Am 13. August 2026 ist es ein Jahrhundert her, dass ein Mann geboren wurde, der für die Geschichte nicht nur der kubanischen Nation von entscheidender Bedeutung war:
Fidel Castro Ruiz.



Fidel und das Geheimnis seiner Unsterblichkeit

Von Jorge Enrique Jerez Belisario

Seit den Tagen in den Bergen ist das Olivgrün das sichtbarste Zeichen, der Schatten eines unermüdlichen Kriegers. Der Stern des Comandante speist den Widerstand dieses Volkes aufgrund seiner eigenen Geschichte. Wie könnte man ihm also nicht glauben, wie könnte man sich nicht sicher sein, dass er ewig ist?
Man erinnert sich an Fidel, wie er sich überall gegen das Unrecht stellte, ohne Raum für Stillstand zu lassen. Es ist an uns, ihn von den Plakaten herunterzuholen, ihn aus den Geschichtsbüchern herauszulesen und ihn zu unserem Fidel zu machen. Diejenigen von uns, die so privilegiert waren, mit ihm in derselben Zeit zu leben, haben die Aufgabe, ihn nicht versteinern zu lassen und ihn weiterhin so zu sehen, wie wir ihn bis heute gesehen haben: als Menschen, Großvater, Vater, Bruder. Nur so können unsere Kinder, die ihn nur aus Erzählungen kennen werden, die wahre Dimension eines Mannes wie Fidel verstehen. Der Zeit zu trotzen ist zweifellos die größte aller Herausforderungen.
Um dies zu erreichen, müssen wir ihn zu mehr machen als nur dem Abglanz geschichtlicher Daten. Wir können nicht nur am 13. August, am 25. November, am 26. Juli oder am 1. Januar über Fidel sprechen. Wenn wir das tun, sind wir verloren, denn er muss uns immer den Weg weisen, jeden Tag. Seine Persönlichkeit beinhaltet eine ganz eigene Art, dem Leben zu begegnen, Hindernisse zu überwinden und zu siegen. Nur so werden wir am hundertsten Jahrestag seiner Geburt dem Versprechen treu bleiben, die Idee von Revolution zu verwirklichen, welche Millionen von Kubanern in jenen traurigen Tagen des Jahres 2016 im Sinne einer Selbstverpflichtung unterzeichneten.
Der Samen, den er gesät hat, ist inzwischen größer als nur ein Land. Er konnte in unserem Insel-Universum keimen, weil er den Seinen die Würde zurückgegeben hat und weil seine Ideen immer noch den Weg zu einer besseren Welt weisen. Viele verstehen nicht, warum wir Kubaner in der Gegenwartsform von ihm sprechen, aber das Geheimnis ewigen Lebens besteht darin, ein Leben gelebt zu haben, das es wert ist, in Erinnerung zu bleiben. Deshalb hat dir das Volk, das du anführst, vor Jahren eine Gabe verliehen, von der viele Menschen träumen, die aber nur wenige erreichen können, und diese Gabe, mein teuerster Fidel, unser teuerster Fidel, kann keine andere sein als: Unsterblichkeit.



Revolutionär, Visionär, Staatsmann, Kämpfer

Von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP

Ich hatte als junger Kommunist das Privileg, Fidel Castro live zu erleben. Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts nahm ich für die SDAJ am Kongress der UJC, des kommunistischen Jugendverbands Kubas, teil. Fidel natürlich auch. Zwei Dinge beeindruckten mich nachhaltig. Erstens: Wenn Delegierte auf Probleme, Missstände aufmerksam machten oder Fragen hatten, rief Fidel sofort den zuständigen Minister zu einer Antwort oder antwortete selbst. Hier erinnere ich mich, dass er zu einem Problem der Rinderzucht Stellung nahm. Das Zweite: Von meinem Platz aus konnte ich den Ausgang hinter der Bühne sehen, dort wurde er abgeholt. Ich sah ihn auf der Beifahrerseite einsteigen, eingelassen in die Beifahrertür konnte man eine MP erkennen.
Das Auto war ein Mercedes – für mich interessant, da ich bei Daimler-Benz einige Jahre zuvor meine Berufsausbildung gemacht hatte.
Das Auto sah ich im letzten Jahr wieder. Es ist jetzt Teil der Ausstellung im Fidel-Castro-Zentrum in Havanna. Dort wird berichtet, dass Fidel den gepanzerten Mercedes nicht mochte und nur aus Parteidisziplin nutzte, weil er lieber im offenen Kübelwagen durch die Lande fuhr.
Das macht einen Aspekt Fidels deutlich, der durch die Stichworte der Überschrift, nicht benannt ist: Fidels Massen- und Volksverbundenheit. Sie ist legendär und präsent in Kuba. Sicher auch der Hintergrund dafür, dass auch die heutige Staats- und Parteiführung Kubas bei Demonstrationen und Kundgebungen mit äußerst geringem Personenschutz agiert – im sogenannten „Wertewesten“ undenkbar, vermutlich trotzdem auch in Kuba keine reine Freude für die Sicherheitsorgane.

Visionär war Fidel bei der Landung der Granma mit wenigen Dutzend Mitkämpfern, die dann im ersten Gefecht noch dramatisch dezimiert wurden und Fidel sich sicher war, dass trotzdem die Tage des Batistaregimes gezählt seien. Er blieb Visionär bis zu seinem Tod, davon zeugen die Reflektionen, mit denen Kolonisieer, nachdem er seine Ämter abgegeben hatte, zu unterschiedlichsten Fragen Stellung bezog.
Als Staatsmann besucht er 1972 Deutschland bzw. den besseren Teil Deutschlands, die DDR. Von 80.000 Menschen wird er begeistert begrüßt. Das verzeiht der Klassengegner nicht. 2016, 44 Jahre später, „berichtet“ die Mitteldeutsche Zeitung, gehässig“ von „aufmarschierten Arbeitern“, von denen sich Honecker und Castro „feiern lassen“.
Die Welt hat ihm viel zu verdanken: Nur 80 Kilometer vom „Imperium“ entfernt die sozialistische Alternative aufzubauen. In einem armen Land allen Menschen ein vernünftiges Leben zu ermöglichen. Der Blockade zu trotzen. Den Sozialismus zu erhalten – trotz Konterrevolution bei den europäischen Freunden. Dem Klassengegner die Hoffnung zu zerschlagen, das nach Fidel das sozialistische Kuba scheitert, weil der Übergang klug konzipiert war.
Nun hat die Welt bzw. zumindest die Teile der Welt, die nicht auf der Seite der Imperialisten stehen, in seinem Gedenken eine Schuld – die Solidarität mit Kuba gegen die immer mörderischer werdende Blockade.
Offen formuliert der Imperialismus, dass es ihm darum geht, das sozialistische Kuba zu beseitigen, weil es ein Beispiel für den Süden, für die Welt ist. Auch ein Beweis dafür, wie recht Fidel hatte: „Der Kapitalismus ist widerlich. Er bringt nur Krieg, Heuchelei und Rivalität“



Kuba braucht unsere Solidarität!

Von Sevim Dagdelen

Jeden Tag aufs Neue verkündet US-Präsident Donald Trump, Kuba werde zusammenbrechen und sich dem Diktat der USA beugen. „Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines Bestehens. Es wird ein neues Leben beginnen“, lautet seine jüngste Äußerung zum Thema. Doch was geschieht wirklich vor Ort? Fest steht: Die USA blockieren Kuba nicht mehr nur – sie belagern es regelrecht. Durch ihre Strategie, kein Öl mehr nach Kuba durchzulassen, strangulieren sie die gesamte Wirtschaft der Insel. Es handelt sich um eine bewusste Aushungerung der kubanischen Bevölkerung, eine Strategie, die gezielt auf das Leiden und den Tod der Schwächsten abzielt. Denn sie trifft sowohl das Gesundheitssystem als auch die Nahrungsmittelversorgung. Ohne Umschweife muss man es benennen: Die USA verfolgen in Kuba – wie in Gaza und im Iran – eine Strategie des Völkermords. Dieser Völkermord ist integraler Bestandteil einer US-Kriegsführung, die auf blitzartige Erfolge setzt. Am Ende soll die Kolonisierung Kubas stehen: ein System wie vor der Revolution, in dem allein US-hörige Oligarchen das Schicksal der Insel bestimmen und dabei helfen, Kuba für die USA weiter auszubeuten.
Die kubanische Bevölkerung wehrt sich gegen diese zynische und perfide Strategie, doch es ist ein biblischer Kampf – David gegen Goliath. Der Aufbau eigener Kapazitäten zur Energieerzeugung wird zu einem Rennen gegen die Zeit. Die drängende Frage bleibt: Wie kann der Tourismus nach Kuba zurückkehren, wenn es kein Flugbenzin mehr gibt? Wie entreißen wir den USA diese Waffe?
Wir müssen uns der neuen Qualität des US-Imperialismus stellen. Es ist bei weitem nicht nur Trump, der hier den Verrückten mimt. Nein, es ist eine gesamte Elite, die weltweit mit Völkermorden ihre Profite sichern will. Was wir beobachten, ist nichts anderes als die Geisteshaltung, die in den Epstein- Akten zum Vorschein kommt – eine Haltung, die nur mit dem antiken Cäsarenwahn vergleichbar ist, allerdings zweckrational eingesetzt zur Stabilisierung der absteigenden US-Hegemonie. Um dem zu begegnen, brauchen wir eine Geisteshaltung, die revolutionär und konservativ zugleich ist: die Verteidigung des Lebens. Es lebe das Leben! Lasst uns alles dafür tun, dass die USA mit ihrer Mordstrategie nicht durchkommen. Der Kampf Kubas ist auch unser Kampf.



„Aufgeben ist keine Option“

Jahrzehnte des Widerstand gegen mörderische Sanktionen
Von Anne Rieger

„Unbegreiflich ist, dass es Menschen gibt, die sich hungrig schlafen legen, solange es noch eine Handvoll unbebautes Land gibt; unbegreiflich ist, dass Kinder ohne ärztliche Hilfe sterben, dass dreißig Prozent unserer Landbevölkerung nicht ihren Namen schreiben kann und neunundneunzig Prozent nichts von kubanischer Geschichte weiß“. Die tiefe soziale Überzeugung für gleiche Rechte aller Menschen sprechen aus den Worten Fidel Castros. In seiner Verteidigungsrede im Oktober 1953 klagte er die United Fruit Company und die West Indian Companies an, die hunderte Hektar Land geraubt hatten und durch die Batista Diktatur die Ungerechtigkeit, die Zwei-Klassen Gesellschaft, absichern ließen.
Als ich 1980, also fast 30 Jahre später, zum ersten Mal nach Kuba reiste und die fröhlichen, selbstbewussten Menschen erlebte, war ich fasziniert von ihrem gleichberechtigten Miteinander. Menschen unterschiedlicher Hautfarben oder Berufe zeigten Offenheit, Gastfreundlichkeit, Herzlichkeit. Ihre humanistische Gemeinschaft spiegelte Castros Initiative für eine gleichberechtigte Gesellschaft wider.
Nicht nur in seinem Heimatland Kuba, auch durch die internationale Unterstützung – besonders afrikanischer Menschen und ihrer Befreiungsbewegungen – bekräftigte Fidel Castro sein tatkräftiges Handeln für soziale Gerechtigkeit. Schon 1961 brachte ein Schiff bei seiner Rückkehr – es war zur Unterstützung der Streitkräfte der Nationale Befreiungsarmee (ALN) in Algerien gewesen – Hunderte von verwundeten und verwaisten Kindern nach Havanna. Sie wurden medizinisch versorgt und betreut.
Fidel war überzeugt, dass die völlige Unabhängigkeit von der langen Kolonialisierung nicht nur einen Sieg mit Waffen, sondern auch die Förderung sozialer und wirtschaftlichen Entwicklung erforderte. Er wurde zum Architekten der Zusammenarbeit Kubas mit den afrikanischen Völkern.
Seinen Gerechtigkeits-, seinen Solidaritätsgedanke praktizierte das kleine Land vor der Küste des USamerikanischen Imperiums, in noch weit größerem Maße. Ein Beispiel: 2004 konzipierte Fidel, gemeinsam mit Hugo Chavez, die „Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerikas“ (ALBA). Das Projekt gründete auf dem Gedanken der sozialen Gleichheit, der Solidarität der Völker. Mit der Revolution in Kuba war sie in der Praxis umgesetzt worden. Ziel war und ist es, das Selbstbestimmungsrecht der Nationen, die Unabhängigkeit der Völker vom imperialistischen Neokolonianismus durchzusetzen.
Den US Regierungen ist das mehr als ein Dorn im Auge ihrer Macht: Sie bekämpfen dieses Ziel und das immer noch unabhängige Cuba direkt vor ihrer Haustür, als das Symbol dieses Gedankens. Die mörderische Gewalt jahrzehntelanger Sanktionen soll dessen Wirtschaft abschnüren, soll den Gedanken der sozialen Gleichheit aus den Köpfen der Menschen in Kuba und weltweit zerstören. Der amtierende Präsident der USA nennt es eine „moderne Belagerung“.
Ich bewundere die Kubanerinnen und Kubaner, die schon über 65 Jahre – drei Generationen – Stand halten. Die internationale Solidarität, von Fidel Castro ausgerufen, hilft ihnen jetzt. Und: „aufgeben ist keine Option“.



Die Revolution verteidigen

100 Jahre Fidel Castro: Quelle, Kraft und Inspiration für das, was jetzt zu tun ist
Von Dietmar Koschmieder

Das erste Welttreffen der Kuba-Solidarität fand 1994 in Havanna statt. Es war mein erster Besuch in Kuba, beim lockeren abendlichen Empfang floss der Mojito, alle rechneten damit, dass sich Fidel zu den internationalen Gästen gesellt. Und dann öffneten sich plötzlich zwei riesige Flügeltüren des Festsaals im Palacio de Convenciones, ein Lichtschwall brach in den abgedunkelten Festsaal und ein menschliches Wesen schritt aus dem gleißenden Licht. Es dauerte eine Weile, bis wir bemerkten, dass es nicht Fidel war. Angesagt wurde Roberto Robaina, amtierender Außenminister Kubas. Der Angeber und Wichtigtuer wurde später seines Amtes enthoben. An jenem Abend verzichtete Fidel Castro aber keineswegs darauf, sich unter die Gäste zu mischen. Allerdings war sein Auftritt weit weniger spektakulär: Kaum jemand bemerkte, als sich zu fortgeschrittener Stunde eine kleine Seitentüre öffnete, Fidel den Saal betrat und gleich mit in der Nähe stehenden Internationalisten ins Gespräch kam. Es blieb ruhig, kein Tamtam. Fidel war Zeit seines Lebens Revolutionär und bescheiden, selbst über seinen Tod hinaus lehnte er Personenkult ausdrücklich ab. „Yo soy Fidel“, ich bin Fidel, das kann auch in diesem Sinne der kubanische Arbeiter von sich behaupten, wenn er Genosse ist. Auch wir erinnern uns heute an Fidel nicht nur deshalb, weil er vor 100 Jahren geboren wurde. Sondern weil sein Beispiel unglaublich viel Kraft und Mut gab und gibt.
Kraft und Mut, die wir dringend brauchen: „Der Kampf geht weiter, weiter Tag für Tag. Und manchmal eben auch des Nachts. Für die Sache, die so einfach – aber schwer zu machen ist, vor und nach dem Sieg des Proletariats“ heißt es im Degenhardt-Song über den Arbeiter Rudi Schulte, über den noch keiner was geschrieben hat, „weil so richtig große Taten hat der nie vollbracht“. Aber die Rudis und die Fidels brauchen sich gegenseitig, und keiner darf aufgeben, nur weil die Sache schwer zu machen ist. Und für die weitergekämpft werden muss, auch wenn mal eine Schlacht oder gar eine Revolution verlorengeht. Denn die historische Mission der Arbeiterklasse wird durch eine Niederlage nicht obsolet.
Ganz im Gegenteil: Ihre Umsetzung ist heute notwendiger denn je. Wir erleben den Niedergang des Imperialismus und steuern dabei auf eine revolutionäre Situation zu: Kapitalistische Besitz-, Machtund Produktionsverhältnisse können nur noch mit Gewalt und Desinformation aufrechterhalten werden und behindern auch dadurch immer mehr die Produktivkraftentwicklung. Das führt dazu, dass die unteren Klassen in der alten Weise nicht mehr leben wollen und die herrschende Klasse auf Dauer nicht mehr einfach so weitermachen kann wie bisher und immer mehr die Kontrolle verliert. Leider ist aber die Erfüllung der historischen Mission, also der Sieg der Arbeiterklasse über kapitalistische Macht- und Eigentumsverhältnisse, nicht programmiert. Dass der aber möglich ist, haben die Oktoberrevolution, die DDR, das hat das Volk von Vietnam und von Kuba, das haben Fidel Castro und andere Revolutionäre bewiesen. Wenn wir heute die Revolution in Kuba verteidigen, geht es nicht nur um dieses eine Land, auch wenn uns dieses besonders wichtig ist: Wir müssen verhindern, dass die Imperialisten im Niedergang die Uhr zurückdrehen und dabei die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen.
100 Jahre Fidel sind Quelle, Kraft, Inspiration auch für das, was wir jetzt zu tun haben. Wir alle sind Fidel: Die Pflicht des Revolutionärs ist es, die Revolution zu machen – wenn deren Zeit gekommen ist. Heute ist es die Pflicht des Revolutionärs, die kubanische Revolution zu verteidigen: als lebendigen Beleg dafür, dass wir dem Bestehenden etwas besseres entgegensetzen können – selbst unter schwierigsten Bedingungen!
Hasta la victoria siempre!



Fidel lebt im Herzen der Kubaner weiter

Von Rob Miller, Direktor der Cuba Solidarity Campaign, GB

Fidel lebt im Herzen der Kubaner weiter Von Rob Miller, Direktor der Cuba Solidarity Campaign, GB „Supermann ist ein fiktiver Held, aber wir Kubaner sind stolz darauf, einen echten Helden wie Fidel zu haben. Dieser Held besitzt größere Kräfte als Superman, denn er kann Millionen bewegen, ist unbesiegbar und unsterblich, denn während Supermann im Film stirbt, lebt Fidel in den Herzen der Kubaner weiter“. Elian Gonzalez.

Elian Gonzalez war der damals siebenjährige Junge, um den sich ein internationaler Sorgerechtsstreit zwischen den Kubanern in Miami und dem kubanischen Volk entzündete. Schließlich kehrte er zu seinem Vater nach Kuba zurück, wo er seither lebt. Diese Worte sprach er 2016 auf dem Revolutionsplatz in Havanna bei der Trauerfeier für Fidel Castro, wo er dem historischen Revolutionsführer die Ehre erwies.
Elians Geschichte und seine Worte zum Tode Fidels veranschaulichen, wie Fidel durch seine Führung dem kubanischen Volk die Kraft und Entschlossenheit gab, der ungeheuren Blockade und Aggression des riesigen Supermachtnachbarn, nur 90 Meilen über die Floridastraße entfernt, Widerstand zu leisten.
Von den Anfängen der Revolution über den Sieg in der Schweinebucht, das unglaubliche Überleben in der schlimmsten Zeit der „Sonderperiode“ nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und – am unglaublichsten – das Überstehen der illegalen US-Blockade: Kuba hat allen Widrigkeiten getrotzt.
Kubas Widerstand ist legendär. Reiseführer und Reiseveranstalter haben Folgendes verkündet: „Reise nach Kuba, bevor es sich ändert“ – eine „höfliche“ Umschreibung für die Vorhersage des Scheiterns der Revolution. Doch das kubanische Volk selbst hat standhaft seine Souveränität und seine Errungenschaften im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und in der Sozialfürsorge verteidigt. Es ist zu Recht stolz auf Kubas weltweiten Status in Sport, Kunst und Kultur sowie auf das beeindruckende Erbe seiner internationalen Solidaritätsmissionen im Gesundheitswesen.
Heute braucht das kubanische Volk unsere Solidarität mehr denn je.
Die US-Politik gegenüber Kuba war stets einseitig. Es handelt sich um eine 65-jährige Politik der Blockade und gewaltsamen Aggression, einschließlich Invasions- und Attentatsversuchen, sowie um eine Politik der Finanzierung und Orchestrierung von Terroranschlägen gegen die kubanische Bevölkerung, bei denen mehr als 3.500 Kubaner ums Leben kamen.
Man könnte Kuba vielleicht vorwerfen, eine Bedrohung eines guten Beispiels zu sein. Tatsächlich waren Fidel Castro und das kubanische Volk für Millionen Menschen weltweit das beste Beispiel. Sie verkörpern ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine bessere Welt, in der niemand aufgrund seiner Hautfarbe, seines Geschlechts oder seiner finanziellen Möglichkeiten zurückgelassen wird.


Viele rechtsgerichtete Kommentatoren prophezeiten mit Fidels Tod das Ende der Revolution. Sie irrten sich damals, und sie irren sich auch heute. Niemand verkörpert heute den modernen revolutionären Geist besser als Fidel. Seine Worte und Taten hallen noch immer bei Millionen Menschen weltweit nach.
Fidel glaubte fest an den Erfolg seiner Unternehmungen, von denen viele unter widrigsten Umständen durchgeführt wurden. Als er 1953 den Militärangriff auf die Moncada- Kaserne in Santiago de Cuba anführte, war er gerade einmal 26 Jahre alt. Der Angriff war ein enormes Risiko: 137 schlecht ausgerüstete Kämpfer stand eine der größten und bestbewaffneten Militärgarnisonen des Landes mit über 500 Soldaten gegenüber. Trotz der Niederlage war die Schlacht ein entscheidender Moment für den letztendlichen Erfolg der Revolution.
Dieser Glaube an die Richtigkeit seiner Überzeugungen prägte sein ganzes Leben. Er zeigte sich immer wieder in einer einzigartigen Übereinstimmung zwischen Rhetorik, Prinzipien und praktischem Handeln.
Moncada, der revolutionäre Kampf, die Schweinebucht- Invasion, die Kubakrise im Oktober 1962, Angola und der Sieg über die südafrikanischen Streitkräfte, Kubas Widerstand während der Sonderperiode nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die Rückkehr von Elian Gonzalez sind nur einige der vielen Beispiele, die Fidels Brillianz und seine Kühnheit veranschaulichen, den Kampf trotz aller Widrigkeiten zum Sieg zu führen.
Fidel steuerte sein Land geschickt durch die gefährlichsten Momente der Geschichte.
Sein Vermächtnis lebt heute weltweit fort. Besonders deutlich wird es im Kampf der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas für Befreiung und nationale Souveränität. Sein Antiimperialismus ist eine wichtige Lehre im Kampf gegen das zunehmend gierige und gefährliche Imperium der Vereinigten Staaten.
Auch heute noch werden alle, die an eine bessere Welt glauben, von Fidels Beispiel lernen und ihm folgen.