seien es Richtlinien der Nationalen Leitung. Und er führte auch die Sitte ein, daß man sich die Richtlinien in den Räumen des Organisationssekretariats der ORI abholen mußte, und sie wurden als Richtlinien der Nationalen Leitung von allen befolgt. Gleichzeitig benutzte er aber all diese Umstände, um ein Kontrollsystem zu schaffen, das restlos in seiner Hand lag.
Da nun aber diese Politik von einem dermaßen auf die Spitze getriebenen Sektierertum begleitet war, mit dessen Hilfe sich günstige Bedingungen für derartige Ziele schaffen ließen, da nun aber in seinen Händen die Aufgabe lag, Schritt für Schritt die revolutionären Zellen zu organisieren, da nun aber zu seinen Zielen nicht eine Politik der Disziplin, der Kontrolle, der hohen Anforderungen an die Mitglieder der Organisation paßte, sondern vielmehr eine Politik der Nachsicht, da nun aber zu seinen Zielen nicht eine reale, den Funktionen der Vorhut, der Partei der Arbeiterklasse entsprechende Politik paßte, sondern vielmehr eine Politik der Vorrechte, schuf er Bedingungen und erließ er Richtlinien, die dazu geeignet waren, nicht einen Apparat der Vorhut der Arbeiterklasse zu bilden, sondern ein wahres Rattennest von Sonderstellungen und Rücksichtnahmen auf persönliche Vorteile, ein wahres System von Vergünstigungen und Gefälligkeiten aller Art. Der Sinn des Apparates wurde völlig auf den Kopf gestellt.
Mit anderen Worten, es ging darum, die Vormachtstellung und das Übergewicht einer kleinen Gruppe zu schaffen, die Ideen zu verwirren. Das Prinzip, daß die marxistische Partei den Weg weist, daß die marxistische Partei als Vorhut der Arbeiterklasse den Staat leitet, diese Leitung aber nur durch bestimmte Kanäle und auf der Grundlage der Orientierungen der Nationalen Leitung ausüben darf, suchte er in etwas ganz anderes umzufälschen, in eine Leitung auf allen Ebenen, ja sogar in noch etwas mehr als eine Leitung auf allen Ebenen, nämlich in das Eingreifen des politischen Apparates in die Verwaltungsfunktionen auf allen Ebenen. Daraus leitete man dann in erschreckender, bedauerlicher und beschämender Verworrenheit den Standpunkt ab, daß die revolutionäre Grundeinheit zu bestimmen hatte, daß sie leitende Mitarbeiter ein- und absetzen konnte, daß die Grundeinheit regierte. Die Folge war, daß im Lande eine wahre Anarchie, ein wahres Chaos geschaffen wurde.
Das führt natürlich weit ab von dem, was eine marxistisch-leninistische Partei, die Vorhut der Arbeiterklasse, darstellen muß...
Handelt es sich dabei um eine Frage der Befehlsgewalt? Geht es darum, wer zu befehlen hat und wer nicht? Nein, Genossen, wenn es um eine Frage der Befehlsgewalt ginge, wenn es darum ginge, wer zu befehlen hat und wer nicht, dann hätten wir uns nicht hier zusammengefunden, die Genossen der Nationalen Leitung und die Minister ..., dann brauchten wir hier nicht zu reden.
Diese Dinge wären hier nicht vorgetragen, nicht diskutiert, nicht dem Volk unterbreitet worden, wenn es sich nicht um grundlegende Fragen für unser Vaterland handelte, um grundlegende Fragen für die Revolution, für die Zukunft unseres Landes, wenn ein Ausweichen vor diesen Fragen nicht bedeutet hätte, die Revolution in den Abgrund, in einen bodenlosen Abgrund zu führen, sie ihrer eigenen Vernichtung entgegenzuführen ...
Es war notwendig, diese Frage zu diskutieren, weil sie eine Lebensfrage der Revolution ist, eine Grundfrage für die Revolution ; es war einfach notwendig, sie zu diskutieren, weil diese Fehler berichtigt werden müssen. Diese sinnlose und absurde Politik, die einem so ruhmreichen, einem so großen revolutionären Prozeß eingeimpft wurde, mußte einfach beseitigt werden, mußte mit der Wurzel ausgerissen werden. Es mußten alle Umstände beseitigt werden, die etwas derartiges möglich gemacht hatten, und es mußten die Voraussetzungen für die Organisierung und die Tätigkeit einer Partei geschaffen werden, die wahrhaft die Vorhut der Arbeiterklasse ist...
Ich sagte es schon: Was wir ins Leben riefen, war nicht ein Apparat, sondern ein Joch, eine Zwangsjacke. Mehr noch: Es war nicht ein Apparat, sondern eine leere Hülle. Wie war das möglich? Weil es nicht die Massen waren, die vereinigt wurden...
Wenn wir eine Organisation schaffen wollen, eine Vereinigung, und dabei nicht die Massen vereinigen, dann werden wir nichts vereinigt haben, sondern in ein erschreckendes Sektierertum verfallen, so wie es tatsächlich geschehen ist...
Was muß das Ideal eines Marxisten-Leninisten sein? Viele Jahre lang waren wir nur einige wenige, zehntausend, fünfzehntausend oder auch nur fünftausend, so viele, wie es eben gerade waren. Jetzt aber, da diese selbe Sache, dieses Banner, dieses Ideal das Ideal von drei Millionen Kubanern ist, darf man da noch genauso handeln wie zu einer Zeit, da es noch fünftausend, zehntausend oder fünfzehntausend waren? Darf man sich da von den Massen isolieren? Das ist ein ganz gewaltiger Fehler, Genossen, und in diesen Fehler verfallen, ist verbrecherisch, zumal wir heute schon die Kraft der Massen hinter uns haben. Wir müssen diese Massen in die richtigen Bahnen lenken, und dazu brauchen wir neue Kräfte, neue Kader, nicht nur die kleine Gruppe von Kadern aus der Zeit, als die Organisation noch sehr klein war, als die marxistisch-leninistische Partei ein paar tausend Anhänger hatte. Heute, da der Marxismus-Leninismus Millionen von Anhängern in unserem Lande hat, muß eine Organisation für diese Millionen errichtet werden. Anders zu handeln wäre, wie wir schon mehrmals sagten, gleichbedeutend damit, den Inhalt einer Tonne in einen Eimer entleeren zu wollen, ein vierzigstöckiges Hochhaus auf den Fundamenten eines zweistöckigen Gebäudes errichten zu wollen. Das stürzt doch zusammen, Genossen, und wenn wir so etwas machen, isolieren wir uns von den Massen!
Wir sind in diesen Fehler verfallen, und vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus ist das ein großer Fehler, ein schwerer Fehler, ein unverzeihlicher Fehler, ein Fehler, den wir berichtigen müssen ...
Wir diskutieren heute nicht um Kommunismus oder Antikommunismus oder um die weltanschauliche Definierung unserer Revolution. Unsere Revolution ist eindeutig als marxistisch-leninistisch definiert, und im Geiste des Marxismus-Leninismus üben wir diese Selbstkritik an unseren Fehlern. Möge sich niemand falsche Illusionen machen! Möge sich niemand etwas einbilden! Wir werden nicht einen Zoll zurückweichen, sondern vorwärtsgehen!
Wir werden vorwärtsschreiten, weit vorwärts. Große Schritte werden wir machen, und zwar gerade dadurch, daß wir unsere Fehler berichtigen.
Wir diskutieren hier und üben Selbstkritik als Marxisten, Genossen, als Marxisten-Leninisten. Mag der Feind sagen, was er will. Wir wissen, daß es dem Feind nicht paßt, daß dem Feind diese Diskussion nicht paßt. Dem Feind paßt es nicht, daß wir unsere Fehler berichtigen. Diese Berichtigung dient nur der Revolution, heute und in der Zukunft.
Wir müssen eine marxistisch-leninistische Partei sein, die Vorhut der Arbeiterklasse. Wir müssen im Namen der Arbeiterklasse regieren, und wir machen unsere Revolution und regieren unser Land im Namen der Arbeiterklasse, im Namen der Werktätigen.
Unsere Partei muß nach marxistischen Methoden organisiert werden, nicht nach den Methoden Ludwigs XIV.: Der Staat - das bin ich! Nein, das ist kein demokratischer Zentralismus, das ist himmelweit davon entfernt. Der demokratische Zentralismus ist etwas ganz anderes. Er ist ein Leitungsprinzip, um die Partei nach marxistisch-leninistischen Methoden zu organisieren, Methoden der Auswahl, der Arbeit. Was bezweckt er? Er bezweckt, die Besten aus dem Volk, die Besten aus der Arbeiterklasse in dieser Partei zusammenzuschließen. Die Besten aus den Reihen der Werktätigen des Landes müssen in der Partei organisiert sein. Wer ist das? Die vorbildlichen Arbeiter, diejenigen, die beispielgebend in der Arbeit sind, und die haben wir wie Sand am Meer.
Das heißt, ein vorbildlicher Arbeiter sein ist die erste Voraussetzung, um Mitglied einer Grundeinheit werden zu können. Man kann nicht Erbauer des Sozialismus, Erbauer des Kommunismus sein, wenn man nicht ein vorbildlicher Arbeiter ist. Kein Faulenzer, kein Tagedieb hat das Recht, Mitglied einer revolutionären Grundeinheit zu sein.
Nun gut, das reicht aber noch nicht. Er muß ein vorbildlicher Arbeiter sein, er muß die sozialistische Revolution anerkennen, er muß die Ideologie der Revolution anerkennen, er muß - selbstverständlich - den Wunsch haben, der revolutionären Grundeinheit anzugehören, und er muß sich der Verantwortung bewußt sein, die die Mitgliedschaft in einer revolutionären Grundeinheit mit sich bringt. Eine weitere Voraussetzung ist aber ein sauberes Leben, das heißt, niemals der Diktatur als Soldat oder als Polizist gedient zu haben. Ein sauberes Leben bedeutet, niemals etwas mit den Mujal-Gewerkschaften, mit dem Batista-Regime zu tun gehabt zu haben, niemals Mitglied einer der Batista-Parteien gewesen zu sein, nicht in der Armee des Diktators, in seinem Geheimdienst oder ähnlichen Organen gedient zu haben. Das ist es also, was wir von diesem Arbeiter verlangen, ein sauberes, makelloses Leben.
Die Massen selbst sagen uns, wer ein vorbildlicher Arbeiter ist, denn die Massen haben ein sehr gutes Empfinden für das, was richtig ist. Immer – ich habe das auf zwei Versammlungen* erlebt, und auf allen anderen war es auch so - nennen sie auch irgendeinen Kumpel, der schon lange im Kampf steht, weil er sich als guter Kommunist, als hervorragender Arbeiter ausgezeichnet hat ...
Natürlich ist es nicht so, daß die Massen die Mitglieder der revolutionären Grundeinheit wählen. Die Partei beruht nicht auf der Wahl, sondern auf der Auswahl ihrer Mitglieder. Sie organisiert sich nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus. Man muß aber die Meinung der Massen berücksichtigen. Es ist sehr wichtig, daß diejenigen, die einer revolutionären Grundeinheit angehören, die volle Unterstützung der Massen und ein hohes Ansehen bei den Massen haben ...
Welche Haltung müssen wir gegenüber den alten Kommunisten einnehmen? Wir müssen sie achten, wir müssen ihre Leistungen, ihren Kampf anerkennen. Und welche Haltung müssen sie einnehmen? Sie müssen bescheiden sein. Welche Haltung muß ein Revolutionär, ein Kämpfer einnehmen? Er muß bescheiden sein. Ein Mann, der in der Sierra Maestra oder in der Illegalität gekämpft hat, muß bescheiden sein, muß mit der Bescheidenheit eines Revolutionärs auftreten. Wir müssen Schluß machen mit dem ewigen "ich habe hier gekämpft, ich habe dort gekämpft" ...
Die Revolution steht über allem, was jeder von uns bisher getan hat. Sie steht höher und ist wichtiger als die Organisationen, die wir bis vor kurzem hatten, die Bewegung des 26. Juli, die Sozialistische Volkspartei und das Direktorium. Die Revolution in sich selbst ist viel wichtiger als das alles.
Was ist die Revolution? Sie ist ein mächtiger Stamm, der seine Wurzeln hat. Diese Wurzeln, die von verschiedenen Punkten ausgingen, vereinigten sich zum Stamm, und der Stamm beginnt nun zu wachsen. Die Wurzeln sind wichtig, aber was heranwächst, ist der Stamm eines großen Baumes, eines sehr hohen Baumes, der aus diesen Wurzeln hervorging. Der Stamm ist all das, was wir schon gemeinsam getan haben, seit wir uns vereinigten. Im Wachstum dieses Stammes verkörpert sich alles, was wir noch tun müssen und weiter gemeinsam tun werden.
Der Tag wird kommen, Genossen - denkt gut darüber nach, denn es ist eine grundlegende Frage -, der Tag wird kommen, da das, was wir in der Vergangenheit getan haben, nicht mehr so wichtig sein wird, da das, was jeder von uns allein getan hat, weniger wichtig sein wird als das, was wir gemeinsam getan haben. Laßt uns alle diesen Gedanken festhalten. In zehn Jahren, in zwanzig Jahren wird die Geschichte ausweisen, daß wir das alles gemeinsam getan haben, und niemand wird mehr darüber sprechen, was jeder für sich getan hat, in der Sozialistischen Volkspartei, der Bewegung des 26. Juli und im Direktorium oder anderswo. An sie wird man denken wie an die Wurzeln, die von weither kommen, die weit zurückliegen. Das Wichtige ist das ‚was wir nach unserer Vereinigung tun, nachdem wir ein Stamm geworden sind.
Was haben wir gemeinsam getan? Sehr viel, und es wurde wirklich gemeinsam geschafft. Kann man die Bedeutung des antiimperialistischen Kampfes verkennen, die Schlacht gegen die Feinde von Playa Girón, die uns fest miteinander verschmolz, einen Tag, nachdem wir die Sozialistische Revolution proklamiert hatten, alle miteinander: alte Kommunisten, neue Kommunisten, Kubaner, die in dieser Frage weder alt noch jung waren, Menschen aus dem Volk, namenlose Helden? Seht doch die Bilder der Toten. Mehr als hundert fielen, gaben ihr Leben für diese Sache. Die Größe der Stunde vereinte sie, die Opferbereitschaft vereinte sie.
Wichtig ist nicht, was jeder für sich getan hat, Genossen, wichtig ist, was wir gemeinsam tun werden, was wir seit einiger Zeit schon gemeinsam tun. Und was wir gemeinsam tun, interessiert uns alle, Genossen, interessiert uns alle gleichermaßen. Wer wird so unvernünftig sein und sich nicht um das Gedanken machen, was wir alle gemeinsam tun, was ihm nützt oder was ihm schadet? Wer wird so dumm sein, daß er diese Dinge nicht versteht? Das eine steht doch fest: Wir müssen diese Fehler berichtigen. Was bedeutet das? Daß wir nun den Opportunismus eindringen lassen? Nein. Seht einmal, Genossen, wir müssen einen doppelten Schutzwall gegen die Opportunisten aufbauen, damit sich auch nicht einer von ihnen einschleichen kann. Hier darf es keine Lücke geben. Will der Heuchler, der Intrigant durch eine Lücke schlüpfen? Hier gibt es keine Lücke, hier müssen wir alle enger zusammenstehen, die Alten und die Neuen!
Wir müssen ganz einfach marxistisch-leninistische Methoden in unserer Arbeit anwenden. Wir müssen eine Politik der Methoden und eine Politik der Prinzipien verfolgen. Eine Politik der Methoden und der Prinzipien ist die einzig richtige Politik, die einzige Politik, die allen Garantien, allen Sicherheit gewährt. Die sektiererische Politik drohte alles hinwegzufegen, und niemand fühlte sich auf Grund dieses Sektierertums mehr sicher.
Wollen wir nun diese Fehler berichtigen, indem wir mit dem Holzhammer losschlagen und alles ’rausfeuern? Nein, Genossen, so geht es nicht! Es sollen so viele alte Genossen in unseren Reihen sein, wie notwendig ist, wenn die Revolution beschließt, sie aufzunehmen. Maßgeblich für die Aufnahme ist die Politik der Revolution in ihrer Gesamtheit, nicht eine Zweckpolitik oder persönliche Rücksichtnahme. Nein und nochmals nein! Damit muß einfach Schluß sein. Und wenn wir all diese Dinge berichtigen, dann müssen wir aus dieser Berichtigung gewinnen, dann müssen wir stärker, geeinter daraus hervorgehen. Sehen wir uns an, wer etwas taugt und wer nichts taugt, und die Qualität, die Qualität der Arbeit, soll das letzte Wort sprechen.
Wie müssen wir uns nun zu einem Marxisten, ob er nun alt oder neu ist, verhalten? Strenger als zu anderen. Von wem müssen wir mehr verlangen? Vom Mitglied der Organisation. Wie können wir von einem Mitglied der Organisation weniger verlangen als von einem Menschen, der es nicht ist? Nein, nein! Wenn ein Marxist, ein Mitglied der Organisation, einen Fehler begeht, ist er doppelt schuldig. Und wir dürfen in einem solchen Fall keine Nachsicht üben, wir müssen den Betreffenden zur Verantwortung ziehen. Die Menschen müssen merken, daß Mitglied dieser Organisation sein keine Bevorzugung, kein Vergnügen bedeutet, daß damit keine Pöstchen, kein Herumkommandieren, keine Vergünstigungen irgendwelcher Art verbunden sind. Nein! Darüber soll sich jedermann klar sein: Mitglied dieser Organisation werden, mag zwar eine große Ehre sein, aber es bedeutet auch, daß man Opfer bringen muß, mehr Opfer als andere, daß man mehr arbeiten muß als andere, es bedeutet mehr Selbstverleugnung und weniger Vorteile. So muß die Organisation beschaffen sein, damit die Guten, damit die Besten zu ihr kommen, damit diejenigen, die nichts taugen, nicht hineinkommen, damit sich kein negatives Element, kein Opportunist einschleicht. In so eine Organisation wird er gerade kommen!
Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Menschen in Massen in die Organisation strömen sollen. Keineswegs! Die Organisation muß eine strenge Auswahl treffen. Nur die Besten, in jeder Beziehung, dürfen ihr angehören. Das ist die Organisation, die wir schaffen müssen ...
Wir mußten heute hart sein. Wir sind davon überzeugt, daß es notwendig war, daß es nützlich war, daß es das einzig Richtige und Gesunde war. Denn eines ist klar, Genossen, von diesem Augenblick an muß endgültig Schluß sein mit den Differenzen zwischen alten und neuen, zwischen Sierra und Ebene, zwischen dem, der geschossen hat, und dem, der nicht geschossen hat, zwischen dem, der in der Vergangenheit den Marxismus studiert hat, und dem, der ihn noch nicht studiert hat. Von diesem Augenblick an müssen wir alle eins sein. Uns soll es nicht so ergehen wie jener Frau aus der Bibel, von der man sagt, sie sei beim Zurückblicken auf die vernichtete Stadt zur Salzsäule erstarrt. Wir dürfen nicht, zu einer Salzsäule erstarrt, auf das zurückblicken, was wir getan haben, schauend, uns daran weidend. Wir müssen vorwärtsblicken, Genossen! Das ist die einzig mögliche Haltung für uns alle, für alle ehrlichen Menschen, alle ehrlichen Revolutionäre, alte und neue. Das muß unsere Haltung sein, ohne Vorbehalte oder Bedauern, ohne irgendwelches Mißtrauen. So müssen wir handeln, alle mit unserer Sache verbunden, mit unserer Revolution, mit der historischen Mission dieser Revolution; verbunden mit dem Marxismus-Leninismus, der die Weltanschauung der Arbeiterklasse und eine wissenschaftliche Weltanschauung ist. Ja, Genossen, der Marxismus-Leninismus vereint in sich die ganze Anziehungskraft einer wirklichen revolutionären Theorie, einer wirklichen revolutionären, unerschöpflich reichen Wissenschaft, aus der wir außerordentliche Kenntnisse gewinnen können, in der wir eine unübertreffliche Waffe im Kampf haben. Der Marxismus-Leninismus ist eine unvergleichliche Sache, die beste Sache, für die es sich lohnt, zu kämpfen und zu sterben, eine Sache, wie es sie menschlicher, gerechter, größer und besser nicht gibt!
Die Feinde versuchen, den Marxismus als etwas Schlechtes, als etwas Unrechtes hinzustellen. Nein! Es soll ihnen niemals gelingen, mit den Fehlern einzelner, die falsch handeln, mit den Fehlern einzelner, die sich irren, beim Volk Verwirrung anzurichten.
Unser Volk hat heute nicht nur das Glück, eine siegreiche Revolution, eine in den Massen verankerte Macht zu haben, es hat auch das Glück, eine revolutionäre Ideologie sein eigen zu nennen, eine unerschütterliche, unbesiegbare Weltanschauung, der Ideologie der Reaktionäre und Ausbeuter himmelweit überlegen, eine Weltanschauung, erstarkt in den Kämpfen eines Jahrhunderts. Wieviel Blut floß in diesem Jahrhundert, Arbeiterblut, proletarisches Blut, Heldenblut, für die Verteidigung der Gerechtigkeit, für die Verteidigung der Gleichberechtigung unter den Menschen, für die brüderliche Freundschaft aller Menschen! Das ist unsere Sache, das ist unser Banner! Darauf müssen wir stolz sein, stolz, daß wir Marxisten-Leninisten sind, stolz, daß wir ehrliche Revolutionäre sind, stolz, Genossen, daß wir den Mut und die Ehrlichkeit hatten, so zu diskutieren, wie wir es getan haben, in aller Öffentlichkeit und kollektiv unsere Fehler zu diskutieren und sie ebenso kollektiv zu berichtigen, so wie wir es getan haben. Wir können stolz darauf sein, daß wir so vor den Massen auftreten können, wie wir es heute tun, daß wir das Wesentliche, das Grundsätzliche erklären und über die Maßnahmen berichten, die wir ergriffen haben: die Absetzung des Genossen, den wir als den Schuldigen an diesen Fehlern erkannten, von seiner Funktion in der Nationalen Leitung und im Organisationssekretariat; die Erweiterung dieser Nationalen Leitung, damit in ihr all die historisch gewordenen Namen erscheinen, alle Genossen, die durch ihre Leistungen auf dem einen oder anderen Gebiet würdig sind, dieser Nationalen Leitung anzugehören! Jetzt gilt es das gleiche auf allen Ebenen zu tun. Das wird uns stärken, das wird unserer Revolution mehr Kraft geben, wird das Vertrauen des Volkes zur revolutionären Führung festigen, wird das Vertrauen der Revolutionäre aller Völker der Welt zu uns vergrößern, wird das Vertrauen aller revolutionären Organisationen Lateinamerikas zur kubanischen Revolution vergrößern! Denn diese Fähigkeit, ihre Fehler zu berichtigen, wird der kubanischen Revolution Ansehen einbringen, wird der kubanischen Revolution die Kraft verleihen, über die eine Organisation verfügen kann, wenn sie sich von allem Schlechten, von ihren Mängeln, von ihren Fehlern zu befreien versteht, wenn sie es versteht, diese Schwierigkeiten zu überwinden!
Seid gewiß, Genossen, daß so, auf diese Weise, unsere Revolution unbesiegbar sein wird! Seid gewiß, Genossen, seid gewiß, daß es so keine Kraft der Welt geben wird, die jemals unsere Revolution niederringen kann! Ich möchte die Worte wiederholen, die ich damals sagte, als wir in die Hauptstadt der Republik einmarschierten: Wir haben alle Hindernisse überwunden, es bleiben weiter keine Feinde übrig als wir selbst, als unsere eigenen Fehler. Einzig und allein unsere eigenen Fehler könnten diese Revolution vernichten! Das wiederhole ich heute, füge aber hinzu, daß es keinen Fehler gibt, den wir nicht überwinden können, und daß es deshalb auch keinen Fehler geben wird, der die Revolution zu vernichten vermöchte! Es wird keine Fehler geben, die wir nicht überwinden, und so wird unsere Revolution unbesiegbar sein!
Fidel Castro Ruz
Havanna, 26. März 1962
Noticias de Hoy, 27. März 1962
Quelle: Fanal Kuba, Dietz Verlag Berlin 1963
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Karl Dietz Verlages Berlin