
Bei der 20. Bundesdelegiertenkonferenz in Essen gab es nach den politischen Umbrüchen seit 1989 auch in der FG BRD-Kuba intensive Auseinandersetzungen über die künftige Ausrichtung der Organisation. Dazu Hartmut: “Bei dieser BDK gab es heftige Diskussionen. Einige Delegierte hatten aus meiner Sicht merkwürdige ‘Reform’vorstellungen zur Entwicklung Cubas, dazu habe ich mich natürlich klar geäußert. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich nicht für den Bundesvorstand kandidieren wollte. Ich musste darüber erst eine Nacht schlafen, dann habe ich zugestimmt.” Hartmuts Eintritt in den Bundesvorstand hat erheblich zur Stabilisierung der FG in dieser schwierigen Zeit beigetragen. Unmittelbar nach seiner Wahl in den Bundesvorstand 1994 begann Hartmut Meinert auch seine ehrenamtliche Arbeit in der Geschäftsstelle. Zunächst nur einmal wöchentlich am Freitagnachmittag nach der Arbeit unterstützte er die Arbeit der jeweiligen Angestellten, doch nach seiner Pensionierung im Jahr 1998 war er viele Jahre regelmäßig an drei Tagen pro Woche in unserem kleinen Büro in Köln, bei Bedarf auch häufiger. Als eine hauptamtliche Mitarbeiterin der FG für ein halbes Jahr erkrankte, arbeitete er Vollzeit, erledigte alle anstehenden Arbeiten. Nicht einfach für einen, der beruflich nie mit Buchhaltung, Korrespondenzführung und “Computerkram” zu tun hatte… Im Laufe der Jahre seit 1994 hat Hartmut so etwa 10 Kolleg/innen in der Geschäftsstelle unterstützt oder vertreten. Er hat sich engagiert eingebracht und manchmal wahrlich den “Laden” – die Geschäftsstelle – aufrecht erhalten, wenn es Personalprobleme bei der Minimalbesetzung im Büro gab, die gerade noch finanziell vertretbar war. Obwohl Hartmut als Arbeiter eigentlich keinerlei Bezug hatte zu Büroarbeit, hat er sich mit viel Energie ‚reingefuchst‘ und konnte sogar die Einarbeitung von neuen Mitarbeiter/innen übernehmen. Das hat auch bedeutet, dass er pro Tag ca. drei Stunden unterwegs war, um zum FG-Büro und zurück nach Velbert zu fahren. Für die FG-Gruppe Velbert (Teil der Gruppe Essen) organisierte Hartmut immer wieder Veranstaltungen zu Cuba, z.B. Buchlesungen und Infostände, z.B. am 1. Mai bei der Kundgebung des DGB. Seinen 70. Geburtstag hatte Hartmut am 7. Mai 2005 groß gefeiert und – wie konnte es anders sein! – sich nur Spenden für Cuba als Geschenke gewünscht. Für seinen 85. Im Mai 2020 hatte er schon ähnliche Ideen … überhaupt war er bekannt für seine Spendensammlungen und seine Fähigkeit, Menschen anzusprechen. Wer ihn erlebt hat, weiß, dass er dabei immer sehr überzeugend war. Er hat auch im Bundesvorstand immer wieder den Anstoß für aktuelle Flugblätter und Infomaterialien gegeben, mit denen sich mehr Menschen ansprechen und für die gerechte cubanische Sache gewinnen lassen. Das war ihm wichtig und er war auch selbst sehr erfolgreich dabei, Cubafreund/innen, Abonnentinden der Cuba Libre und Mitglieder der FG zu werben. “Ich gehe auf die Menschen zu. Wenn es zu lange dauert, bis sie selbst kommen, spreche ich sie an. Und ich bringe gerne Informationen unter die Leute.” So werden wir ihn in Erinnerung behalten, unseren Hartmut Meinert, immer aktiv, belesen und gut informiert, tatkräftig und hilfsbereit, mit Gelassenheit und einem wunderbaren Humor. Hartmut Meinert – presente!O-Ton Hartmut: “Was die Kollegen für ein Auto gespart haben – ein Statussymbol – habe ich für die Reisen nach Kuba gespart.”

