Im Dezember des vergangenen Jahres wurde eine Reform des Wechselkurssystems in Kuba in Kraft gesetzt.
Die wichtigste Einnahmequelle für Devisen ist der Exportsektor. Es geht bei der Reform insbesondere darum, diesen zu stärken und zu entwickeln. Über diesen sollen die staatlichen Einnahmen erhöht werden, um die grundlegenden Erfordernisse der Bevölkerung zu gewährleisten. Hier geht es viel mehr auch um die subventionierten Grundnahrungsmittel, Strom, den öffentlichen und privaten Personenverkehr und Medikamente.
In den vergangenen Jahren existierten in Kuba unterschiedliche Wechselkurse, mit der Folge, dass es Auswüchse gab, die den Schwarzmarkt (Schattenwirtschaft) begünstigten und Bank- und Steuertransaktionen erschwerten.
Mit Hilfe einer geordneten Angleichung von Wechselkurs und Währung soll die Wiederherstellung der Tauschbarkeit des kubanischen Pesos erreicht werden. Mit der Reform wurde ein legaler, objektiver, sicherer und transparenter Devisenmarkt geschaffen, der auch Privatpersonen und nichtstaatlichen Akteuren zugänglich ist. Es soll erreicht werden, dass alle Transaktionen über das Banken- und Finanzsystem abgewickelt werden.
Die Quellen des Devisenmarktes sind:
• Auslandsüberweisungen,
• in Filialen der Banken und Wechselstuben durchgeführte Geldgeschäfte,
• Geldgeschäfte unter Verwendung internationaler Kredit- und Prepaidkarten, CUBA
• exportorientierte Unternehmen, die die behaltenen Devisen am Markt gegen kubanische Pesos tauschen.
Es wurde keine Schocktherapie angewendet, da eine überstürzte Vereinheitlichung der Wechselkurse sehr negative Konsequenzen für die Wirtschaft und somit für die kubanische Bevölkerung nach sich gezogen hätte.
Die Wechselkursreform sieht in dieser ersten Phase jeweils drei unterschiedliche Wechselkurssegmente und einen unterschiedlichen offiziellen Wechselkurs vor.
Segment I:
Dieses Segment gilt für die exportierenden Unternehmen, welche Devisen erwirtschaften. Hier gilt weiterhin der aktuelle Wechselkurs von 1:24.
Erwirtschaftete Devisen, die diese Unternehmen behalten, können sie am Markt in kubanische Pesos dem Kurs aus Segment III, den die kubanische Zentralbank (BCC) täglich veröffentlicht, wechseln.
Die Idee ist, dass Unternehmen für jeden erwirtschafteten Dollar mehr kubanische Pesos bekommen und so höhere Gehälter zahlen und Investitionen vornehmen können. Damit können sie ihre Geschäftstätigkeit erweitern und mehr Einnahmen erzielen.
Segment II:
Dieses Segment gilt für Unternehmen, die Auslandseinkommen erwirtschaften. In diesem Segment gilt der aktuelle Kurs 1:120. Über dieses Segment soll der Grundbedarf des Segments I zur Verfügung gestellt werden. Über das Segment II soll der Prozess zu einem einheitlichen Wechselkurs gesteuert werden.
Segment III:
Das III. Segment ist eines der innovativsten der Wechselkursreform. In diesem Segment geht es um Privatpersonen und nichtstaatliche Unternehmen, die Devisen zu einem attraktiven Wechselkurs an das nationale Banken- und Finanzsystems verkaufen können.
Insgesamt gibt die Wechselkursreform eine gute Grundlage für den Wechselkurs, die für alle Beteiligten als Referenzpunkt dient und einen gewissen Schutz vor Spekulationen und negativen Beeinflussungen bietet.
Auch der Kauf von Fremdwährungen ist ebenfalls zu einem attraktiven Wechselkurs möglich. Die Karten in frei konvertierbarer Währung (MLC) bestehen weiterhin und mit der Reform gehen auch neue Mechanismen zur Verwaltung, Kontrolle und Zuteilung einher.
Es soll Transparenz und Sicherheit gewährleistet werden. Transaktionen sollen über das Bank- und Finanzsystem abgewickelt werden. Der derzeitige unverhältnismäßige Bargeldumlauf, der ein Faktor bei der aktuellen Inflation ist, soll erfasst und kontrolliert werden. Dazu gehört auch, Steuerhinterziehung zu verhindern.
Die Währungsreform ist ein Mittel zum Zweck, um eine Stabilisierung der Makroökonomie zu erreichen. Dafür sind Devisen erforderlich.
Mit der Wechselkursreform wurde ein Grundstein für das strategische Ziel einer Währungsunion und der Entdollarisierung der kubanischen Wirtschaft gelegt.
Es bleibt abzuwarten welchen Raum die Wechselkursreform ergreift. Insbesondere vor dem Hintergrund der Frage, welche „Kreativität“ die vom Ausland bezahlten Feinde der kubanischen Unabhängigkeit entwickeln, um diese Maßnahmen zur Erholung der kubanischen Wirtschaft zu hintertreiben.
Abschließend noch der Hinweis, dass die Neuordnung des Devisenmarktes vor der weiteren Verschärfung der seit über 60 Jahren bestehenden US-amerikanischen Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade in Kraft gesetzt wurde und zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar war, dass die Trump-Administration Kuba nun komplett von der Öl-Versorgung abschneiden will, um einen Zusammenbruch der Wirtschaft herbeizuführen.
Quelle: Granma International, 2025–12-18