Tomahawk gegen Kuba?
Von José Manzaneda, Koordinator von Cubainformación
In den letzten zwei Monaten sind
im Iran bereits 3.500 Menschen bei
gemeinsamen Angriffen Israels und
der USA ums Leben gekommen.
Zwei brutale Regime, die jedoch
über mächtige Strukturen zu ihrem
Schutz in den Medien verfügen.
Zensur und Manipulation im Zusammenhang
mit dem Krieg der
USA und Israels gegen den Iran: Der
Kanal Explosive Media, der Videos
produziert, die Trump lächerlich
machen und die iranische Souveränität
verteidigen, wurde von You-
Tube zensiert. So wie es YouTube
seinerzeit mit Hunderten von Konten
tat, die in Bezug auf den Krieg
in der Ukraine die Thesen von Selenskyj
und der NATO nicht unterstützten.
So sieht in Kriegszeiten
die Meinungsfreiheit aus.
Start einer Tomahawk von einem
US-Kriegsschiff Foto: gemeinfrei
|
Die Proteste im Januar im Iran
waren laut westlicher Presse friedlich
und unabhängig. Die angebliche
Einmischung der USA? Reine Propaganda
aus Teheran. Im Februar
räumte Finanzminister Scott Bessent
jedoch ein, dass es seine Sanktionen
waren, die die Abwertung
des Rial, die Währungskrise und
eine galoppierende Inflation ausgelöst
hatten – die Auslöser jener Proteste.
Vor einigen Tagen war Donald
Trump noch offener: Er gab zu, dass
die USA iranische Oppositionsgruppen
mit Waffen beliefert haben.
Die angeblich „progressive“ spanische
Tageszeitung El País verurteilte
die Entscheidung des Iran, als
Reaktion auf einen brutalen Krieg
eine Maut in der Straße von Hormus
zu erheben: Es handele sich um
einen Akt „moderner Piraterie, der
gegen das Völkerrecht verstößt“, titelte
sie. Als die USA jedoch in internationalen
Gewässern mehrere
Schiffe mit Öl von Venezuela nach
Kuba entführten, beschränkte sich
El País darauf, festzustellen, dass
sie diese „abgefangen“, „beschlagnahmt“
oder „konfisziert“ hätten.
Ohne Kritik oder Verurteilung eines
mehr als erwiesenen „Aktes der
Piraterie, der gegen das Völkerrecht
verstößt“.
Es ist dieselbe Zeitung, die uns
distanziert und nüchtern über die
von Israel im Iran, im Gazastreifen
oder im Libanon begangenen Massaker
berichtet, aber nicht zögert,
der Hisbollah vorzuwerfen, dass
sie „nach einem Monat Krieg“ „gestärkt
aus dem Leid der Libanesen
hervorgegangen“ sei.
Die von der US-Regierung bezahlte
iranische „Aktivistin im
Exil“: Es ist dasselbe Medium, das
vor Monaten Masih Alinejad als
„Verfechterin der Frauenrechte“ im
Iran präsentierte. Nun, vor einigen
Tagen, verteidigte diese „im Exil lebende
Aktivistin“ in Madrid die Militärangriffe
auf ihr eigenes Land
und brachte dabei grobe Lügen hervor,
wie etwa die, dass der ermordete
Führer Ali Khamenei „Pate des
IS und von Osama Bin Laden“ gewesen
sei, obwohl sie erklärte Feinde
waren.
Aber alles hat seine Logik: Masih
Alinejad ist eine Söldnerin der
Regierung von Donald Trump, die
über das staatliche Propagandamedium
Voice of America Zahlungen
in Höhe von einer Million Dollar
erhalten hat. Alinejad verteidigt
die Verbrechen Israels, leugnet
den Völkermord an den Palästinensern
und wurde vom zionistischen
American Jewish Committee ausgezeichnet.
Ferrer, der „Menschenrechtsverteidiger“,
der Tomahawk-Raketen
gegen Kuba fordert: Es handelt sich
um dieselbe Figur, die im Fall Kubas
von Persönlichkeiten wie Rosa
María Payá oder José Daniel Ferrer
verkörpert wird, deren politische
Tätigkeit mit US-Bundesmitteln finanziert
wird. Ferrer fordert weitere
Sanktionen gegen die kubanische
Wirtschaft, unterstützt die Ölblockade
und wirbt in den Medien für
eine militärische Intervention der
USA in Kuba. Die kubanische Regierung
„braucht eine Dosis Tomahawk-
Raketen, um zur Vernunft zu
kommen“, erklärte er diese Woche.
José Daniel Ferrer hat gerade eine
Tour durch zehn europäische Staaten
begonnen, zusammen mit Javier
Larrondo, dem Vorsitzenden
von Prisoners Defenders. Diese Organisation
arbeitet mit dem Weißen
Haus zusammen, um alle Einnahmen
der kubanischen Wirtschaft
zu zerstören, insbesondere die des
öffentlichen Gesundheitssystems.
Laut dem jüngsten Bericht des Center
for Economic and Policy Research
hat dies in den letzten Jahren
zu einem Anstieg der Säuglingssterblichkeit
um 148 Prozent, zum
Tod von 1.800 Neugeborenen und
zur Einstellung aller nicht lebensnotwendigen
chirurgischen Eingriffe
geführt.
Übrigens haben die mittelalterliche
Belagerung der Insel und die
Möglichkeit einer militärischen
Intervention weltweit eine Welle
der Empörung und der Solidarität
mit Kuba ausgelöst. Auch in Europa.
Wird eine solche Verherrlichung
des Terrors unbeantwortet
bleiben?
Quelle: www.cubainformacion.tv/especiales/20260506/122468/122468-tomahawk-contra-cuba
Übersetzung: Corinna Mommert