Ende März 2026 gründete sich in Frankfurt die Initiative Gewerkschafter:innen für Kuba. Zuvor hatten mehr als 70 ErstunterzeichnerInnen aus fast allen DGB Gewerkschaften und sogar der schweizerischen UNIA den Aufruf unterschrieben, unter ihnen auch der ehemalige ver.di Vorsitzende Frank Bsirkse. Nun heisst es, an die Arbeit zu gehen!
Ziel der Initiative ist es, die Solidarität mit Kuba in Gewerkschaften und Betrieben wieder zu verankern und zugleich in der für Kuba zugespitzten Situation des Ölblockade mit einer Spendenkampagne Gelder für die Ausstattung von Betrieben mit Solarenergie zu sammeln. Hiermit soll auch die Energieversorgung im Umfeld der Betriebe verbessert werden.
„Völkermord in Raten“, dieser Ausdruck einer Gewerkschaftskollegin aus Hamburg beschreibt treffend die Situation, in der sich Kuba nach mehr als 60 Jahren völkerrechtswidriger Blockade durch die USA befindet. Leider ist diese Auffassung kein Allgemeingut in Betrieben oder den Dienststellen der Öffentlichen Hand. Vielmehr wirkt in den Köpfen die andauernde Propaganda gegen das Land, was es sich getraut hat, gegen den mächtigen, unmittelbaren Nachbarn USA aufzustehen, einen eigenständigen Entwicklungsweg zu gehen und eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Kooperation setzt, statt auf Konkurrenz. Kubanisches Verständnis von Solidarität bedeutet, nicht das zu geben, was übrig ist, sondern das zu teilen, was da ist.
Während sich in der Corona-Krise in der BRD Unternehmen wie Biontec die Taschen füllten, entwickelte Kuba fünf verschiedene Impfstoffe, die aufgrund des einfachen Handlings auch in den so genannten Entwicklungsländern einsetzbar waren. Doch das weiß so gut wie keiner der KollegInnen, mit denen man ins Gespräch kommt. Diktatur, Regime, Menschenrechtsverletzungen, das sind die ersten Worte, die vielen zu Kuba einfallen. Gewusst wird höchstens noch, dass Kuba über ein gutes Bildungs- und Gesundheitssystem verfügt. Ähnlich wie zu Beginn der 90er Jahre, als quasi über Nacht für Kuba 80% seines Außenhandels zusammenbrach, reden einige der vermeintlich Fortschrittlicheren als sei der Niedergang des Sozialismus schon vorherbestimmt. Anstatt zu überlegen, wie die kubanischen Revolutionäre zu unterstützen sind, rettet man sich in die sichere Kritikerecke. Statt Defätismus heißt es aber nun, in die Diskussion einzusteigen und um Köpfe und Herzen zu ringen, denn gleichzeitig gibt es auch bei vielen Kollegen angesichts der rasenden Pulverisierung des Völkerrechts, der Entführung Maduros und des Angriffs auf den Iran durch die USA durchaus offene Ohren.
Deswegen ist die jetzige Initiative, die insbesondere von Kollegen der IG Metall ausging, so wichtig. Richtig angefasst und beharrlich umgesetzt, kann sie ein Weg sein, die Solidarität mit Kuba auf breitere Füße zu stellen. Man muss kein Sozialist sein, um Kuba zu unterstützen, es reicht, die eigene Menschlichkeit angesichts der kapitalistischen Schrecken nicht einfach an den Haken gehängt zu haben. Der tiefe Humanismus der kubanischen Revolution, der trotz aller Schwierigkeiten, trotz der „nuevos ricos“, in allem hervor scheint, ist der Boden für eine Solidaritätsbewegung, die stark sein kann, wenn sie nicht auf Mitleid basiert, sondern auf der Einsicht in das gemeinsame Interesse an einer humanen Welt. Spenden gesammelt werden nun für eine Solaranlage für den Betrieb INPUD in Santa Clara, der Haushaltsgeräte, wie z.B. Reiskocher produziert. Das Ziel ist, in einem ersten Schritt 200.000 € zu sammeln, um in Santa Clara eine Anlage mit 200 Kilowatt-peak zu installieren. Genauso wichtig ist jedoch, jetzt in den Betrieben, Dienststellen, den gewerkschaftlichen Gremien, Konferenzen und Veranstaltungen, unsere Stimme für Kuba zu erheben. Für die Würde, für das Leben! Cuba sí, Yankee no!
Mehr Infos finden sich auf der Internetseite der GewerkschafterInnen für Kuba:
www.gewerkschafterinnen-fuer-kuba.org
Spendenkonto: Netzwerk InterRed Cooperación e.V.
STICHWORT: Solar.Soli.
Gewerkschaft Bank für Sozialwirtschaft
DE15 3702 0500 0007 6002 00
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