Solidarität gewinnt!

soli GewerkschafterInnen für Kuba
Von Nicole Drücker

Ende März 2026 gründete sich in Frankfurt die Initiative Gewerkschafter:innen für Kuba. Zuvor hatten mehr als 70 Erstun­terzeichnerInnen aus fast allen DGB Gewerkschaften und sogar der schweizerischen UNIA den Aufruf unterschrieben, unter ihnen auch der ehemalige ver.di Vorsitzende Frank Bsirkse. Nun heisst es, an die Arbeit zu gehen!
Ziel der Initiative ist es, die Soli­darität mit Kuba in Ge­werkschaften und Be­trieben wieder zu ver­ankern und zugleich in der für Kuba zugespitz­ten Situation des Ölblo­ckade mit einer Spen­denkampagne Gelder für die Ausstattung von Betrieben mit Solar­energie zu sammeln. Hiermit soll auch die Energieversorgung im Umfeld der Betriebe verbessert werden.
„Völkermord in Ra­ten“, dieser Ausdruck einer Gewerkschafts­kollegin aus Hamburg beschreibt treffend die Situation, in der sich Kuba nach mehr als 60 Jah­ren völkerrechtswidriger Blockade durch die USA befindet. Leider ist diese Auffassung kein Allgemein­gut in Betrieben oder den Dienst­stellen der Öffentlichen Hand. Viel­mehr wirkt in den Köpfen die an­dauernde Propaganda gegen das Land, was es sich getraut hat, ge­gen den mächtigen, unmittelbaren Nachbarn USA aufzustehen, einen eigenständigen Entwicklungsweg zu gehen und eine Gesellschaft auf­zubauen, die auf Kooperation setzt, statt auf Konkurrenz. Kubanisches Verständnis von Solidarität bedeu­tet, nicht das zu geben, was übrig ist, sondern das zu teilen, was da ist.
Während sich in der Corona-Krise in der BRD Unternehmen wie Biontec die Taschen füllten, entwickelte Kuba fünf verschie­dene Impfstoffe, die aufgrund des einfachen Handlings auch in den so genannten Entwicklungslän­dern einsetzbar waren. Doch das weiß so gut wie keiner der Kolle­gInnen, mit denen man ins Ge­spräch kommt. Diktatur, Regime, Menschenrechtsverletzungen, das sind die ersten Worte, die vielen zu Kuba einfallen. Gewusst wird höchstens noch, dass Kuba über ein gutes Bildungs- und Gesund­heitssystem verfügt. Ähnlich wie zu Beginn der 90er Jahre, als qua­si über Nacht für Kuba 80% sei­nes Außenhandels zusammen­brach, reden einige der vermeint­lich Fortschrittlicheren als sei der Niedergang des Sozialismus schon vorherbestimmt. Anstatt zu über­legen, wie die kubanischen Revo­lutionäre zu unterstützen sind, rettet man sich in die sichere Kritikerecke. Statt Defätismus heißt es aber nun, in die Diskussion ein­zusteigen und um Köpfe und Her­zen zu ringen, denn gleichzeitig gibt es auch bei vielen Kollegen an­gesichts der rasenden Pulverisierung des Völkerrechts, der Ent­führung Maduros und des Angriffs auf den Iran durch die USA durch­aus offene Ohren.
Deswegen ist die jetzige Initia­tive, die insbesondere von Kolle­gen der IG Metall ausging, so wich­tig. Richtig angefasst und beharr­lich umgesetzt, kann sie ein Weg sein, die Solidarität mit Kuba auf breitere Füße zu stel­len. Man muss kein So­zialist sein, um Kuba zu unterstützen, es reicht, die eigene Menschlich­keit angesichts der ka­pitalistischen Schre­cken nicht einfach an den Haken gehängt zu haben. Der tiefe Hu­manismus der kubani­schen Revolution, der trotz aller Schwierig­keiten, trotz der „nuevos ricos“, in allem her­vor scheint, ist der Bo­den für eine Solidari­tätsbewegung, die stark sein kann, wenn sie nicht auf Mitleid basiert, sondern auf der Einsicht in das gemeinsa­me Interesse an einer humanen Welt. Spenden gesammelt werden nun für eine Solaranlage für den Betrieb INPUD in Santa Clara, der Haus­haltsgeräte, wie z.B. Reiskocher produziert. Das Ziel ist, in einem ersten Schritt 200.000 € zu sam­meln, um in Santa Clara eine Anla­ge mit 200 Kilowatt-peak zu instal­lieren. Genauso wichtig ist jedoch, jetzt in den Betrieben, Dienststel­len, den gewerkschaftlichen Gre­mien, Konferenzen und Veranstal­tungen, unsere Stimme für Kuba zu erheben. Für die Würde, für das Le­ben! Cuba sí, Yankee no!


Mehr Infos finden sich auf der Internetseite der GewerkschafterInnen für Kuba:
www.gewerkschafterinnen-fuer-kuba.org
Spendenkonto: Netzwerk InterRed Cooperación e.V.
STICHWORT: Solar.Soli.
Gewerkschaft Bank für Sozialwirtschaft
DE15 3702 0500 0007 6002 00
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